Tipps zu Bewerbung Wohnung

Wir zeigen Ihnen, wie eine Wohnungsbewerbung aussieht.

Eine schöne und bezahlbare Wohnung ist ein echter Glücksgriff. Doch vor allem in Städten und in beliebten Wohngegenden ist sie schwer zu finden. Und wenn dann eine Wohnung frei wird, ist die Nachfrage groß.

Das hat das dazu geführt, dass in den letzten Jahren eine weitere Form der Bewerbung entstanden ist: die Bewerbung um eine Wohnung.

Gleichzeitig scheint die Wohnungsbewerbung immer mehr zur Normalität zu werden. Grund genug, dieses Thema einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, Zeugnisse und weitere Nachweise, und das Ganze ordentlich in eine chice Mappe einheftet: So kennen wir es von der Jobsuche. Doch die Bewerbung ist längst nicht mehr nur dort anzutreffen, wo es um die berufliche Zukunft geht. Stattdessen kommt es immer häufiger vor, dass sich auch Mieter um eine Wohnung bewerben müssen. Und auch wenn der Vermieter eine Bewerbung nicht ausdrücklich verlangt, kann sich der Mieter dadurch oft einen Vorteil verschaffen.

Nur: Wie sieht eine Wohnungsbewerbung aus? Wir erklären Ihnen, wie Sie mit einer ansprechenden Bewerbung punkten und sich mit ein bisschen Glück Ihre Traumwohnung sichern können.

Was spricht für eine Wohnungsbewerbung?

Mit den Wohnungsinseraten ist es ähnlich wie mit Stellenanzeigen: Vor allem in größeren Städten ist es nicht ungewöhnlich, dass sich 100 Interessenten und mehr melden. Wenn der Vermieter nicht wochenlang mit Wohnungsbesichtigungen beschäftigt sein will und aus einer Wohnungsbesichtigung auch keine Massenveranstaltung machen möchte, muss er eine Vorauswahl treffen.

Und eine schriftliche Bewerbung ist dafür ein gutes Hilfsmittel. Denn durch die Angaben und Infos kann er sich einen ersten Eindruck verschaffen. Er kann prüfen, welche Mieter überhaupt in Frage kommen. Verständlicherweise ist dem Vermieter nämlich daran gelegen, seine Wohnung jemandem zu überlassen, der die Miete pünktlich bezahlt und die Wohnung in Schuss hält. Außerdem möchte er, dass die Nachbarn in einem Mehrfamilienhaus friedlich zusammenleben. Und wie die Chancen dafür stehen, kann er aus Ihren Bewerbungsunterlagen entnehmen.

Doch auch wenn Sie in einer Kleinstadt oder sogar auf dem Land wohnen, werden Sie vermutlich nicht der einzige Bewerber für eine Mietwohnung sein. Die Konkurrenz ist hier zwar nicht so groß. Und bei einer handvoll Kandidaten wird eine Bewerbung eher nicht notwendig sein. Doch es wäre ärgerlich, wenn Ihnen ein anderer Bewerber Ihre Wunschwohnung vor der Nase wegschnappt.

Gerade in dieser Situation kann Ihnen eine aussagekräftige Wohnungsbewerbung deshalb einen echten Vorteil verschaffen. Denn wenn Sie dem Vermieter von sich aus alle wichtigen Informationen überreichen, wird er angenehm überrascht sein. Außerdem stellen Sie unter Beweis, dass Sie die neue Wohnung wirklich wollen. Der Vermieter wiederum wird daraus schließen, dass Sie die Wohnung pfleglich behandeln werden. Und wenn Sie sich schon die Arbeit machen, gewissenhaft eine Bewerbungsmappe zusammenzustellen, werden Sie die Miete vermutlich genauso gewissenhaft bezahlen. Das sind klare Argumente, die dafür sprechen, Sie als Mieter auszuwählen.

Wie sollte die Bewerbung für die Wohnung aussehen?

Für eine Wohnungsbewerbung gibt es keine festen Regeln oder bestimmten Normen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Ihre Angaben gegenüber dem Vermieter freiwillig sind. Natürlich hat der Vermieter ein großes Interesse daran, zu erfahren, wen er sich da ins Haus holt. Deshalb wird er Ihnen oft ein Formular überreichen, das Sie ausfüllen müssen. Dieser Vordruck nennt sich Selbstauskunft und fragt verschiedene Daten ab.

