Nicht jede berufliche Ehe hält ewig. Manchmal ist es an der Zeit für Veränderungen.

Grundsätzlich ist es natürlich legitim, sich nach neuen beruflichen Aufgaben umzusehen – und sich vor diesem Hintergrund auf eine neue Stelle zu bewerben. Auch die Formulierung dieses Wunsches in der Bewerbung ist nicht verwerflich, nur gibt es einige Kleinigkeiten zu beachten – um nicht aus einer motiviert klingenden Suche nach neuen Aufgaben, eine Lästerei über die langweiligen Aufgaben beim aktuellen Arbeitnehmer werden zu lassen.

Nicht lästern. Nicht schimpfen. Nicht hetzen. Das ist im Grunde schon das erste Gebot – auch wenn der Wunsch nach neuen Aufgaben daher rührt, dass die aktuell übertragenen Tätigkeiten nicht besonders viel Spaß machen. Hier gilt: Als Bewerber müssen Sie diplomatisch sein – und dürfen niemanden schlechtmachen. Und auch der Grund ist denkbar einfach:

Wer negativ über Betriebe, Abläufe oder Personen spricht weckt beim potentiellen neuen Arbeitgeber auch die Angst davor, dass er selbst einmal auf dieser „Läster-Liste“ landen könnte – so jemanden möchte niemand im Betrieb haben.

Gute Formulierungen, wenn Sie neue Aufgaben auf dem Wunschzettel haben, sind diese:

  • „Ein wenig Wehmut liegt schon in jeder Bewerbung, die ich schreibe, denn bei meinem aktuellen Arbeitgeber habe ich eine sehr gute Ausbildung absolviert und wurde anschließend auch übernommen. Ich glaube nun, dass es an der Zeit ist, dass ich auch beruflich flügge werde – und möchte mich voller Elan auf neue Aufgaben in Ihrem Betrieb stürzen.“
  • „Im Grunde gehöre ich nicht zu den sprunghaften Menschen, sondern bin sesshaft, verantwortungsbewusst, solide und hänge sogar ein wenig am Alten. Hätte ich nicht das Fernstudium zum Ernährungsberater absolviert, hätte ich auch sicher weiterhin in der Krankenkasse gearbeitet – aber jetzt weiß ich: Ich möchte künftig in der Beratung tätig sein. Ihr Fitnessstudio bietet mir hier alle Möglichkeiten – und ich Ihnen im Gegenzug jede Menge Know-how aus beiden Berufen.“
  • „Nach dem Studium ein Projekt führen zu dürfen, war eine große Chance für mich, die ich gerne wahrgenommen habe. Im Lifecycle Management zu arbeiten, passt hingegen weniger zu mir, wie ich feststellen musste. Deswegen möchte ich mich heute bei Ihnen als Projektleiter bewerben – um wieder tagtäglich mit unvorhersehbaren Unwegbarkeiten konfrontiert zu werden und entsprechende Lösungen initiieren zu können.“

Gute Gründe, um nach neuen Aufgaben zu suchen

Wer im „alten Trott“ nicht glücklich ist, muss aich auf einen neuen Weg begeben.

Sicherlich gibt es eine Reihe an guten Gründen, um nach neuen Aufgaben zu suchen. Die folgende Tabelle zeigt einige davon – und nennt auch gleich die entsprechend passende Formulierung dazu:

Wer nach der Ausbildung im Ausbildungsbetrieb übernommen wird, kann sich zuerst einmal freuen, nicht auf Arbeitssuche gehen zu müssen. In manchen Betrieben allerdings bleibt man dann auch der „ewige Azubi“ – und es ist nach einiger Zeit Praxiserfahrung an der Zeit, sich nach neuen Aufgaben umzusehen.„Bei meinem aktuellen Arbeitgeber habe ich sowohl meine Ausbildung zum XXX als auch innerbetriebliche Weiterbildungen besucht. Nun habe ich meinem Vorgesetzten verraten, dass ich mich nach neuen Aufgaben bei einem neuen Unternehmen umsehe. Er hat mir zu einer Bewerbung bei Ihnen geraten. Gerne nehme ich hiermit den Tipp an.“
Ähnlich ist es nach dem Studium. Wer beispielsweise eine Abschlussarbeit im Betrieb geschrieben hat und anschließend übernommen wurde, sollte diese Startchance nutzen – allerdings ist dieser Job oft keine berufliche Ehe für die Ewigkeit.„Einen super Start ins Berufsleben hatte ich letztlich dadurch, dass ich durch meine Bachelorarbeit im Unternehmen bereits einige Praxiserfahrungen sammeln konnte. Darüber hinaus wurde ich nach dem Abschluss meines Studiums angestellt und hatte so einen reibungslosen Einstieg ins Berufsleben. Gerne möchte ich mich neuen Aufgaben widmen – und mich auch selbst mit einem neuen Betrieb, neuen Kollegen und neuen Herausforderungen messen. Deswegen richte ich heute meine Bewerbung an sie.“
Irren ist menschlich. Jobhopping ist verpönt. So lautet ein ungeschriebenes Gesetz in der Berufswelt. Das heißt auch: Wer in einer neuen Branche durchstarten will, muss dies erklären können und hat dann in der Regel keine Nachteile. Nur wer alle sechs Monate die Branche wechselt, kommt beim Personalreferenten nicht gut an.„Nach acht Jahren im Büro war mir klar: Ich muss raus. Da ich keine Vertriebspersönlichkeit bin, ist die Außendiensttätigkeit bei meinem aktuellen Arbeitgeber keine Option. Als Vorbereitung auf meine hoffentlich bald neuen Aufgaben habe ich einige Weiterbildungen im Bereich Beratung und Coaching absolviert und weiß nun: In diesem Bereich sollen meine neuen Aufgaben liegen.“

Lügen ist tabu

Die Suche nach den neuen Aufgaben klingt in der Bewerbung eigentlich immer gut. Nicht so gut ist diese Formulierung jedoch, wenn sie unstimmig oder gar gelogen ist. Bei den folgenden Situationen sollten sie auf eine Formulierung mit „neuen Aufgaben“ besser verzichten:

  • Wer arbeitslos ist, sucht nicht zwingend nach alternativen, neuen Aufgaben, sondern sucht erstmal wieder eine Stelle, die Lohn aufs Konto bringt. Hier passt die Formulierung nicht wirklich.
  • Wer keine Ahnung hat, was im neuen Job auf einen zukommt, sollte sich nicht auf die neuen Aufgaben freuen, denn das wirkt wie auswendig gelernt – und keinesfalls authentisch. Viel schlimmer noch: Ein cleverer Personalreferent könnte sogar nachfragen, welche Aufgaben Sie am meisten interessieren.

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