„Wir sehen uns – und tschüß“ ist natürlich kein angemessener Schlusssatz für eine Bewerbung.

„Wir sehen uns!“ wäre doch ein wenig flapsig ausgedrückt, doch im Grunde genommen ist es genau das, was Sie – in wohlgesetzten Worten – am Ende des Bewerbungsschreibens formulieren müssen. Doch wie soll der Schlusssatz lauten? Wie abhängig dieser von der Art Ihrer Bewerbung ist, wird in diesem Artikel erklärt.

Es gibt zwei Arten von Schlusssätzen:

  • Die einen beenden Bewerbungsschreiben, die auf eine bestimmte Stelle hin geschrieben wurden und
  • die anderen beenden Bewerbungsschreiben von Initiativ– und Blindbewerbungen.

Worin der Unterschied liegt? Das ist einfach erklärt: Bei einer konkreten Stellenausschreibung gibt es einen konkreten Bezug – und einen konkreten Grund, nachzufragen. Bei einer Bewerbung „ins Blaue“ ist der Bewerber darauf angewiesen, dass sich das Unternehmen meldet bzw. sich an die Bewerbung erinnert, wenn eine entsprechende Stelle zu besetzen ist.

Formulierungstipps für die reguläre Bewerbung

Im Online-Marketing nennt man diese Art von Satz „Call-to-action!“ – also eine bewusste Aufforderung etwas zu tun. Dies kann sehr drastisch formuliert werden, wie zum Beispiel:

  • „Melden Sie sich bei mir, um einen Termin für ein Vorstellungsgespräch zu vereinbaren.“
  • „Mein Auftakt-Schreiben hat Sie überzeugt, dann erwarte ich Ihren Anruf.“
  • „Melden Sie sich? Oder ich rufe Sie nächste Woche an.“

Wem diese Art zu forsch ist, der kann (zwar immer noch deutlich formulieren), aber sich thematisch leicht zurücknehmen und etwa Folgendes schreiben:

  • „Am XX.XX. endet mein befristetes Arbeitsverhältnis. Einen Tag später kann ich bei Ihnen neue Aufgaben übernehmen.“
  • „Ich habe Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf unser Kennenlernen.“
  • „Auf Ihre Einladung zum Vorstellungsgespräch freue ich mich sehr.“

Auch sind alle Schlusssätze in einer Bewerbung erlaubt, die dem Personalreferenten suggerieren, dass er sich eigentlich schon für Sie entschieden hat, wie beispielsweise:

  • „Ich freue mich auf unser gemeinsames Gespräch, in dem ich Sie vollends davon überzeugen werde, in mir einen engagierten und erfahrenen Mitarbeiter zu finden.“
  • „Ihre positive Rückmeldung erwarte ich voller Vorfreude.“
  • „Gerne beantworte ich Ihnen telefonisch, per E-Mail oder im persönlichen Gespräch alle offenen Fragen.“

Formulierungshilfen für eine Initiativbewerbung

Während es bei einer regulären Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle noch vergleichsweise einfach ist, das Bewerbungsschreiben zu beenden, ist es bei der Initiativbewerbung viel schwieriger, denn es ist kein direktes Ziel in Sicht und Sie können sich auch nicht als „perfekter Mitarbeiter“ für die ausgeschriebene Stelle verkaufen, denn ausgeschrieben wurde ja gar keine Stelle.

All diejenigen, die eine Blind- oder Initiativbewerbung an ein Unternehmen schicken, bekunden in erster Linie Interesse am Betrieb und an einer Anstellung.

Nun können Sie eine „hilfsbereite“ Abschlussformulierung wählen, wie zum Beispiel:

  • „Ihr Unternehmen ist riesig – meine Fähigkeiten vielseitig. Gerne können wir gemeinsam ergründen, welche Stelle ich in Ihrem Betrieb ausfüllen kann.“
  • „Ich freue mich auf die Aufnahme im Bewerberpool und könnte mir auch gut vorstellen, eine berufliche Neuorientierung in Ihrem Betrieb zu starten. Gerne helfe ich Ihnen dabei, mich nach einem persönlichen Gespräch noch besser einschätzen zu können.“
  • „Können wir bei der nächsten Stellenbesetzung beide an mein Leistungsportfolio denken?“

Auch wirklich taffe Schlusssätze flattern Personalreferenten ab und an ins Haus. In der richtigen Branche können diese durchaus von Erfolg gekrönt sein.

  • „Ich weiß Sie haben aktuell keine Stellen zu besetzen. Aber ich weiß auch, dass es ein Fehler wäre, auf einen Mitarbeiter wie mich zu verzichten.“
  • „Zögern Sie nicht eine Stelle ins Leben zu rufen – Sie werden diesen Schritt nicht bereuen.“
  • „Hochmotiviert. Qualifiziert. Auf dem Arbeitsmarkt. Greifen Sie jetzt zu.“

Alternative Schlusssätze

Der Schlusssatz einer Bewerbung entscheidet, ob ein Personalreferent weiterliest. Arrogante Phrasen sind dabei ebenso ein No-go wie zu vorsichtig formulierte Konjunktiv-Konstruktionen.

Wer weder hilfsbereit, noch taff, noch forsch sein will, kann sich auch ein alternatives Thema für das Ende des Bewerbungsschreibens einfallen lassen. Häufig wird an dieser Stelle noch die Antwort erteilt, wann ein möglicher Eintrittstermin wäre, welche Gehaltsvorstellung angestrebt wird oder (bei einer Initiativbewerbung) welche Positionen nach eigenem Ermessen infrage kommen. Allerdings wirkt dieses Ende oft sehr abrupt und unvermittelt und gibt dem Personalreferenten wenig Persönliches mit auf den Weg.

Letztlich ist auch der Schlusssatz immer Geschmackssache: Wer also auf der Suche nach einer Führungspersönlichkeit im Vertrieb ist, bei dem kommt die sehr taffe Variante durchaus an. Wer sich allerdings als Auszubildender bewirbt, sollte nicht zu dick auftragen. Grundsätzlich gilt: Der Schlusssatz entscheidet darüber, ob der Personalreferent die Bewerbung weiterliest oder nicht, denn das Bewerbungsschreiben ist – trotz dem großen Stellenwert – auch nur die Einleitung oder Hinführung zu Lebenslauf und Zeugnissen.

So muss das Bewerbungsschreiben immer mehre Punkte erfüllen: Es muss in wenigen, persönlichen Worten von der fachlichen und persönlichen Kompetenz überzeugen und zum Weiterlesen animieren. Für Sie als Bewerber heißt das: Kreieren Sie einen Spannungsbogen – und teasern Sie im Bewerbungsschreiben die Highlights aus Lebenslauf und Zeugnissen an. So wird der Personalreferent zum Weiterblättern oder auch zum Weiterleiten animiert, denn in der Regel kann er nur vorschlagen, wer für eine Stelle infrage kommt. Die Entscheidung treffen Abteilungsleiter und Geschäftsführer. Doch bis auf diesen Tisch muss es die Bewerbung erst einmal schaffen.

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