Es gibt viele Gründe, eine neue berufliche Herausforderung zu suchen – und auch entsprechende Formulierungen, um diese Argumente ins Bewerbungsschreiben zu integrieren.

Alles neu macht der Mai. Dieses alte Sprichwort ist wohl allen bekannt. Natürlich ist der Monat nicht ausschlaggebend dafür, wann man sich beruflich neu orientieren sollte, jedoch gibt es zahlreiche andere Gründe, um sich neu zu orientieren. Welche dies sind und wie der Grund der Neuorientierung am besten im Bewerbungsschreiben formuliert wird, erfahren Sie in diesem Beitrag.

In Anbetracht der Zeit, die wir in einem durchschnittlichen Leben in der Arbeit verbringen, ist der Wunsch nach einem spannenden, motivierenden Arbeitsplatz, der Spaß macht, durchaus legitim. Dafür verwenden wir unsere Lebenszeit:

  • Für Schlafen verwenden wird 24 Monate und vier Monate unserer Lebenszeit.
  • 12 Jahre verbringen wir mit Fernsehen.
  • Ein Jahr und zehn Monate wird in die Bildung (Aus- und Weiterbildung) investiert.
  • Acht Jahre verbringen wir in der Arbeit.
  • 16 Monate verbringen wir bei Hausarbeiten wie Saugen und Wischen.
  • Vier Monate verbringen wir mit Computerspielen.

Gründe für eine berufliche Neuorientierung

Eine berufliche Neuorientierung ist oft der Kampf gegen den Stillstand.

Wie eingangs bereits erwähnt, gibt es zahlreiche Gründe, um sich beruflich neu zu orientieren. Die folgenden Gründe können auch als Argumente im Bewerbungsschreiben einfließen.

Grund für die berufliche NeuorientierungFormulierungshilfe
Wer darunter leidet, dass bei der aktuellen Beschäftigung zu wenige Aufstiegs- oder Weiterbildungsmöglichkeiten gegeben sind, diese aber für das eigene Selbstverständnis wichtig sind, könnte das wie folgt formulieren.„Ich bin ein neugieriger Mensch, der etwas erreichen muss, um glücklich zu sein. Dafür gebe ich im Beruf 100 Prozent. Nachdem ich aktuell für mich keine beruflichen Möglichkeiten mehr sehe, würde ich mich freuen, mich bei Ihnen künftig wieder voller Elan einbringen zu können.“Tipp: Die negativen Zeilen sollten entsprechend minimiert werden. Wichtiger ist es, zu erklären, dass Sie neugierig und motiviert sind – und dies auch beruflich ausleben möchten.
Decken sich die beruflichen Anforderungen nicht mit den eigenen Qualifikationen, kann dies leicht zur Unzufriedenheit führen. Wer überfordert ist, setzt seine Gesundheit aufs Spiel. Wer unterfordert ist, langweilt sind. Beides sind gewichtige Gründe für eine berufliche Neuorientierung.„Nach dreieinhalb Jahren bei meinem Arbeitgeber haben sich die Anforderungen und meine Möglichkeiten immer weiter entwickelt, allerdings ist die Schnittmenge deutlich geringer als noch zu Beginn. Auf der Suche nach einem Beruf, bei dem ich meine Stärken einbringen und meine Schwächen überwinden kann, bin ich auf Ihre Stelle aufmerksam geworden.“Tipp: Es schickt sich nicht, im Bewerbungsschreiben zu schreiben, dass Sie sich langweilen. Auch wenn Sie schreiben, dass Sie überfordert sind, könnte Ihnen dies negativ ausgelegt werden. Daher sollten Sie eine möglichst diplomatische Formulierung wählen.
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist Ihnen wichtig, lässt sich aber nicht mit ihrem Beruf vereinen, deswegen suchen Sie nach einer neuen, beruflichen Herausforderung. Dies können Sie auch im Bewerbungsschreiben so formulieren.„Während meiner zweijährigen Elternzeit hatte ich viel Zeit, mein berufliches Leben zu ordnen und kam (auch nach eingehenden Gesprächen) zu dem Schluss, dass ich bei meinem aktuellen Arbeitgeber nicht die Chance haben werde, Familie und Beruf zu vereinen. Dies ist strukturell bedingt – und erfordert von mir ein Umdenken sowie eine berufliche Neuorientierung. Gerne möchte ich mich vor diesem Hintergrund auf die von Ihnen ausgeschriebene Teilzeitstelle bewerben.“Tipp: Wichtig ist, Ihrem künftigen Arbeitgeber zu zeigen, dass Sie sich mit den Möglichkeiten auseinandergesetzt haben. Es darf nicht den Anschein haben, dass Sie nicht wollen oder gar, dass Sie Ihren aktuellen Arbeitgeber schlecht machen.
Das Arbeitsklima in Ihrem aktuellen Job ist derart unerträglich, dass es bereits Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden belastet. Dann ist es Zeit zu wechseln.„Aktuelle strukturelle Veränderungen bei meinem jetzigen Arbeitgeber haben zur Folge, dass ich dort nicht mehr mit vollem Einsatz meine geliebte Arbeit verfolgen kann. Da dies jedoch für mich persönlich sehr wichtig ist, möchte ich mich nun neu orientieren – und könnte die von Ihnen gestellten Anforderungen bestens bewerkstelligen.“Tipp: Auch hier ist Diplomatie gefragt. Sie müssen Ihren Wunsch-Arbeitgeber vermitteln, dass Sie zwar mit der aktuellen Arbeitssituation souverän umgehen, dies aber nicht bedeutet, dass Sie glücklich sind.
Die Branche, in der Sie tätig sind, ist unbeständig und die Angst, Ihren Arbeitsplatz zu verlieren oder kein geregeltes Einkommen zu erhalten, macht Ihnen zu schaffen. Auch dies kann ein Grund für eine berufliche Neuorientierung sein.„Wenn ich mich wohl und sicher fühle, dann kann ich gute Arbeit leisten. Da beides aufgrund der erschwerten wirtschaftlichen Bedingungen bei meinem aktuellen Arbeitgeber nicht möglich ist, möchte ich mich nun umorientieren. Mein Ziel ist es, einen sicheren Rahmen zu schaffen, der mir die Möglichkeit gibt, mich sorgenfrei zu entwickeln.“Tipp: Zu schreiben, dass Ihr Arbeitgeber nicht regelmäßig zahlt oder Sie gar zu wenig verdienen, ist im Bewerbungsschreiben fehl am Platz. Allerdings erklären Sie mit diesen Worten deutlich, was Ihnen im Beruf wichtig ist.
Die Phasen, in denen Sie sich nicht aufraffen können, zur Arbeit zu gehen, weil Sie die Arbeitssituationen belastet oder überfordert, mehren sich – und führten in der Vergangenheit schon zu massiven Fehlzeiten. Aktiv möchten Sie nun die Rahmenbedingungen ändern.„Wenn ich mich in meinen eigenen vier Wänden nicht mehr wohlfühle, dekoriere ich um. Das möchte ich nun auch in meinem beruflichen Leben tun. Deswegen möchte ich mich mit diesem Schreiben bei Ihnen um die Stelle als XXX bewerben.“Tipp: Natürlich ist diese Formulierung recht wage, jedoch wäre es fatal zu sagen, dass Sie am Rande einer psychischen Erkrankung stehen. Sinnvoller ist, mit einer beruflichen Neuorientierung neue Möglichkeiten zu schaffen.

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