Wer in Anbetracht dieser Frage erst einmal stutzt, weil er an Zeugniskopien und Zertifikate denkt, dem sei gesagt: Auch der Lebenslauf gehört zu den Anlagen einer Bewerbung – und so ist die Frage nach der Schriftgröße durchaus berechtigt.

Diese sollte der Staffelung 11-13-15 oder alternativ 12-14-16 folgen. Mehr zur Schriftgröße und anderen Richtlinien, lesen Sie in diesem Artikel.

 

 

Während das Kopieren von Zeugnissen und die Zusammenstellung dieser Anlagen noch vergleichsweise einfach zu sein scheint, geht’s bei der Erstellung des Lebenslaufes erstmals schon um die Typografie, die dem Layout und damit der Gesamtgestaltung einer Bewerbung zugerechnet wird. Daher sei nun einmal ein Mediengestalter dazu gefragt, wie er seine Bewerbungsmappe in punkto Typografie ausrichten würde. Sebastian hat nach seiner Ausbildung zum Mediengestalter für Digital und Print Grafikdesign studiert und weiß um die Wirkung von Schriften und Grafiken.

Nachdem nur die Wenigsten über grafische Fähigkeiten verfügen, möchten wir von dir heute in erster Linie Tipps dazu haben, was bei einer Bewerbung in punkto Typografie beachtet werden muss. Sebastian, was muss bei den Anlagen einer Bewerbung bei der Schriftwahl beachtet werden?

Sebastian: Beginnen wir mit dem Grundsätzlichsten: Eine Bewerbung muss ein einheitliches, ordentliches Erscheinungsbild haben. Das heißt, dass der Bewerber sich auf eine Schriftart beschränkt. Wer Variantenvielfalt liebt, der wählt eine Schriftart, die mehrere Schnitte anbietet (kursiv, bold, light), allerdings ist auch bei den Varianten Vorsicht geboten, denn die oberste Prämisse ist, dass die Bewerbung durch Vielseitigkeit nicht verwirrend wird.

Ist dann die Schriftart gar nicht entscheidend?

Sebastian: Doch, ist sie. Allein Microsoft Word hat an die 200 Schriftarten. Dass Symbole und dergleichen keinen Sinn machen, wird jedem klar sein. Individuell muss die Entscheidung dann zwischen Schriften mit Serifen und Schriften ohne Serifen fallen. Zu den Klassikern können Times New Roman, Georgia, Arial, Verdana und Calibri.

Eingangs hast du von Hervorhebungen gesprochen, die mit Bedacht gewählt werden sollen. Was gilt bei der Einfärbung von Schriften? Gut oder schlecht?

Sebastian: Im Bewerbungsschreiben sind farbige Schriften ein No-go. Im Lebenslauf werden sie ab und an gesetzt, aber üblich ist es nicht. Wenn überhaupt sind farbige Überschriften möglich, die im Ton zu den Layout-Elementen der Bewerbung passen.

Nun zum Hauptpunkt unserer kleinen Fragerunde: Welche Schriftgrößen werden in einer Bewerbung verwendet?

Sebastian: Eine Variation der Schriftgrößen ist die für das menschliche Auge schlichteste Möglichkeit, etwas hervorzuheben. Das heißt auch, dass diese Möglichkeit insbesondere bei Bewerbungen sehr beliebt ist, weil sie ordentlich und dennoch effektiv ist. Wer mit Schriftgrößen arbeitet, muss sich im Vorfeld bereits ein Schema zurechtlegen, welches durchgängig befolgt wird. In aller Regel wird ein Zweierschritt empfohlen. Das heißt, dass im Rahmen der Bewerbung die Schriftgrößen 11-13-15 oder 12-14-16 verwendet werden. Dann muss noch zugeordnet werden, welche Schriftgröße welche Funktion hat.

Eine Hilfe kann hierbei die folgende Tabelle bieten:

SchriftgrößeVerwendung in der Bewerbung
11 bzw. 12Die kleinste Schriftgröße wird für den Fließtext, den Haupttext der Bewerbung verwendet.
13 bzw. 14Teilüberschriften, Adressen und Datum können eine Stufe größer gemacht werden.
15 bzw. 16Hauptüberschriften können in dieser größten Schriftform gesetzt werden.
der Ausreißer:9 bzw. 11Ungeschriebenes Gesetz ist, dass sogenannte Randnotizen wie Fußnoten, Kopfzeilen, Fußzeilen und auch der Begriff „Anlagen“ im Bewerbungsschreiben gerne einen Zweierschritt kleiner gesetzt wird.
Tabelle jetzt downloaden

 

Welche weiteren Tipps gibt es, um den Lebenslauf – als Teil der Anlagen einer Bewerbung – ansprechend und solide zu gestalten?

Sebastian: Hier ist es besonders wichtig, diesen Teil der Anlagen einer Bewerbung ordentlich darzustellen. Der Einsatz von Tabulatoren ist – wenn das Schreiben in Word oder einem ähnlichen Programm erstellt wird – Pflicht. Würde man die Leertaste benutzen, um Abstände zum Beispiel zwischen den Daten und den Berufen zu setzen, würden die Berufsbezeichnungen nie exakt untereinander stehen und das heißt auch, dass die Bewerbung gleich auf den ersten Blick unordentlich wirkt. Ebenso wichtig ist, die Daten (Monat/Jahr bis Monat/Jahr) links zu setzen und auf dieselbe Zeile immer im gleichen Abstand weiter rechts die schulische oder die berufliche Position zu beschreiben.

Möchte man nun den Lebenslauf mithilfe von unterschiedlichen Schriftgrößen peppiger gestalten, was würdest du raten?

Alles richtig gemacht! Auf der rechten Seite der dreigeteilten Mappe befindet sich der Lebenslauf, der ins sich ebenfalls sehr ordentlich im Layout ist.

Eine Hervorhebung der beruflichen Positionen hätte in diesem Lebenslauf noch für entsprechende Highlights gesorgt, die auf den ersten Blick ins Auge gefallen wären.

Sebastian: Die Überschrift „Lebenslauf“ hat sicherlich die höchste Schriftgröße – als 15 oder 16 verdient. Die Überschriften der verschiedenen Untergliederungen (schulische Stationen, berufliche Stationen, …) sollten in der Schriftgröße 13 oder 14 gesetzt werden. Wem diese Hervorhebungen noch nicht genug sind, der kann beispielsweise neben die Daten (Monat/Jahr bis Monat/Jahr) die Berufsbezeichnung in fetten Buchstaben stellen. Das empfiehlt sich inhaltlich immer dann, wenn verschiedene Berufe absolviert wurden, denn der Blick des Personalreferenten wird klar darauf fallen. In meinem Lebenslauf – Ausbildung zum Mediengestalter – Studium des Grafikdesigns wirkt das gut. Wenn jedoch jemand in vier unterschiedlichen Firmen jeweils Industriemechaniker war, muss das nicht zwingend hervorgehoben werden.

Wäre alternativ zu den fetten Buchstaben auch eine andere Schriftgröße möglich?

Sebastian: Das scheint wohl jemand nicht richtig aufgepasst zu haben. Nein, das geht nicht, denn wenn alle Schriftgrößen habe ihre Funktion und sind für diesen jeweiligen Funktionsbereich auch reserviert. In der Übersetzung bedeutet das, dass ich in meiner Bewerbung die Worte „Mediengestalter“ und „Grafikdesigns“ auf die Ebene von „schulische Stationen“ hieven würde und das wäre letztlich nur verwirrend.

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