Wer motiviert ist, zeigt 100 % Einsatzbereitschaft. Dabei darf er aber nicht arrogant oder überheblich wirken.

Die Motivation eines Bewerbers scheint mit das Wichtigste zu sein bei der Bewerbung um einen neuen Job. Gleichzeitig aber ist es ein absolutes No-Go das Wort „Motivation“ im Bewerbungsschreiben zu verwenden, denn ein ungeschriebenes Gesetz lautet: Niemand sollte sagen müssen, dass er motiviert ist, denn der Personalreferent sollte dies spüren können. Wie aber kann ein Gefühl mit Worten rübergebracht werden!? Das ist durchaus eine Herausforderung, die es gilt mit der passenden Formulierung in der Bewerbung zu meistern.

Vielleicht wird es nun etwas psychologisch, aber wenn es um die Wirkung von Worten geht, ist dieser Denkansatz durchaus legitim. Grundsätzlich gibt es drei Gefühlsvarianten, auf etwas zu reagieren:

  1. mit Freude und Interesse
  2. mit Gleichgültigkeit
  3. mit Desinteresse

Mit Blick auf diese drei Optionen wird schnell klar: Jeder Bewerber will beim Personalreferenten Freude und Interesse wecken. Gleichgültigkeit ist suboptimal, aber zumindest wäre diese Reaktion nicht so fatal wie Desinteresse. Um nun nicht wieder nur die positiven Beispiele zu nennen, zeigt die folgende Tabelle Beispiele für alle drei Wirkungsvarianten:

Formulierungen, die die Reaktion „Freude und Interesse“ hervorrufen:Formulierungen, die die Reaktion „Gleichgültigkeit“ hervorrufen:Formulierungen, die die Reaktion „Desinteresse“ hervorrufen:
Seit meiner Schulzeit arbeite ich mit Kindern und Jugendlichen. Angefangen habe ich als Babysitterin, dann war ich als Jugendbeauftragte im Verein tätig und nach meinem Realschulabschluss habe ich als Au Pair in Irland gearbeitet und direkt im Anschluss die Erzieherausbildung absolviert. Nun kann ich sicher sagen, dass ich auch beruflich gerne mit Kindern arbeite – und bewerbe mich deswegen bei Ihnen als Erzieherin.Hiermit bewerbe ich mich als …Ich rate Ihnen dazu, meinen Lebenslauf anzusehen. Dort steht alles geschrieben, was ich kann und weiß.
Gerade komme ich von einer dreimonatigen Sprachreise aus Spanien zurück und lese in Ihrer Stellenanzeige, dass Sie einen Projektmanager mit Spanischkenntnissen suchen. Das hört sich an, als wäre ich für die Stelle wie gemacht. Mit großer Freude habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen. Sehr geehrter Herr Personaler, …
Eventuell kennen wir uns. Ich war nämlich vor einigen Jahren einmal als Werkstudentin in Ihrem Betrieb tätig, habe mich dann aber für die Weiterführung meines Studiums entschieden und möchte nun die dabei erlangten Fachkenntnisse in Ihrem Forschungsbereich einsetzen. Ich bin teamfähig, motiviert und ergebnisorientiert.Mit meinem innovativen Gedanken und Ideen kann ich in Ihrem Betrieb das Ruder rumreißen.
Auch wenn es für manch einen langweilig klingt – Zahlen zu jonglieren ist meine wahre Leidenschaft. Nach der Ausbildung zum Steuerfachangestellten habe ich die Weiterbildung zum Controller absolviert und kann nun auf das breite Spektrum an Fachwissen blicken, welches Sie in Ihrer Stellenanzeige suchen. Gerne würde ich mit Ihnen besprechen, wie wir am besten zusammenpassen.Gerne würde ich mich bei Ihnen als XXX vorstellen.Beworben habe ich mich, weil Sie sicherlich besser zahlen als mein aktueller Arbeitgeber – bei hoffentlich weniger Arbeitsaufwand.
Das Projekt „Implementierung von SAP“ ist nach 18 Monaten abgeschlossen – und ich bin zufrieden, denn sowohl die Projektplanung, als auch die Implementierung und der Go-live liefen vergleichsweise reibungslos ab und seit drei Monaten läuft SAP stabil. Zeit für mich, mich nach einer neuen Herausforderung umzusehen, die ich in der von Ihnen formulierten Stelle zu finden glaube.Ich verfüge über gute Fach- und Praxiskenntnisse.Die fachliche Qualifikation, die Sie sich wünschen, habe ich nicht, aber wenn Sie nichts Besseres finden, können Sie sich ja melden.

Bewerbung: Motivation als verbindendes Element

Steht nun die Suche nach dem verbindenden Element an, so wird schnell klar: Die Formulierungen, die Interesse wecken, zeigen klar die Motivation des Bewerbers. Die Formulierungen der 2. Spalte sind gezeichnet von 0-8-15-Bewerbungsfloskeln, die in der Regel wenig Eindruck machen und vielleicht dann nochmal gezückt werden, wenn es kaum bis gar keine herausragenden Bewerbungen gibt. Und Bewerbungen mit Formulierungen aus der dritten Spalte landen in der Regel gleich auf dem Absagestapel, denn deutlicher kann ein Bewerber sein Desinteresse gar nicht machen. Darüber hinaus zeigt sich: Wer zu hoch pokert und vermeintlich selbstbewusst wirken will, wird schnell als arrogant abgestempelt.

So zeigt sich Motivation im Bewerbungsschreiben

Zeigt ein Bewerber seine Leidenschaft für einen Beruf, wird auch seine Bewerbung Erfolg haben.

Motivation ist per Definition die „Triebkraft“ mit der ein Ziel verfolgt wird. Das heißt auch, dass die Motivation, sich um eine Stelle zu bemühen, bereits weit im Vorfeld liegt. Wer also einen stringenten Lebenslauf hat und vom ersten Praktikum bis zur Weiterbildung einer Branche treu geblieben ist, zeigt Motivation, da er sich immer weiterbildet, um (motiviert) Karriere zu machen, anstatt Jobhopping zu betreiben und alle möglichen Jobs einmal durchzuprobieren.

Das heißt nun aber nicht, dass Branchenwechsler weniger motiviert sein müssen. Wer sich erst nach Irrungen und Wirrungen für den Traumberuf entschieden hat, sollte jedoch erklären, was zum Wechsel bewogen hat. Kurzfristige Gründe wie

„meine beste Freundin hat das auch gemacht“
werden nicht als positiv bewertet, denn das zeigt dem Personalreferenten nur an, dass der Bewerber selbst keine eigene Meinung und kein Ziel hat, sondern sehr leicht beeinflussbar ist.

Motivation ist auch in fachlicher Qualifikation spürbar. Wer sich für seinen Fachbereich interessiert und wer motiviert über fachliche Themen spricht, der zeigt:

„Ich interessiere mich wirklich für meinen Beruf (und arbeite vor diesem Hintergrund auch ordentlich und gewissenhaft.“

Bildnachweis: Trueffelpix/fotolia.com, Coloures-pic/fotolia.com

41 Fragen aus dem Einstellungstest

41 Fragen aus dem Einstellungstest