Wer sich weiterbildet, darf diesen Vorsprung auch im Bewerbungsverfahren nutzen.

Wer eine Weiterbildung absolviert hat, sollte dies in jedem Fall bei der Bewerbung erwähnen. Je nachdem wie passgenau diese Weiterbildung auch zur angestrebten Stelle passt, darf die Formulierung ins Bewerbungsschreiben – oder die Weiterbildung wird einfach nur im Lebenslauf gelistet. Wer hingegen den Wunsch hegt, eine Weiterbildung in der Zukunft zu absolvieren, muss auf die Formulierung achten.

Eine kaufmännische Ausbildung im Büro haben viele absolviert. Wer hingegen eine Weiterbildung zum Fach- oder Betriebswirt abgeschlossen hat, hat beim Kampf um die Arbeitsstelle etwas mehr zu bieten – und muss dies natürlich auch entsprechend formulieren. Die schlichteste Variante ist dabei, die Weiterbildung im Lebenslauf zu dokumentieren. Dies ist auch dann eine übliche Variante, wenn die Weiterbildung zwar absolviert wurde, aber keine Anstellung ausgeführt wurde, die auf die Kenntnisse und Fähigkeiten dieser Weiterbildung aufbaut.

Bewerben Sie sich explizit auf eine Stelle, für die eine entsprechende Weiterbildung Grundvoraussetzung ist, können Sie die folgenden Formulierungshilfen nutzen:

  • „Die von Ihnen formulierten Anforderungen an Ihre künftigen Speditionskaufleute kann ich mit Fachwissen erfüllen, denn erst vor einem halben Jahr habe ich die Weiterbildung zum Fachwirt für Güterverkehr und Logistik abgeschlossen.“
  • „Nach 16 Jahren im regulären Tag- und Nachtdienst, habe ich mich für eine Weiterbildung entschlossen. In wenigen Wochen werde ich die Weiterbildung zur Pflegedienstleistung abschließen – und würde dann gerne in Ihrem Betrieb den Weg in die Praxis beschreiten.“
  • „Nach meiner Ausbildung zum Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik wurde ich von meinem Ausbildungsbetrieb übernommen und konnte wertvolle Erfahrungen in der Praxis machen. Nun möchte ich beruflich weiterkommen, deswegen habe ich eine Weiterbildung zum Elektromaschinenbaumeister begonnen, die mich befähigt, die von Ihnen ausgeschriebene Stelle auszufüllen.“

Nicht nur in technischen Berufen werden qualifizierte Fachkräfte gesucht.

Mitten in der Weiterbildung? Schreiben Sie das in Ihre Bewerbung

Beteiligt sich ein Unternehmen finanziell an der Weiterbildung eines Mitarbeiters, so ist dies in der Regel nur unter der Bedingung möglich, dass die Arbeitskraft dem Betrieb erhalten bleibt. Diese Regelung ist auch verständlich in Anbetracht der Tatsache, dass das Unternehmen nicht investieren würde, ohne einen Nutzen daraus zu ziehen. Beteiligt sich das Unternehmen hingegen nicht an der Weiterbildung, so kann sich der Arbeitnehmer auf frei in seiner Entscheidung fühlen, den Job zu wechseln – sowohl mitten in als auch am Ende der Weiterbildung. Mit den folgenden Worten können Sie dies Ihrem künftigen Arbeitgeber mitteilen.

  • Eigentlich backe ich ja Brötchen. Doch dann bin ich auf Ihre Stellenanzeige aufmerksam geworden, die genau die Qualifikation erfordert, die ich in rund einem halben Jahr auch via Abschlussprüfung belegen kann. Aktuell mache ich nämlich die Weiterbildung zum Techniker für Lebensmitteltechnik (mit Schwerpunkt Bäckereitechnik). Der Zugang war nicht immer leicht, weil es inhaltlich doch ein großer Sprung von der Anwendung der Geräte zur Überwachung, Optimierung, Wartung und Instandhaltung ist. Doch ich bin froh, dass ich mich dafür entschiede habe und freue mich über ein Vorstellungsgespräch in Ihrem Haus.“
  • „Schon als Kind war ich ständig damit beschäftigt, im Garten meiner Großeltern und Eltern umzupflanzen. Folgerichtig absolvierte ich nach der Realschule eine Ausbildung zur Gärtnerin. Nachdem ich nun Mutter zweier Töchter bin und seit einigen Jahren schon wieder in meinem gelernten Beruf arbeite, habe ich mich nun für die Weiterbildung zur Gärtnerin mit dem Schwerpunkt Garten- und Landschaftsbau entschieden. Da ich in meinem jetzigen Betrieb keine Möglichkeit habe, diesen Schwerpunkt auszubauen, würde ich mich freuen, während oder nach meiner Weiterbildung in Ihr Unternehmen wechseln zu können.“
  • „Aktuell absolviere ich eine Weiterbildung zur zahnmedizinischen Prophylaxeassistentin. Diese werde ich in drei Monaten beenden. Gerne richte ich schon heute meine Initiativbewerbung an Sie, um anzufragen, ob Sie Bedarf an einer qualifizierten Fachkraft haben.“

Weiterbildung gewünscht

Die meisten Unternehmen schreiben es sogar in Ihre Stellenanzeige „die Bereitschaft zur Weiterbildung ist erwünscht“. Dann haben Sie die besten Karten, um dem Unternehmen mitzuteilen, dass Sie ohnehin eine Weiterbildung anstreben – und diese auch gerne für oder zumindest im Betrieb absolvieren würden. Formulieren können Sie dies so:

  • „Nur zu schreiben, dass ich Interesse an einer Weiterbildung habe, fände ich persönlich zu flapsig. Da erkläre ich Ihnen doch lieber, dass die Anmeldeunterlagen eigentlich schon auf meinem Tisch liegen und ich die Weiterbildung im nächsten Herbst starten könnte. Sollen wir den Weg gemeinsam gehen?“
  • „Mein Ziel ist die Weiterbildung zum Industriemeister der Pharmazie. Da sich die Strukturen bei meinem jetzigen Arbeitgeber im Umbruch befinden, muss ich diesen Wunsch allerdings so lange zurückstellen, bis ich eine Anstellung gefunden habe, die mir den Joberhalt sichert. Gerne würde ich Ihnen in einem persönlichen Gespräch darüber berichten, was ich mir von der Weiterbildung verspreche.“
  • „Schon heute übernehme ich bei meinem aktuellen Arbeitgeber Aufgaben wie die Planung, Steuerung und Überwachung der Arbeitsprozesse in der Tierpflege und Tierhaltung. Gerne würde ich diese im Rahmen einer Weiterbildung zum Tierpflegemeister noch vertiefen. Möchten Sie mich auf dem Weg zur Fachkraft praktisch begleiten?“

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