Was zeichnet Sie aus? Erzählen Sie von Ihren persönlichen Eigenschaften – ohne Floskeln zu verwenden.

Dies würden Personalreferenten ihren Bewerbern gerne zurufen, wenn sie zum zigsten Mal lesen, dass ein Bewerber „motiviert“ und „ehrgeizig“ ist. Alternativ schlafen sie ein, löschen dabei die Bewerbung aus dem E-Mail-Eingang und können sich sicherlich nicht mehr an die Bewerbung erinnern. Zugegeben, diese Beschreibung ist wohl etwas überspitzt formuliert, aber: Sie konnten sich das Szenario bildlich vorstellen und werden nun wahrscheinlich alles tun, um die Worte „motiviert“ und „ehrgeizig“ aus Ihrem Bewerbungsschreiben zu verbannen. Super! Dann hat das mit dem „Wachrütteln“ ja schon mal funktioniert. Im weiteren Text finden Sie einige hilfreiche Beispiele, was Sie stattdessen schreiben können.

Ihnen hat der Anfang dieses Beitrags gefallen und Sie haben sich bis zu diesen Zeilen vorgekämpft – dann tun Sie es diesem Beitrag doch gleich. Rütteln Sie mit Ihren Worten den Personalreferenten wach, befreien Sie ihn aus der Tretmühle immer gleicher Bewerbungen und punkten Sie mit Individualität und Persönlichkeit. Bevor es einige hilfreiche Formulierungen gibt, sollten Sie herausfinden, welche Eigenschaften Sie haben bzw. welche Sie dem Personalreferenten mitteilen wollen. Kramen Sie in Ihrer persönlichen Ideenkiste, in Ihrer Geschichte und finden Sie Antworten auf die folgenden Fragen:

  1. Mit welchem zündenden Einfall haben Sie jemanden beeindruckt und welche Eigenschaften haben Sie genutzt, um zu überzeugen?
  2. Welche Fähigkeiten haben Sie sich im Handumdrehen (selbst) beigebracht und könnten jetzt sogar mit Profi-Kenntnissen angeben?
  3. Was treibt Sie an? Was motiviert Sie? Woraus ziehen Sie Kraft?

Formulierungsratgeber: So kommen Ihre Eigenschaften ins Bewerbungsschreiben

Wenn Sie erst Antworten auf diese Fragen gefunden haben, dann wissen Sie eigentlich schon, was Sie ins Bewerbungsschreiben tippen sollten. Einige Formulierungshilfen sollen nun die Scheu vor dem leeren Blatt Papier (auch wenn es digital am Bildschirm ist) nehmen.

„Meine beste Freundin hat kürzlich ihre erste eigene Wohnung bezogen. Da war es für mich natürlich selbstverständlich, bei der Inneneinrichtung zu helfen. Nun wohnt sie in einer 60er-Jahre-Hippie-Bude und fühlt sich darin pudelwohl. Kenntnisse und Fähigkeiten darüber, wie Farben und Formen wirken, habe ich während meiner Ausbildung zur Gestalterin für visuelles Marketing machen dürfen. Nun will ich mich stärker in Richtung Architektur orientieren und habe gesehen, dass Sie die Möglichkeit eines Dualen Studiums der Architektur anbieten.“ Diese Zeilen zeugen davon, dass der Bewerber weiß, auf was es in seinem Beruf ankommt. Er kennt die Praxis, ist ambitioniert und liebt seinen Job. Das ist eine wertige Aussage für einen Personalreferenten.

„Während meines einjährigen Rucksacktrips durch Australien suchte ich eine Möglichkeit, Freunde und Bekannte zuhause auf dem Laufenden zu halten. ‚Das Essen ist gut. Das Wetter ist schön.‘ war mir allerdings zu flapsig. Deswegen habe ich einen eigenen Internet-Blog ins Leben gerufen und habe dort über Land und Leute berichtet. Das kam an. Nun möchte ich meine semi-professionellen Kenntnisse von Internet-Design optimieren und mich bei Ihnen um ein Duales Studium des Kommunikationsdesigns bewerben.“ Eine persönliche Geschichte. Praktische Erfahrungen. Auslandserfahrungen. Motivation. Zielstrebigkeit. Das alles drücken diese Sätze aus – und so wird auch der Personalreferent sie lesen.

„Eigentlich war mir schon sehr früh klar, dass ich einmal Medizin studieren möchte, um Ärztin zu werden. Nach dem Abitur war ich ein Jahr lang in Vietnam tätig. Doch mein Herz habe ich dabei an die Kinder im Waisenhaus verloren, denn dort verbrachte ich meine Zeit nach der Arbeit im Krankenhaus. Nun möchte ich mich um die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin bewerben, um so beide Bereich kombinieren zu können: Die Arbeit mit Kindern und den medizinisch-pflegerischen Ansatz.“

Gerade in sozialen Berufen ist es wichtig, einschlägige Praxiserfahrungen zu haben, denn nur so kann der Personalreferent sehen, dass sich der Bewerber mit dem Beruf auseinandergesetzt hat – und auch in der Praxis bestehen kann. Diese wenigen Worten zeugen von Engagement, fachlicher Eignung und wahrer Liebe zum Job – und damit sind einige wichtige Grundvoraussetzungen schon erfüllt.

Inspiration ja, Abtippen nein

Wie die oben genannten Beispiele bereits zeigen, ist eine Bewerbung immer ein persönliches Schreiben – oder zumindest sollte es so sein. Die Idee, die Sie einbringen, sollte „unique“ sein – und nicht schon 100 Mal in irgendwelchen anderen Bewerbungen gestanden haben. Weitere Tipps, für eine durchschlagende Formulierung Ihrer Eigenschaften sind diese:

Individuelle Formulierungen statt 0-8-15-Floskeln müssen in die Bewerbung.

  • Vermeiden Sie 0-8-15-Floskeln, die Ihnen als das Nonplusultra verkauft werden. Berichten Sie lieber einem guten Bekannten von Ihren Wechselambitionen und vielleicht weiß er, was Ihr USP ist.
  • Suchen Sie nach alternativen Schlagworten, die Sie mit persönlichen Geschichten würzen. Auch hier können Freunde und Bekannte wertvolle Tippgeber sein.
  • Gehen Sie ganz konkret auf Beispiele ein. Beschreiben Sie Ihre Erfolge – und, dass Sie noch viele weitere erreichen wollen.
  • Werden Sie so konkret wie nötig und bleiben Sie so wage wie möglich.
  • Heben Sie Stärken hervor und erwähnen Sie einzelne Schwächen kurz. Ziel muss ein, dass der Personalreferent den Eindruck bekommen, Sie möchten Ihre Stärken optimieren und dabei (nebenbei) noch Schwächen ausmerzen. Allerdings dürfen diese nicht im Fokus stehen.

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41 Fragen aus dem Einstellungstest

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