2 vorstellungsgespräch erfahrungen

2 Vorstellungsgespräch Erfahrungen

Das Vorstellungsgespräch und der Ablauf. Für die meisten ist das eine ziemlich stressige Situation, in der sich entscheidet, ob man den Job bekommt, oder eben nicht. Wenn Sie sich gerade vor so einem Gespräch befinden, dann lesen Sie hier, wie das eigentlich abläuft. Und das gleich zweimal: entweder zu zweit, oder in der Gruppe. Sie erfahren, warum das Vorstellungsgespräch verschiedene Phasen hat und worauf es dabei ankommt. Damit sind Sie bestens gewappnet!

Wenn Sie eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, sei es auch zu einem zweiten Gespräch, in den Händen halten, ist das immer das erste Zeichen für eine erfolgreiche Bewerbung. Und damit ein Schritt hin für Sie zu der Firma, bei der Sie gerne arbeiten möchten. Auf die erste Euphorie nach der Einladung folgt aber nicht selten kurz vor dem Gespräch ein Gefühl der Unsicherheit.

Denn ein Vorstellungsgespräch oder auch ein zweites Vorstellungsgespräch ist eine Ausnahmesituation und hat das Potenzial, auch den selbstbewusstesten Bewerber nervös werden zu lassen. Schließlich müssen Sie den perfekten ersten Eindruck hinterlassen, Ihren Gesprächspartner überzeugen, Ihre Kompetenzen betonen. Und das alles, während Sie auch menschlich punkten wollen. Keine einfache Aufgabe. Besonders nicht, wenn Sie als Kandidat keine klare Vorstellung davon haben, was auf Sie zukommt.

Wenn Sie sich also bei einem Unternehmen beworben haben und nun zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen sind, ist es eine gute Idee, sich vorher über den Ablauf zu informieren. Und genau das können Sie hier tun!

Jedes Vorstellungsgespräch folgt einem Muster. Egal, ob Sie zu einem ersten Vorstellungsgespräch eingeladen sind, Ihr zweites Vorstellungsgespräch haben oder bereits in der dritten Runde sind. Dieses Muster ist in einzelne Gesprächsphasen unterteilt, in denen Sie durch bestimmte Verhaltensstrategien überzeugen können. Lesen Sie also, warum es sich lohnt, Tipps für die einzelnen Gesprächsphasen zu beherzigen. Sie werden sehen, sobald Sie eine klare Vorstellung von Ihrem Vorstellungsgespräch haben, wird es auf einmal viel leichter.

Vorstellungsgespräch Ablauf: Zwei Formen, ein Ablauf.

Die Form und das Forum des Gesprächs hängt meistens direkt mit der Größe des Unternehmens und Ihrer angestrebten Position zusammen. Gerade bei einer größeren Firma mit eigener Personalabteilung, oder bei einem Kandidaten, der sich für eine hohe Position beworben hat, wird am ersten Gespräch häufig ein Kreis aus mehr als zwei Personen teilnehmen. Ganz einfach aus dem Grund, weil mehr Personen Sie kennen lernen wollen. Wenn Sie sich dagegen bei einer kleineren Firma bewerben, befinden sich im Vorstellungsgespräch häufig nur Sie und der Personaler. Beide Formen haben für Sie als Kandidat Vorteile und Nachteile:

Das Vorstellungsgespräch zu zweit.

Diese Form, bei der Sie nur einen Gesprächspartner haben, ist die wohl bekannteste Form für Bewerber. Das Gespräch findet nur zwischen Ihnen und dem Personaler oder Ihrem zukünftigen Vorgesetzten statt. Dieser Rahmen hat für Sie den Vorteil, dass Sie sich nur auf eine Person konzentrieren müssen. Und nur eine Person des Unternehmens überzeugen müssen. Besonders, wenn es sich um Ihr zweites Vorstellungsgespräch handelt, ist diese Variante häufig.

Das Vorstellungsgespräch in der Gruppe.

Dieses Gespräch findet mit mindestens drei Personen statt. Meistens sprechen Sie mit dem Personaler und Ihrem zukünftigen Vorgesetzten. Besonders bei hohen Positionen können auch Personen aus dem Betriebsrat dabei sein. Der entscheidende Vorteil für Sie ist dabei, dass Sie direkt einen Einblick in das soziale Gefüge des Unternehmens bekommen. Außerdem haben Sie die Chance, mehrere Personen von sich zu überzeugen.

Für Sie als Bewerber haben also beide Formen Vor- und Nachteile. Der erste Tipp ist, die Vorteile zu nutzen, die Ihnen die jeweilige Gesprächsform bietet. Trotz der verschiedenen Formen, bleibt eines aber immer ähnlich: der Ablauf. Dieser unterteilt sich in fünf Phasen, von denen jede einzelne Chancen und Risiken birgt, die über Ihren Eindruck als Bewerber entscheiden.