Doch was und wie viel Sie von sich preisgeben, entscheiden letztlich Sie selbst. Der Haken an der Sache ist nur, dass eben auch der Vermieter selbst entscheiden kann, an wen er vermietet. Und wenn Sie die Auskunft verweigern, wird er den Mietvertrag vermutlich mit einem anderen Bewerber schließen. Besser ist deshalb, wenn Sie mit offenen Karten spielen. Doch was heißt das nun für Ihre Bewerbung? Auf einen Lebenslauf mit Foto können Sie verzichten. Aber Sie sollten folgende Unterlagen zusammenstellen:

  • Anschreiben
  • Einkommensnachweise
  • Auskunft der Schufa
  • Kopie Ihres Personalausweises
  • Bescheinigung Ihres bisherigen Vermieters

Anschreiben

Das Bewerbungsschreiben nutzen Sie, um sich und Ihre Mitbewohner kurz vorzustellen. Außerdem erklären Sie, warum Sie diese Wohnung möchten und was Ihnen daran besonders gut gefällt. Daneben sollten Sie kurz erwähnen, warum Sie umziehen wollen. Ihr Anschreiben sollte also folgende Informationen enthalten:

  • Ihre Kontaktdaten
  • Namen und Alter aller Familienmitglieder, die in die Wohnung einziehen
  • berufliche Tätigkeiten
  • Höhe der monatlichen Einkünfte
  • Grund für den beabsichtigten Umzug
  • Begründung für Ihr Interesse an dieser Wohnung
  • Auflistung der hinzugefügten Anlagen

Wählen Sie bei Ihrem Anschreiben nach Möglichkeit eine persönliche Anrede. Es sei denn, Sie bewerben sich bei einer großen Gesellschaft. Dann ist es nicht notwendig, den Namen des zuständigen Mitarbeiters zu ermitteln. Achten Sie auf eine korrekte Rechtschreibung. Und formulieren Sie ansonsten höflich und sachlich. Wie so ein Anschreiben aussehen kann, zeigt Ihnen das Musterschreiben am Ende dieses Beitrags.

Einkommensnachweise

Ihr zukünftiger Vermieter möchte sich sicher sein, dass Sie die Miete bezahlen können. Das belegen Sie durch Einkommensnachweise. Sind Sie berufstätig, verwenden Sie dafür die Gehaltsabrechnungen Ihres Arbeitgebers. Die Abrechnungen der drei letzten Monate reichen dabei aus. Beziehen Sie Rente oder Sozialleistungen, kopieren Sie die entsprechenden Bescheide. Als Selbstständiger genügt es in aller Regel, wenn Sie den Einkommensteuerbescheid des Vorjahres vorlegen.

Tipp: Sind Sie Auszubildender oder Student, haben Sie oft ein ziemlich geringes oder gar kein geregeltes Einkommen. Gleiches gilt, wenn Sie Geringverdiener sind oder sich zum Beispiel mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten. Gut ist in solchen Fällen, wenn Sie einen Bürgen vorweisen können. Vielleicht können Ihnen ja Ihre Eltern oder eine andere Person eine Erklärung schreiben, dass sie im Ernstfall einspringen und die Miete bezahlen. Mit der schriftlichen Bürgschaft in der Hand muss der Vermieter keine Mietausfälle fürchten.

Schufa-Auskunft

Eine aktuelle Auskunft aus der Schufa-Datei ist Ihr Nachweis dafür, dass Sie zahlungsfähig sind. Und dass es um Ihre Zahlungsmoral im Allgemeinen gut bestellt ist.

Bei der Schufa können Sie eine sogenannte SCHUFA-Bonitätsauskunft anfordern, die speziell für die Weitergabe an Dritte gedacht ist. In dieser Auskunft sind nur Informationen enthalten, die der Vermieter braucht, um sich ein Bild von Ihrer Bonität machen zu können. Allerdings kostet diese Auskunft knapp 30 Euro. Wenn es Ihnen nichts ausmacht, ein paar Daten mehr preiszugeben, können Sie aber auch eine Datenübersicht nach § 34 BDSG anfordern. Sie enthält alle Informationen, die die Schufa über Sie gespeichert hat. Und die Datenübersicht ist einmal pro Jahr kostenlos.

Ausweiskopie und Führungszeugnis

Durch eine Kopie Ihres Personalausweises belegen Sie Ihre Identität. Sind Sie kein deutscher Staatsbürger, legen Sie der Bewerbung stattdessen eine Kopie Ihres Passes und Ihrer Meldebestätigung bei.

Wenn Sie es besonders gut machen wollen, können Sie auch Ihr polizeiliches Führungszeugnis in die Mappe packen. Vor allem bei älteren, privaten Vermietern können Sie damit oft Pluspunkte sammeln.

