Beim gedruckten Lebenslauf ist die Schriftgröße wichtig, denn diese kann nicht auf dem Tablet oder Monitor vergrößert werden.

Man sollte es kaum glauben, aber manche Personalreferenten werfen erst einen Blick auf den Lebenslauf, bevor sie sich um das Anschreiben oder die restlichen Unterlagen kümmern. Das zeigt auch, wie wichtig der Lebenslauf ist. Entsprechend ordentlich muss dieser auch sein. Doch was bedeutet ordentlich in Bezug auf die Lebenslauf Schriftgröße und die Schriftart? Ordentlich bedeutet hier, zielgruppenorientiert. Und das wieder heißt, dass der Lebenslauf auch mit Bedacht auf Schriftgrößte und Schriftart so gestaltet sein sollte, dass dieser für den Personalreferenten angenehm zu lesen ist, schließlich hat dieser jeden Tag sehr viel zu lesen.

Das Querlesen birgt Gefahren für jeden Lebenslauf

Um Zeit zu sparen, scannen manche Personalreferenten den Lebenslauf nach Schlüsselbegriffen und den Qualifikationen, die in jedem Fall vom Bewerber erwartet werden. Doch genau dieses Querlesen birgt Gefahren – und zwar für den Bewerber. Ist der Lebenslauf nicht übersichtlich genug gestaltet, können wichtige Begriffe schnell überlesen werden. Die Folge: Die Bewerbung landet auf dem Absage-Stapel, nur weil die wichtigsten Qualifikationen den Personalreferenten nicht förmlich angesprungen sind. Für die Gestaltung bedeutet das:

  1. Achten Sie beim Anlegen der Bewerbung auf ein schlichtes Layout, das zwar der Seite einen ansprechenden Rahmen gibt, aber auch genug Raum für Inhalt lässt.
  2. Arbeiten Sie mit dezenten horizontalen Strichen, um die Oberpunkte „berufliche Stationen“, „Schule“ und „Qualifikationen“ rein optisch gut voneinander zu trennen.
  3. Reduzieren Sie die Schriftschnitte auf das Minimum. Natürlich darf die Überschrift in „bold“ erscheinen. Doch dann sollten Sie nicht noch „italic“, „light“ und „medium“ dazu kombinieren. Das lenkt zu sehr ab. Üblich ist die Hervorhebung von Überschriften. Ihre wichtigsten Qualifikationen typografisch hervorzuheben, wäre zwar eine gute Idee, um den Blick des Personalreferenten zu führen, ist aber nicht üblich, sondern irritiert nur.
  4. Bei der Schriftgröße gilt: Nutzen Sie die Schriftgröße, die Sie auch im Anschreiben verwendet haben, für den Haupttext. In der Regel hatte die Schrift dort eine Punktgröße zwischen 10 und 12. Wenn Sie möchten und dies gut zu Ihrem Layout passt, können Sie beispielsweise die links gesetzten Zeiträume in 9-Punkt setzen und die weiteren Informationen dazu rechts in 10-Punkt. So haben Sie eine kleine optische Unterscheidung und betonen ohne einen neuen Schriftschnitt einzuführen die inhaltliche Komponente (statt den Zeitraum). Auch in der Kopf- und Fußzeile darf in einer kleineren Schriftart geschrieben werden. Bekommen Sie nicht alle Informationen auf eine Seite, sollten Sie eine zweite Seite anlegen, anstatt auf eine 8-Punkt-Schrift zu reduzieren und dabei den Grad der Lesbarkeit extrem zu schmälern.
  5. Bei der Schriftart gilt: Nutzen Sie eine Schriftart, die in allen gängigen Textverarbeitungsprogrammen verfügbar ist. Die gewählte Schriftart zieht sich dann durch die gesamte Bewerbung. Mittlerweile lässt sich sogar rein auf Basis der Schriftwahl eine Aussage über den Bewerber treffen. Hier lautet die Tendenz häufig: DIE Bewerbungsschrift von anno dazumal, die Times New Roman, ist heute ein alter Hut. Beliebter und auch üblicher sind Schriften, die serifenlos sind, wie etwa Arial und Calibri. Auch Verdana und Garamond eignen sich für die Bewerbung, obgleich die Garamond eine Serifenschrift ist. Zu achten ist dabei immer auf eine gute Lesbarkeit. Ausnahmen dürfen hier nur Grafiker oder Mediengestalter machen, die eine Schrift mit einem ganz anderen Blick darauf auswählen und für die es auch eine inhaltliche Aussage hat, wenn sie eine exotischere Schrift wählen, wie beispielsweise die Comic Sans.

Weiterführende Informationen zu Umschlag, Beschriftung und Frankierung sowie Tipps zur Beschriftung der Bewerbungsmappe finden Sie in den jeweiligen Fachbeiträgen.

Kleine Typografie-Schulung

Nachdem nicht nur die Schriftgröße, sondern auch die Schriftart zu beachten ist, soll hier ein kleiner Exkurs in die Welt der Typografie unternommen werden.

Serifenlose Schriften, also diejenigen, die auf fein auslaufende Striche am Ende der Buchstaben verzichten, sind schlechter lesbar, wenn es sich bei der Textvorlage um viel Fließtext handelt. Das heißt, dass bei Zeitungen oder auch Büchern immer noch häufig die Garamond oder die Times New Roman (beides Schriftarten mit Serifen) verwendet werden, da diese dem Auge Orientierung bieten und weniger schnell zu Ermüdungserscheinungen führen.

Serifenlose Varianten sind einzig und allein deswegen entstanden, da früher die Monitore weitaus schlechter waren und die Serifenschriftarten beim Blick in den Monitor oft Buchstabenteile verschluckt haben. Doch auch das Gefühl spielt mit, denn Serifenschriften sehen meist weicher, emotionaler und menschlicher aus als die klaren, kalten, aber auch modernen serifenlosen Schriften. Auf Plakaten, großen Werbetafeln und in Überschriften findet man serifenlose Schriften noch heute.

So manch einer glaubt (mit Blick auf den Namen „Anschreiben“), dass sich eine Handschrift doch sehr gut machen würde. Lucida Handwriting ist eine dieser Handschriftarten, die vielleicht gut auf einem Flyer, auf einer Speisekarte oder auf Einladungskarten wirken, aber keinesfalls in einer Bewerbung auftauchen dürfen.

Und last but not least gibt es noch eine ganze Reihe an dekorativen Schriften, die leider eben so wenig in Bewerbungen zu suchen haben, obgleich sie durchaus kreativ zu sein scheinen. Für all die Produkte, die grafisch auffallen wollen, sind diese Schriftarten perfekt, doch nicht für den Lebenslauf, der inhaltlich auffallen möchte. Grundsätzlich gilt: Im Lebenslauf Schriftgröße und Schriftart so wählen, dass der Inhalt betont wird und nicht die äußere Form der Bewerbung.

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