Phase 1: Smalltalk. Der entscheidende erste Eindruck.

Die Begrüßung des Bewerbers und die ersten Worte finden immer in den ersten paar Minuten des Gespräches statt. Und diese Minuten sind auch die wichtigsten. In rund 20 Sekunden entscheidet sich spontan, ob Ihnen der Gesprächspartner sympathisch ist. Und andersherum ganz genauso. Ein Tipp für diese entscheidende Phase ist daher besondere Sorgfalt bei der Außenwirkung. Kleidung, Gestik, Mimik und Körpersprache. All diese Informationen sind in diesen Augenblicken entscheidender, als Ihre schriftliche Bewerbung oder die Wahl des richtigen Themas.

Je nachdem, ob Sie von einer oder mehreren Personen begrüßt werden, gibt es unterschiedliche Verhaltensweisen zu beachten:

Smalltalk zu zweit. Ihre Chance.

Bei der Begrüßung hat es Vorteile, nur zu zweit zu sein. In diesem Fall können Sie sich nämlich voll und ganz auf Ihr Gegenüber konzentrieren, ein wichtiger Baustein von erfolgreichem Smalltalk. Außerdem können Sie bei passender Gelegenheit eine Anekdote Ihrer Anreise erzählen und so eine angespannte Stimmung auflockern. Wenn das Eis einmal gebrochen ist, geht es entspannt in die nächste Runde.

Begrüßung in der Gruppe. Jeder ist wichtig.

Wenn Sie gleich von mehreren Personen aus der Firma begrüßt werden, können Sie sich freuen. Man hat wirklich Interesse an Ihnen. Wichtig ist hier besonders eins: Begrüßen Sie jeden, als wenn Sie nur mit dieser Person ein Gespräch hätten und nehmen Sie sich Zeit.

Phase 2. Aufwärmphase und Kennenlernen.

Im besten Fall besteht zu diesem Zeitpunkt schon Sympathie auf beiden Seiten, die erste Nervosität ist verschwunden und ein gemeinsames Thema wurde gefunden. Nun geht es für Sie als Bewerber in die nächste Runde. In der Kennenlernphase werden Ihnen typische Fragen gestellt:

  • Können Sie uns etwas von sich erzählen?
  • Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

Mit diesen Fragen möchte Ihnen das Unternehmen die Chance geben, Ihren beruflichen Lebenslauf zu vertiefen und von Ihrer Motivation zu sprechen. Ein wichtiger Tipp ist dabei: Wiederholen Sie nicht nur Informationen aus Ihrer Bewerbung und Ihrem Lebenslauf. Stattdessen sollten thematische Schwerpunkte zwar betont werden, aber der Fokus auf Ihrem persönlichen Wunsch liegen, für das Unternehmen zu arbeiten.

Daneben gibt es auch in dieser Phase Unterschiede, auf die Sie bei den zwei verschiedenen Gesprächsformen achten müssen.

Kennenlernen zu zweit.

Wenn Sie nur mit einer Person sprechen, können Sie sich einen Effekt zunutze machen. Den Chamäleon-Effekt. Im Prinzip geht es dabei darum, dass Ihnen Menschen am sympathischsten sind, die Ihnen ähneln. Dies verhält sich mit Ihrem Gegenüber genauso. Beobachten Sie Ihren Gesprächspartner also genau und versuchen Sie, sich ähnlich zu verhalten.

Kennenlernen in der Gruppe.

Versuchen Sie, bei Ihrer Antwort alle Teilnehmer der Gruppe mit einzubeziehen, indem Sie mit jedem Augenkontakt aufnehmen. Dabei ist eins immer besonders wichtig: lächeln! Das verändert nicht nur die Mimik, sondern auch Ihre Stimmlage.

Phase 3. Vorstellung des Unternehmens

Der inhaltliche Beitrag des Unternehmens ist ein wichtiger Bestandteil, besonders für Sie und Ihre Bewerbung. Zwar haben Sie sich bei Ihrer Vorbereitung auch schon über die Ziele und Möglichkeiten der Firma informiert, dennoch ist die persönliche Vorstellung ein gutes Forum für Sie, um weitere Informationen zu erhalten. Auch für Ihre Gesprächspartner ist diese Phase ein wichtiges Kriterium. Hier zeigt sich nicht nur, wie gut Sie zuhören können, sondern auch, wie gut Sie sich vorab informiert haben. Egal, in welcher Gesprächsform Sie sich daher befinden, die folgenden Tipps helfen Ihnen, auch in dieser Phase den besten Eindruck zu hinterlassen:

  • Machen Sie sich Notizen.
  • Werfen Sie inhaltlich passende Anmerkungen ein.
  • Hören Sie interessiert zu. Egal, wie lange es dauert.

