Wissen Sie, was diese junge Frau beruflich macht? Ist sie nun Designerin oder Mode-Bloggerin? Mode-Bloggerin! Und so zeigt sich: Es ist wichtiger die Tätigkeit zu beschreiben, als nur den Titel zu nennen.

Es ist zwar kein Geheimnis, aber dennoch muss an dieser Stelle einmal ganz deutlich gesagt werden: Personalreferenten sind Profis in der Personalsuche, -auswahl und all den Angelegenheiten, die bis zur Anstellung rechtlich zu bewerkstelligen sind. Das heißt aber noch lange nicht, dass Personalreferenten jeden Beruf kennen. Und genau daraus lässt sich ein wichtiger Tipp für Ihre Bewerbung ableiten: Werfen Sie dem Personalreferenten, an den Sie Ihre Bewerbung richten nicht nur Berufsbezeichnungen an den Kopf, sondern erklären Sie ihm in wenigen Worten, was Ihre derzeitige Tätigkeit charakterisiert. Das hilft ihm bei der Einordnung Ihrer Fähigkeiten und wirkt authentischer als die Titel auf Ihren Visitenkarten zu rezitieren.

Sie meinen es gibt gar nicht so viele unbekannte Berufe? Von wegen. Oder wissen Sie, was ein Bandagist, ein Orthopist, ein Schießhauer oder ein Bombologe ist? Und kennen Sie dann auch den Tätigkeitsbereich eines Thanatopraktikers? Zugegeben, wer einen dieser genannten Berufe beherrscht und sich auf eine branchenverwandte Stelle bewirbt, wird wahrscheinlich kaum für ein überraschtes Gesicht beim Personalreferenten sorgen, denn in der Branche sind diese Berufsbezeichnungen sicher bekannt. Allerdings muss gar nicht erst in der Kiste der Kuriositäten gekramt werden, um zu begründen, dass es wichtig ist, den Beruf näher zu erläutern, anstatt nur Berufsbezeichnungen aneinanderzureihen. Die folgenden drei Beispiele zeigen, wie’s geht.

Beispiel 1: Trendberuf Blogger

Mag sein, dass es heute noch unüblich ist, Blogger zu sein und sich als Profi eines Metiers auszugeben, doch bald wird wohl auch dieser Beruf öfter in den Bewerbungen zu lesen sein. Und genau mit diesem Beruf ist es wichtiger denn je, zu erklären, welches Thema bearbeitet wird. Lassen Sie sich von den folgenden Beispielen inspirieren:

  • „Mathias Winks ist mein großes Vorbild. Bereits zu Beginn des 21. Jahrhunderts hat er das Bloggen für sich entdeckt. Ich selbst betreibe seit drei Jahren einen Blog, der sich mit Modethemen und Lifestyle beschäftigt. Zu Beginn schrieb ich nur über fremde Mode, heute beschreibe ich meine eigenen Kreationen. Gerne möchte ich mich deswegen für die Ausbildung zur Modedesignerin bei Ihnen bewerben.“
  • „Meine Mutter betreibt einen Blog über Kinderernährung – und ich bin ihr jüngster Blogger. Bereits seit ich 12 Jahre alt bin, darf ich Essen auf Kinder- und Jugendfreundlichkeit testen und möchte mich nun auch beruflich mit dem Lebensmittelsektor beschäftigen. Gerne würde ich in Ihrem Betrieb die Ausbildung zum lebensmitteltechnischen Assistenten absolvieren.“

Beispiel 2: Das weite Aufgabengebiet des Fachverkäufers

Auch der Fachverkäufer hat einen Beruf, der nicht nur mit diesem einem Wort zu beschreiben ist, sondern auch gerade durch die Nennung des Spezialgebiets inhaltlich aufgewertet wird. Neben der inhaltlichen Spezialisierung ist darüber hinaus noch eine andere Tatsache von Bedeutung: Wer das Selbstverständnis hat, ein „Fachverkäufer“ (Nahrungsmittel, Textil, Kosmetik) zu sein, der empfindet sich selbst als Profi in seiner Branche. Wer sich als „Verkäufer“ bewirbt, lenkt den Fokus hingegen auf die verkäuferischen Tätigkeiten – und weniger auf die inhaltlichen. So könnte eine Formulierung aussehen:

  • „Ich arbeite als Fachverkäuferin für Drogeriewaren. Dieser Schwerpunkt gefällt mir insbesondere deswegen, weil ich mich nicht nur mit den Waren beschäftige, diese einräume und abkassiere, sondern weil ich die Kunden auch im Hinblick auf verschiedene Produkte beraten kann. Besonders viel Spaß macht mir dabei auch die Weitergabe von Schminktipps. Gerne würde ich mich in diesem Bereich spezialisieren und richte deswegen meine Bewerbung an Sie.“
  • „Ich liebe das Mountainbiken im Sommer und das Skifahren im Winter. Ja, ich bin ein sportlicher Typ und gerade deswegen macht mir der Verkauf von Sportartikeln nicht nur enorm viel Spaß, sondern ist auch für die Kunden wertig, denn regelmäßig teste ich neue Sportarten. Gerne würde ich künftig als Fachverkäufer für Sportartikel mit Ihnen neue Vertriebswege gehen.“

Beispiel 3: Neue Berufe werden geboren

Wer beispielsweise Metallbauer gelernt hat, sollte sagen, wenn er als Schweißer arbeitet – oder eher in der Personaldisposition in einer Metallbaufirma.

Wer einst noch den Beruf des Klempners ergriff, macht heute nicht selten die Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und der Kfz-Mechaniker ist heute ein ausgebildeter Kfz-Mechatroniker. Auch diejenigen, die eine Schlosserlehre anstreben, werden sich für die Ausbildung zum Metallbauer entscheiden und wählen zwischen den Fachrichtungen Konstruktionstechnik, Metallgestaltung und Nutzfahrzeugbau. Die Geburt neuer Berufe hat aber nichts damit zu tun, dass der Aufgabenbereich leichter fassbar ist. Ganz im Gegenteil. Meist gibt es zahlreiche Spezialisierungen, die sich erst im Berufsalltag herauskristallisieren. Diese Spezialkenntnisse muss der Personalreferent erklärt bekommen – und das funktioniert vielleicht so:

  • „Als gelernter Metallbauer mit dem Schwerpunkt Konstruktionstechnik bin ich in meiner derzeitigen Tätigkeit als Schweißer tätig. So füge ich alle einzeln gefertigten Bauteile zusammen. Dabei ist ein Höchstmaß an Präzision nötig. Gerne würde ich diesen Aufgabenbereich noch vertiefen und als Qualitätsmanager in Ihrem Betrieb diese wichtigen Arbeitsschritte fachmännisch überwachen.“
  • „Regelmäßig gibt es neue Anforderungen an den Energieverbrauch, die oft in der Energieeinsparverordnung festgeschrieben sind. Diese sind meine tägliche Lektüre, denn als Fachmann für Heizung, Klima und Sanitär ist mein Spezialgebiet die Inbetriebnahme von Heizungen. Dabei ist die Abstimmung der einzelnen Baugruppen ebenso wichtig, wie die Einstellwerte, die im gesetzlichen Rahmen einzuhalten sind. Gerne würde ich nun in Ihrem Betrieb die Seiten tauschen und weniger vor Ort an den Geräten schrauben, als vielmehr meine praktischen Erfahrungen in die Forschung und Innovation stecken.“

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