Vermieterbescheinigung

Bitten Sie Ihren jetzigen Vermieter um eine Bescheinigung, dass Sie bei ihm keine Mietschulden haben. Auf diese Weise schaffen Sie Vertrauen. Denn der neue Vermieter muss keine Angst haben, dass Sie nur deshalb weiterziehen, weil Sie keine Miete bezahlt haben und Ihnen die fristlose Kündigung droht. Ideal ist, wenn Ihnen Ihr aktueller Vermieter ein Referenzschreiben erstellt, in dem er Sie als angenehmen Mieter empfiehlt.

Können Sie keine Bestätigung einholen, können Sie Ihre pünktlichen Mietzahlungen auch anhand von Kontoauszügen aufzeigen. Oder Sie nennen dem neuen Vermieter einfach den Namen und die Kontaktdaten Ihres aktuellen Vermieters. So kann er bei Interesse selbst nachfragen. Holen Sie sich in diesem Fall aber sicherheitshalber das Okay für die Weitergabe der Kontaktdaten ein.

Und was mache ich mit den Bewerbungsunterlagen?

Haben Sie alle Unterlagen zusammen, heften Sie diese am besten in eine Mappe ein. Achten Sie dabei darauf, dass die Unterlagen ordentlich und die Kopien gut lesbar sind. Flecken, Eselsohren oder abgegriffene Seiten hinterlassen keinen guten Eindruck. Und der Vermieter könnte vermuten, dass es in Ihrer eigenen Wohnung genauso schmuddelig aussieht.

Wann Sie dem Vermieter Ihre Wohnungsbewerbung übergeben, hängt von der Situation ab. Teilweise müssen Sie die Bewerbung schon im Vorfeld einreichen. Das steht dann aber in der Wohnungsanzeige. Auch bei Wohnungsgesellschaften ist es üblich, dass Sie eine Bewerbung hinterlegen. Gleiches gilt, wenn Sie sich an einen Makler wenden. Ansonsten nehmen Sie Ihre Bewerbungsmappe zum Besichtigungstermin mit. Und wenn Ihnen die Wohnung gefällt, geben Sie dem Vermieter Ihre Mappe im Verlauf der Besichtigung oder bei der Verabschiedung.

Noch ein Tipp: Es kann etwas dauern, bis die angeforderten Auskünfte und Dokumente da sind. Doch auf der Suche nach einem neuen Zuhause müssen Sie mitunter schnell sein. Kümmern Sie sich deshalb frühzeitig um die Unterlagen. So ist sichergestellt, dass Ihre Bewerbung vollständig ist, wenn Sie in die heiße Phase der Wohnungssuche gehen.

Vorlage: Musterschreiben an den Vermieter

Damit Sie sich etwas unter dem Anschreiben vorstellen können, haben wir jetzt noch ein Muster für Sie, an dem Sie sich gerne orientieren können.

Sehr geehrte Frau/geehrter Herr Vermieter,

wir, die Eheleute Mustermann, möchten uns als Bewerber für die Wohnung XY vorstellen.

Max Mustermann ist 55 Jahre alt und arbeitet seit 2015 als Bürokaufmann bei der Spedition XY. Martina Mustermann, 53 Jahre alt, ist in Teilzeit als Verkäuferin im Supermarkt XY tätig. Das monatliche Familieneinkommen beläuft sich auf rund 4.000 Euro brutto.

Wir haben zwei erwachsene Kinder, einen 33-jährigen Sohn und eine 30 Jahre alte Tochter. Nachdem beide Kinder schon vor längerer Zeit aus dem elterlichen Nest ausgezogen sind und auf eigenen Beinen stehen, ist unsere jetzige Wohnung für uns zu groß geworden. Deshalb haben wir uns entschlossen, uns räumlich zu verkleinern.

Die von Ihnen ausgeschriebene Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung entspricht absolut unseren Vorstellungen. Durch die großen Fenster und den Holzboden wirkt sie sehr gemütlich. Besonders schön ist auch das Badezimmer mit Fenster. Doch das wahre Highlight ist der großzügige Balkon. Ein weiterer Vorteil für uns ist, dass der Supermarkt, in dem Frau Mustermann arbeitet, fußläufig zu erreichen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschriften

 

Anlagen
Gehaltsnachweise
Schufa-Auskunft
Ausweiskopien
Bescheinigung unseres aktuellen Vermieters 

41 Fragen aus dem Einstellungstest

41 Fragen aus dem Einstellungstest