Selbstbewusste KörperspracheEin wichtiges Vorstellungsgespräch steht vor der Tür und Sie möchten diesmal alles richtig machen. Sie haben schon öfter gehört, dass neben dem, was Sie sagen, auch eine selbstbewusste Körpersprache Eindruck hinterlassen kann. Jetzt fragen Sie sich, was alles dazu zählt und wie Sie sie effektiv einsetzen können.

Ihre Fragen bleiben nicht unbeantwortet. Dieser Beitrag verrät Ihnen, welchen Einfluss Ihre Körpersprache auf Ihr Auftreten und Ihre Ausstrahlung hat und zeigt dazu, wie Sie sie in einem Jobinterview gekonnt nutzen.

Erfahren Sie, was Ihr Selbstbewusstsein mit der nonverbalen Kommunikation Ihres Körpers zu tun hat und lernen Sie, auf welche Signale Sie in einem Gespräch besonders achten sollten. Lernen Sie Übungen kennen und werfen Sie zusätzlich einen Blick auf das, was unbedingt zu vermeiden ist. Kommen Sie mit und geben Sie Ihrer Karriere neuen Schwung!

Einfluss der Körpersprache auf Ihr Selbstbewusstsein

Wussten Sie, dass Ihre Körpersprache eine große Wirkung auf Ihren Gegenüber hat und dass Sie noch einen größeren Einfluss besitzt als das, was Sie verbal äußern? Sie können sich noch so sehr anstrengen, Ihren Gesprächspartner von sich zu überzeugen und reden, was das Zeug hält. Spricht Ihr Körper eine andere Sprache als das, was Sie sagen, haben Sie schnell ein Problem. Die Sprache Ihres Körpers hat Einfluss darauf, ob Sie eher ängstlich und zurückhaltend oder offen und selbstbewusst wirken. Sie kann sogar verraten, ob Sie die Wahrheit sagen oder lügen.

Selbstbewusstsein und Körpersprache hängen eng miteinander zusammen. Beide beeinflussen sich gegenseitig. Glauben Sie zum Beispiel tief in Ihrem Innern, Sie seien nichts wert, werden Sie das auch mit nonverbalen Signalen Ihres Körpers ausstrahlen. Das, was Sie denken, beeinflusst sofort Ihre Haltung, Ihren Ausdruck und Ihre Stimme. Schauen Sie zur Übung einmal in den Spiegel und lächeln Sie sich an. Sie werden merken, dass Sie sich nach einiger Zeit anders fühlen und vielleicht sogar anfangen müssen, zu lachen. Diese kleine Änderung Ihres Gesichtsausdrucks beeinflusst Ihre Gefühle über Sie selbst.

Auf der anderen Seite können Sie mal probieren, den ganzen Tag nur negativ zu denken. Sie werden sehen, dass es unmöglich ist, dann nach außen eine positive Ausstrahlung zu erzielen. Das Gute ist, sowohl Ihr Denken über sich selbst als auch Ihre Körpersprache können Sie trainieren. Um langfristig Erfolge zu erzielen und selbstbewusster und sicherer vor Arbeitgebern und anderen Personen aufzutreten, sollten Sie an beidem arbeiten. In diesem Beitrag soll es vor allem um den richtigen Einsatz Ihrer Körpersprache gehen.

Gründe, um an einer selbstbewussten Körpersprache zu arbeiten

Sie haben bald ein wichtiges Vorstellungsgespräch, bei dem Sie den Personaler so richtig beeindrucken möchten? Das, was Sie verbal äußern, ist ein Teil dessen, was der Verantwortliche von Ihnen erfährt. Doch zur Kommunikation gehören auch Ihre nonverbalen Ausdrücke. Möchten Sie also als selbstbewusster und überzeugender Kandidat auftreten, sollten Sie an Ihrer Körpersprache arbeiten.

Auch sind Ihre nonverbalen Signale meist das, was Ihrem Gegenüber am ehesten in Erinnerung bleibt. Stellen Sie sich vor, Sie haben ein wichtiges Gespräch mit einem Bewerber. Dieser sitzt mit verschränkten Armen vor der Brust vor Ihnen und schaut gelangweilt drein. Noch dazu guckt er Sie nicht wirklich an und wirkt, als sei er irgendwie abwesend. Dieser Bewerber kann noch so gute Leistungen vorweisen oder Erfahrungen mitbringen. Mit einer Person mit einer solchen Ausstrahlung und „Null-Bock-Einstellung“ wollten Sie doch sicher nicht langfristig in ein Arbeitsverhältnis treten, oder?