Phase 4. Verhandlungen. Was stellen Sie sich vor?

In der Phase der Verhandlungen geht es außer beim zweiten Gespräch meistens nicht direkt um das Gehalt. Das Gehalt kann zwar auch eine Rolle spielen, aber es geht primär darum, ob Ihre Vorstellungen und die Vorstellungen der Firma zusammenpassen. Das fängt bei den Aufgaben an, erstreckt sich über die Rahmenbedingungen und hört beim Verantwortungsbereich nicht auf. Inhaltlich unterscheidet sich diese Phase immer. Auf der persönlichen Ebene dagegen gibt es universelle Ratschläge, die für diese Phase immer passend sind. Auch hier unterscheidet sich das je nach Form des Gespräches:

Verhandlungen zu zweit – Offenheit gewinnt.

Wenn Sie sich in dieser Phase des Gespräches nur zu zweit befinden, hat es oberste Priorität, Ihr Gegenüber nicht zu verunsichern. Auch, wenn Sie der Bewerber sind. Natürlich sind Ihnen bestimmte Rahmenbedingungen wichtig. Behalten Sie aber  trotzdem die lockere, offene Körpersprache aus der Begrüßungsrunde bei. Nur so kann Ihr neuer Arbeitgeber Sie als aufrechte und ehrliche Person wahrnehmen. Und das sind Eigenschaften, die jeder gerne in seinem Unternehmen sieht.

 Verhandlungen in der Gruppe – keine Pokerrunde!

Die Form des Gruppengespräches ist für Sie in dieser Phase nicht besonders angenehm, da Sie schließlich teilweise andere Forderungen als das Unternehmen haben und letztlich alleine damit stehen. Trotzdem gibt es auch hierfür einen Trick: Suchen Sie sich einen Verbündeten, in diesem Fall einen Gesprächsteilnehmer, der Ihnen auf Anhieb sympathisch war. Wenn Sie diese Person auch in dieser Frage für sich gewinnen können, haben Sie gute Karten. Auch wenn es sich dabei nicht um eine Pokerrunde handelt, denn Offenheit gewinnt auch hier.

Phase 5. Rückfragen. Ihre versteckte Chance.

In dieser letzten Phase schalten viele Bewerber ab und freuen sich über ihr gelungenes Gespräch. Das sollte Ihnen nicht passieren. Denn die Phase der Rückfragen ist für erfahrene Interviewer ein entscheidendes Mittel, wirklich interessierte Bewerber zu erkennen. Die Antwort darauf, ob Sie Rückfragen haben, sollte also immer positiv beantwortet werden. Egal, wie lange der Vortrag des Unternehmens gedauert hat. Egal, ob Sie Ihren Zug verpassen. Das ist Ihre Chance, den Job zu bekommen, weshalb Sie in diesem Gespräch sitzen. Kritische Fragen sind in dieser Phase heikel. Folgende Verhaltensweisen auf diese Frage sind dagegen gute Tipps, sowohl in der Gruppe, als auch im Gespräch zu zweit:

  • Nutzen Sie Ihre Notizen. Wenn Ihnen bestimmte Themen aufgefallen sind, dann ist jetzt der Zeitpunkt, sie noch einmal anzusprechen.
  • Stellen Sie Detailfragen. So zeigen Sie, dass Ihnen auch Kleinigkeiten nicht entgehen.
  • Betonen Sie weiterhin Ihre Motivation für den Job.
  • Erkundigen Sie sich nach dem weiteren Verlauf. Das Ende des ersten Vorstellungsgespräches ist ein guter Zeitpunkt, sich über die Möglichkeit von einem zweiten Vorstellungsgespräch in der zweiten Runde zu erkundigen.

Fünf erfolgreiche Phasen: So gehen Sie entspannt in Ihr Vorstellungsgespräch!

Auch wenn nicht jedes Bewerbungsgespräch nach dem gleichen Muster abläuft, so sind diese Phasen doch immer Hauptbestandteil. Sowohl im ersten Vorstellungsgespräch, als auch für ein eventuelles zweites Vorstellungsgespräch. Wenn Sie sich also fragen, was genau auf Sie zukommt, dann haben Sie mit diesem Ablauf einen guten roten Faden an der Hand, um sich erfolgreich vorzubereiten. Da hat Nervosität keine Chance mehr!

41 Fragen aus dem Einstellungstest

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