Ein ungewöhnlicher, aber keineswegs negativer Hintergrund für ein Bewerbungsfoto.

Ein pauschales „ja“ würde an dieser Stelle bedeuten, dass die Tore offen sind für Bewerbungsfotos im Garten, am Strand, beim Autoputzen usw. Doch das ist nicht die Idee, die dahinter steckt, wenn die Antwort auf die Frage, ob ein Bewerbungsfoto draußen erlaubt ist, „ja“ heißt. Damit ist nämlich vielmehr die Frage des Hintergrundes gemeint. Und dieser kann einfarbig, gemustert oder eben einer Location draußen nachempfunden sein. Welche Vor- und Nachteile es gibt, soll dieser Beitrag zeigen.

Wer nun glaubt, die Diskussion um den Hintergrund des Bewerbungsfotos sei nur verschwendete Zeit, weil doch der Bewerber im Fokus stehen sollte, macht einen entscheidenden Fehler: Er vergibt die Chance, den Bewerber durch den Hintergrund in ein entsprechendes Licht zu setzen. Dieses Beispiel soll verdeutlichen, was ein Hintergrund bewirken kann:

Stellen Sie sich das Bild einer Frau vor, die einen grauen oder schwarzen Hosenanzug trägt und dazu eine helle, aber nicht weiße Bluse. Die Haare sind adrett gekämmt, das Make Up ist dezent. Und nun setzen wir diese Bewerberin gedanklich einmal vor drei verschiedene Hintergründe:

  1. Der einfarbige Hintergrund in einer Farbnuance der Bluse wirkt ein wenig gewöhnlich. Mit dieser Bewerbung kann sich die Frau grundsätzlich auf alle Büroberufe bewerben. Besonders ins Auge stechen wird sie allerdings auch nicht.
  2. Wählt der Fotograf einen dunklen Hintergrund und lässt diesen direkt hinter der Bewerberin hell und spiralförmig zulaufen, wirkt das eindringlicher und vielleicht sogar ein wenig, als würde die Bewerberin förmlich „präsentiert“ werden, als wäre der Spot auf sie gerichtet. Durch die dunkle Grundstimmung wirkt die Frau sehr streng – und professionell, weshalb sich diese Form anbietet, um sich auf eine Führungsposition (inhouse) zu bewerben.
  3. Wäre im Hintergrund der Frau ein weichgezeichnetes aber pulsierendes Business- oder Stadtleben zu erkennen, bringt das Dynamik ins Bild und zeigt an, dass die Bewerberin beruflich am Puls der Zeit ist. Ideal ist diese Form des Bewerbungsfotos für Vertriebstätigkeiten.

Die Hintergrundvarianten in der Übersicht

Nach diesem Beispiel soll es nun noch einen Teil „zum Nachschlagen“ geben, denn die folgende Übersicht wird zeigen, welche Vor- und welche Nachteile der jeweilige Hintergrund mit sich bringt.

 VorteileNachteile
Einfarbiger HintergrundDer einfarbige Hintergrund ist der Klassiker, mit dem ein Bewerber auch dann nichts falsch machen kann, wenn er sich auf eine sehr seriöse Arbeitsstelle bewirbt (als Rechtsanwaltsfachangestellte oder als Verwaltungsfachangestellte beispielsweise).Klassisch bedeutet auch immer ein wenig langweilig, denn ein einfarbiger Hintergrund ist kein Hingucker in einer Bewerbung. Für „besondere“ Stellen (Führungsstellen oder Posten in der Kreativ- oder Medienlandschaft) sind einfarbige Hintergründe tabu.
Zweifarbiger HintergrundOft wird bei zweifarbigen Hintergründen mit Farbverläufen gearbeitet, die an einer bestimmten Stelle ein optisches Highlight setzen. Wie im beschriebenen Beispiel kann dies die Bewerberin sein. Ohne einen unruhigen Hintergrund zu kreieren, setzt ein zweifarbiger Hintergrund doch optische Highlights.Wer den zweifarbigen Hintergrund nachträglich hinter das Foto montiert und diese Form der Bildbearbeitung nicht perfekt beherrscht, verschandelt die Aufnahme eher, als dass er sie besser macht. Zudem muss das Highlight, das der Farbverlauf ermöglicht, auch sinnvoll gesetzt sein. Würde ein Farbverlauf in der linken oberen Ecke eines Bildes zusammenlaufen, würde das nur vom Bewerber ablenken.
Outdoor-HintergrundJede Form eines Hintergrunds mit Motiv bringt Dynamik ins Bild – dazu gehört der Outdoor-Hintergrund ebenso wie der Indoor-Hintergrund in einem langen Flur mit verschiedenen Lichtreflexen. Ein besonderer Vorteil ist immer, dass das Bild weniger künstlich wirkt, weil es scheint, als wäre es in der „Realität“ aufgenommen.Der Outdoor- (oder Indoor-) Hintergrund darf nicht zu unruhig werden, sonst wirkt die Aufnahme schnell unprofessionell. Ziel muss sein, eine dynamische Atmosphäre zu schaffen. Auch das Hintergrundmotiv muss wohlüberlegt sein. Die Bar mit Cocktails eignet sich eher weniger. Das Businessgebäude oder ein Hintergrundmotiv, das zum Beruf passt, ist hier besser.

Ein Fotoshooting draußen!?

Dieser Hintergrund eignet sich NICHT für ein Bewerbungsfoto, denn er sieht unprofessionell aus.

In der Regel wird es kein Fotoshooting draußen geben, denn in der Praxis wird der Bewerber vor einem sogenannten Greenscreen abgelichtet. So hat der Fotograf später die Möglichkeit, verschiedene Hintergründe hinter den Bewerber zu legen, ohne einen großen Bearbeitungsaufwand zu provozieren. Und das hilft nicht nur dem Fotografen, Zeit und Kosten zu sparen, sondern auch dem Bewerber, denn dieser kann sowohl eine Aufnahme mit klassischem, einfarbigen Hintergrund, als auch Aufnahmen mit verschiedenen vielfarbigeren Hintergrundvarianten auswählen – je nachdem auf welche Stelle er sich bewirbt und auch, vor welchem Hintergrund er authentischer wirkt.

Der Stellenwert des Bewerbungsfotos

… ist immer auch abhängig von der Branche und der Position. Die grundsätzliche Intention ist es, dem Unternehmen zu zeigen, wer sich bewirbt. Handelt es sich um eine besonders kreative Stelle oder einen Beruf in den Medien, so ist es sinnvoll, auch mehr Wert auf das Bewerbungsfoto zu legen. Die ultimativen Tipps heißen hier:

  • Querformat ist besser als Hochformat.
  • Ein dynamischer Hintergrund ist besser als ein statischer.
  • Eine pfiffige Pose ist individueller als ein bloßes Lachen in die Kamera.
  • Ein passendes Outfit macht mehr her als Anzug oder Kostüm.

Bildnachweis: Robert Kneschke/fotolia.com, Manuel Tennert/fotolia.com

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