Selbstbewusste Körpersprache einsetzen: So geht’s

Um selbstbewusst und überzeugend aufzutreten, sollten Sie wissen, wie Sie Ihren Körper richtig einsetzen. Im Folgenden lesen Sie, mit welchen Tricks Sie das ganz einfach tun können.

Körperhaltung

Stehen und sitzen Sie aufrecht und achten Sie auf eine gerade Körperhaltung. Ziehen Sie die Schultern leicht nach hinten. Hängende Schultern wirken unsicher und lustlos. Stellen Sie beide Beine fest auf den Boden und verlagern Sie nicht das Gewicht auf nur eine Seite. Dadurch stehen Sie schief und das wirkt nicht positiv. Insgesamt sollte es nicht so aussehen, als müssten Sie sich dafür besonders anstrengen. Haben Sie damit noch Schwierigkeiten, können Sie sich vor einem Bewerbungsgespräch noch einmal locker machen.

Kopfhaltung

Auch Ihren Kopf sollten Sie aufrecht und gerade halten. Stellen Sie sich vor, Sie tragen ein Buch auf dem Kopf, das nicht runterfallen darf. Das bedeutet, Ihr Blick sollte nach vorn und nicht auf den Boden gerichtet sein. Haben Sie keine Angst davor, dass andere Leute Sie anschauen. Was sie auch denken mögen, es ist nicht wichtig und ändern können Sie es sowieso nicht.

Händedruck

Geht es in das Gespräch, begrüßt man Sie meist mit einem freundlichen Händedruck und einem kurzen Small Talk. Wichtig ist, dass Sie diese erste Geste ernst nehmen und mit Ihrer Hand einen angemessenen Druck ausüben. Er sollte nicht zu stark sein, aber auch auf keinen Fall zu leicht. Reichen Sie außerdem Ihre komplette Handfläche und nicht nur die vordersten Fingerspitzen. Dieser erste Körperkontakt sagt sehr viel über Sie aus. Wollen Sie selbstbewusst auftreten, ist das richtige Händeschütteln von entscheidender Bedeutung für den weiteren Verlauf des Gesprächs.

Augenkontakt

Der Augenkontakt zu Ihrem Gesprächspartner ist ebenso sehr wichtig. Nicht umsonst sagt man im Volksmund, dass die Augen der Spiegel zur Seele sind. Ein Personaler kann also in Ihren Augen sehr viel über Sie erfahren. Halten Sie den Kontakt aufrecht und zeigen Sie, dass Sie nichts zu verbergen haben oder gar schüchtern sind. Natürlich sollten Sie auch nicht starren und damit für unangenehme Momente sorgen. Ab und zu können Sie den Blick ruhig abwenden.

Interesse zeigen

Viele Bewerber sind so sehr damit beschäftigt, auf Ihr Auftreten zu achten, dass Sie Ihren Gegenüber völlig vergessen. Mindestens genauso bedeutend wie Ihr eigenes Wirken ist, dass Sie Interesse an dem Anderen und dem Gesagten zeigen.

Hände einsetzen

Die Hände richtig einzusetzen ist manchmal gar nicht so leicht. Wilde Gesten sind schon mal nicht gut. Im Sitzen können Sie sie in Ihren Schoß legen. Stehen Sie, empfiehlt es sich, sie entweder seitlich hängen zu lassen oder einen Gegenstand zur Hilfe zu nehmen, den Sie locker in der Hand halten. Schlecht ist nur, wenn Sie sich krampfhaft daran klammern und dadurch wieder unentspannt wirken.

Atmung & Stimme

Die richtige Atmung hat einen großen Einfluss darauf, ob Sie selbstbewusst auftreten oder nicht. Ist Ihre Atmung zum Beispiel sehr flach, hat das Auswirkungen auf Ihre Stimme und Sie fangen schneller an zu stottern. Mit einer tiefen Bauchatmung können Sie das vermeiden. Diese hilft, erst gar nicht in diesen nervösen Zustand zu kommen. Ihre Stimme bleibt entspannt und in einer normalen Tonlage. Bestimmte Atem- und Stimmübungen können Ihnen helfen.

Mimik

Auch Ihre Mimik verrät sehr viel über Ihr wahres Innenleben. Möchten Sie sicher und überzeugend auftreten, sollten Sie Ihre Gesichtsmuskeln im Griff haben. Ein Lächeln auf den Lippen ist dabei schon mal ein guter Anfang. Es sollte leicht und authentisch sein, übertreiben Sie es nicht. Verdrehen Sie Ihre Augen nicht und verzichten Sie auf ein zu häufiges Stirnrunzeln. Das könnte Ihren Gegenüber irritieren.

