Bei der Formulierung der Aufgaben im Zeugnis zu spicken, ist erlaubt.

Wer den sicherlich gut gemeinten Rat abgibt, geleistete „Aufgaben“ ins Bewerbungsschreiben zu tippen, gibt eine nützliche Anregung, ohne diese zu erklären. Die Frage ist nämlich: Welche Aufgaben sollen denn ins Bewerbungsschreiben? Und wenn ausgewählt wurde, welche Aufgaben ins Bewerbungsschreiben sollen, muss darüber hinaus noch an der passenden Formulierung getüftelt werden. Grund genug das Thema „Aufgaben“ in den Fokus dieses Artikels zu rücken.

Bevor Sie sich nun den Kopf darüber zerbrechen, welche Aufgaben Sie eigentlich absolvieren, kommt hier der 1. Tipp: Werfen Sie einen Blick ins Arbeitszeugnis. Dort sind in der Regel alle Aufgaben wohlformuliert (!) zusammengetragen. Anschließend müssen Sie (Tipp 2) die Parallelen zwischen Stellenanzeige und Zeugnis finden. Ein einfacher Textmarker kann hier wunderbar helfen, genau die Formulierungen im Zeugnis zu finden, die Ihr Arbeitgeber eigentlich von Ihnen hören will.

Wenn also im Zeugnis steht „Frau XY kümmert sich um die Disposition des Fuhrparks für Langstrecken, ist aber auch im Bereich Paket-Kurierdienst entsprechend eingearbeitet, um kurzfristig Aufgaben in dieser Abteilung übernehmen zu können“ und in der Stellenanzeige steht, dass eine Speditionskauffrau mit Kenntnissen in der Fernverkehr-Disposition und im Paket-Kurierdienst gesucht wird, dann ist das wie ein BINGO. Und was machen Sie nun daraus? Sie könnten im Bewerbungsschreiben Folgendes schreiben:

„Die Disposition des Fuhrparks gehört zu meinen Aufgabenschwerpunkten. Allerdings arbeite ich auch regelmäßig in der Nachbarabteilung, dem Paket-Kurierdienst mit, um innerbetrieblich jederzeit an beiden Stellen einsetzbar zu sein und mich inhaltlich auch möglichst breit aufzustellen.“

Wichtig ist dabei (Tipp 3), nicht genau dieselben Worte zu verwenden, wie im Zeugnis, aber deutlich zu zeigen, dass Zeugnis und Tätigkeitsbeschreibung inhaltlich übereinstimmen.

Alternativ können Sie auch direkt auf das Stelleninserat reagieren und diesen Satz im Bewerbungsschreiben formulieren:

„Sie suchen nach einem Logistik-Allrounder, der sowohl die Disposition des Fernverkehrs beherrscht, als auch im Paket-Kurierdienst arbeiten kann – dann werfen Sie einen Blick in mein aktuelles Arbeitszeugnis. Denn beide Bereiche gehören zu meinen Aufgabenschwerpunkten.“

Die Aufgaben im Bewerbungsschreiben müssen von Kompetenz und Vielseitigkeit zeugen

Wer in der glücklichen Situation ist, stets wertige Arbeitsstellen gehabt zu haben, die voller anspruchsvoller und auch aussagekräftiger Aufgaben steckten, haben es beim Erstellen der Bewerbung nicht unbedingt einfacher, denn nun muss ausgewählt werden, was für den Traumjob denn nun passend erscheint. Nutzen Sie die folgenden Tricks, um maximal drei Aufgaben im Bewerbungsschreiben ausformulieren zu können.

  1. Gruppieren Sie Ihre Aufgaben nach inhaltlichen Gesichtspunkten. So können Sie sich ein Bild der Vielseitigkeit Ihrer Aufgaben machen. Wählen Sie nun aus jedem inhaltlichen Bereich eine Aufgabe aus, zu der Sie persönlich am meisten zu berichten haben. Streichen Sie diese Best-of-Liste auf maximal drei Punkte zusammen. Nun nutzen Sie eine Aufgabe als Aufhänger für den Anfang Ihres Bewerbungsschreibens, eine für den Hauptteil und eine für den Schluss.
  2. Stellen Sie ein Ranking auf, in welchen Aufgaben Sie besonders glänzen konnten. Konzentrieren Sie sich auf die für Sie wichtigsten drei Aufgaben und formulieren Sie diese im Bewerbungsschreiben aus. Legen Sie viel Wert auf die Wortwahl, die Ihre Kompetenzen im jeweiligen Fachbereich unterstreichen sollen. Aber Achtung: Überheblichkeit oder Schummeleien lohnen sich nicht, denn spätestens im Vorstellungsgespräch werden Sie dann der Schwindelei überführt.
  3. Nehmen Sie eine Aufgabe aus jeder Ihrer bisherigen Arbeitsstellen. Dazu können Sie die eingangs bereits vorgestellten Tipps zum „Aufgabenklau aus dem Zeugnis“ berücksichtigen. Beschreiben Sie anhand dieser Aufgaben, dass Sie sich bei jeder Arbeitsstelle auf neue Herausforderungen eingestellt haben. Werden Sie inhaltlich so konkret wie möglich, denn damit zeigen Sie, dass Sie sich mit der Aufgabe wahrlich auseinandergesetzt haben.

Würzen Sie die Aufgaben-Suppe mit Soft Skills

Nehmen Sie die Top-3-Aufgaben Ihrer To-do-Liste und reichern Sie diese mit Soft Skills an. So bekommen Sie ein Bewerbungsschreiben, das pfiffig ist und Kompetenz vermittelt.

Es ist durchaus sinnvoll, nicht nur die absolvierten Aufgaben herunterzubeten oder in einer endlos langen Wortaneinanderreihung wie eine Tag-Wolke aussehen zu lassen. Deswegen gilt: Fokussieren Sie sich auf wenige Aufgaben und beschreiben Sie diese lebendig und so wie Sie sie praktisch absolviert haben.

Tipp: Das Nonplusultra wäre natürlich, wenn Sie in Ihre Aufgaben-Suppe noch etwas Pfiff einbringen könnten – mit gekonnten Formulierungen, die zeigen, dass Sie nicht nur Fachkenntnisse haben, sondern auch über Soft Skills verfügen. Mögliche Formulierungen könnten so aussehen:

„Zu meinen täglichen Aufgaben als Sekretärin des Vertriebsleiters gehörte nicht nur die Bearbeitung der E-Mails sondern auch der physisch vorhandenen Post. Da mein Vorgesetzter hauptsächlich im Außendienst tätig ist, sollte ich in diesem Zusammenhang auch die persönliche Post öffnen und gegebenenfalls gleich direkt bearbeiten.“

„Als Heilerziehungspflegerin bin ich in der Außenwohngruppe tätig. Dabei ist kein Tag gleich, denn selbst wenn ich mir vornehmen würde, heute eine Wandertour zu machen, haben die Bewohner sicherlich im Sinn, in die Stadt zum Shoppen zu fahren. So habe ich gelernt spontan zu sein und zu improvisieren.“

„Ein typischer Arbeitstag bei mir umfasst nicht nur die Reparatur der auf meinem Arbeitsplatz auflaufenden Pkws (ich habe mich auf die Bearbeitung von Serviceverträgen spezialisiert). Auch die Betreuung der Praktikanten zählt zu meinem Aufgaben. Es freut mich zu sehen, wie sie lernen und sich im Beruf einbringen.“

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