Füße

Stellen Sie Ihre Füße hüftbreit auf und zeigen Sie damit, dass Sie mit beiden Beinen fest im Leben stehen. Stehen Ihre Füße zu eng zusammen, deutet das auf Unsicherheit und Angst hin.

Im Sitzen

Eine aufrechte Haltung ist auch im Sitzen wichtig. Beachten Sie jedoch, dass Sie sich nicht nach vorne, sondern zurück lehnen. Das wirkt nicht nur viel lockerer, auch Ihre Stimme kommt besser zur Geltung. Je weiter Sie nach vorn gebeut sind desto höher und unnatürlicher wirkt sie.

 

Mit diesen Übungen kommen Sie weiter

  1. Finden Sie heraus, wie Sie auf andere wirken. Das können Sie tun, indem Sie Freunde oder die Familie um ein ehrliches Feedback bitten. Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie sich selbst auf Video aufnehmen und einen Vortrag oder das Bewerbungsgespräch üben. Schreiben Sie sich auf, was Sie an sich verbessern möchten. Sagen Sie vielleicht zu oft „Äh“ oder fuchteln Sie zu viel mit Ihren Händen herum?
  2. Im einem nächsten Schritt geht es darum, sich ein ideales Bild vorzustellen. Lassen Sie dafür Ihre ersten Beobachtungen völlig außer Acht. Beobachten Sie andere Menschen oder beschäftigen Sie sich explizit mit Ihren Vorbildern in Sachen „Körpersprache“.
  3. Trainieren Sie! Es klingt vielleicht banal, aber nur so können Sie Ihre Körpersprache langfristig verbessern. Je öfter Sie sich selbst reflektieren können desto leichter wird es Ihnen fallen, selbstbewusst und überzeugend auf andere zu wirken.

Das schadet Ihrer selbstbewussten Körpersprache

Sie wissen jetzt, welche Signale Ihres Körpers Ihr Selbstbewusstsein unterstreichen können. Daneben gibt es auch solche, die Sie lieber ganz vermeiden sollten. Welche das sind, erfahren Sie in diesem Abschnitt.

Sie kommen zu nah

Auch wenn Sie vor Selbstbewusstsein nur so strotzen, sollten Sie auf Grenzen Ihres Gegenübers achten. Kommen Sie ihm nicht allzu nahe, damit er sich nicht von Ihnen bedrängt fühlt. Gleichzeitig sollten Sie auch keinen zu großen Abstand halten, weil Sie sonst ängstlich und abweisend rüberkommen könnten. Finden Sie das richtige Mittelmaß.

Füllwörter

Was Sie unbedingt abstellen müssen, ist die Verwendung von unnötigen Füllwörtern wie „Ähm“ und „Öhm“. Als selbstbewusste Person sollten Sie diese aus Ihrem Wortschatz verbannen.

Überkreuzte Beine

Unentspannt und unselbstbewusst wirkt, wenn Sie Ihre Beine überkreuzen. Dabei ist unerheblich, ob Sie sitzen oder stehen. Lassen Sie das also lieber sein und beherzigen Sie den Tipp, mit beiden Beinen fest auf dem Boden zu stehen.

Nicht still sitzen

Sie wackeln mit Ihrem Bein unaufhörlich unter dem Tisch oder Sie rutschen nervös auf Ihrem Stuhl herum. Beides zeugt nicht gerade von einem guten Selbstbewusstsein. Wenn Sie also nicht völlig ängstlich und unsicher erscheinen wollen, sollten Sie das unterlassen.

Tipps

  • Vorsicht vor zu schnellen Urteilen! Signale können auch schon mal missverstanden werden. Nur weil jemand die Arme verschränkt, ist er nicht gleich abweisend und desinteressiert. Es kann genauso gut sein, dass er friert und versucht, sich auf diese Art ein wenig Wärme zu erhalten.
  • Auch wenn es in Ihrer persönlichen Welt gerade zu einer großen Schwäche zählt, Sie können eine selbstbewusste Körpersprache erlernen! Es gibt keinen Service, der das für Sie erledigen kann. Geben Sie nicht auf!

Sie wissen jetzt, welchen Einfluss eine selbstbewusste Körpersprache in einem Jobinterview hat und wie Sie sie gekonnt für sich einsetzen können. Was zu vermeiden ist, ist Ihnen ebenso klar geworden. Beginnen Sie noch heute und arbeiten Sie an Ihrer Haltung, Ihrer Gestik und Mimik. Dann wird es Ihnen im Bewerbungsgespräch gar nicht mehr so schwerfallen!

41 Fragen aus dem Einstellungstest

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