Um die Weichen auf Erfolgskurs zu stellen, muss die Dritte Seite der Bewerbung auf pfiffige Art und Weise Motivation zeigen.

„Ich bin sehr motiviert und die von Ihnen ausgeschriebene Stelle ist mein Traumjob.“

Wer diesen Satz auf die Dritte Seite der Bewerbung setzt, der sollte diese Seite besser beim Zusammenstellen der Bewerbungsmappe vergessen, denn dieser Satz wird nur eins bewirken: Dass der Personalreferent die Mappe ganz schnell wieder zuklappt.

Warum? Weil die Beschreibung der Motivation so nichtssagend ist wie ein leeres Blatt Papier. Dafür braucht der Bewerber noch nicht einmal einen Bewerbungsratgeber gelesen zu haben. Nun gut, genug gewettert. Die Dritte Seite der Bewerbung soll also Ihre Motivation zeigen – wie das geht, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Nachdem pauschale Tipps, wie ein Bewerber seine Motivation am besten ausdrückt, doch etwas schwer zu kreieren sind, sollen hier wieder einige konkrete Beispiele zeigen, wie die Motivation am besten in Worte gefasst werden kann. Dazu gibt es nun je ein Beispiel aus dem handwerklichen, dem kaufmännischen, dem kreativen und dem sozialen Bereich.

Ein Beispiel aus dem kreativen Bereich

Sina, 19, hat gerade das Abitur bestanden und möchte nun ein Duales Studium im Bereich Mediendesign absolvieren. Der potentielle Ausbildungsbetrieb wünscht sich ein Motivationsschreiben. So könnte das von Sina aussehen:

„Vermutlich haben Sie schon zigmal gelesen, wie Bewerber erzählt haben, dass sie bereits in der Grundschule gern gezeichnet haben. Mit diesen Geschichten möchte ich Ihnen nun nicht die Zeit stehlen. Zudem bin ich wohl das beste Beispiel dafür, dass man nicht immer zwingend auf die Grundschulzeit kucken muss. Damals habe ich meinen Wasserfarbkasten wahrlich gehasst. Dafür hatte ich im Gymnasium einen Spleen: Jedes Fach hat seine eigene Schriftart. Heute weiß ich, dass ich quasi damals schon meine ersten Schritte in Richtung Typographie gemacht habe. Ein Wort, das ich damals noch nicht mal hätte schreiben können. Buchstaben faszinieren mich bis heute. Mein Ziel ist, eine Schrift zu kreieren, die es noch nicht gibt – und die vielleicht sogar meinen Namen trägt. Um diesen Traum zur Profession werden zu lassen, möchte ich ein Duales Studium im Bereich Mediendesign machen – und am liebsten in Ihrer Agentur.“

Ein Beispiel aus dem sozialen Bereich

Hendrik, 22, hat nach seinem Realschulabschluss eine Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht. Heute sucht er nach einer Möglichkeit, sich beruflich neu zu orientieren. Menschen zu helfen soll dabei weiterhin im Fokus stehen, nur weniger im medizinischen als vielmehr im sozialen Bereich. Um weiterhin Geld zu verdienen möchte er die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger in Teilzeit machen.

„Ich bin Rettungssanitäter – und zwar mit ganzem Herzen. Zu Recht fragen Sie sich nun, warum ich mich bei Ihnen um eine Ausbildungsstelle zum Heilerziehungspfleger bewerben möchte und das möchte ich Ihnen mit diesem Schreiben gern erklären: Ich würde gerne weiterhin und vielleicht sogar bis zur Rente als Rettungssanitäter tätig sein, nur füllt mich dieser Beruf nicht mehr als Haupttätigkeit aus. Das heißt, ich bin auf der Suche nach einer neuen, hauptberuflichen Tätigkeit. Klar war mir dabei, dass ich weiterhin Menschen helfen möchte, aber keineswegs Medizin studieren will. So suchte ich nach einer Alternative und stieß auf die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger, die ich sogar in Teilzeit und damit nebenberuflich absolvieren könnte. Fortan stand mein Ziel fest: Um bis zur Rente Spaß an der dann wahrscheinlich ehrenamtlichen Tätigkeit als Rettungssanitäter zu haben, möchte ich mich beruflich zum Heilerziehungspfleger weiterbilden. Ist in Ihrem Team noch Platz?“

Ein Beispiel aus dem kaufmännischen Bereich

Benjamin, 18, wird in wenigen Monaten sein Abitur machen. Studieren will er nicht. Stattdessen möchte er seine Ausbildung in einem ganz besonderen kaufmännischen Beruf machen: Benjamin möchte Steuerfachangestellter werden.

„Einmal im Jahr ist für mich ein ganz individuelles Highlight – nicht etwa zu Weihnachten oder zu Ostern, sondern dann wenn meine Mutter die Ordner auspackt, auf dem Tisch verstreut und beginnt wie wild Zahlen in Masken zu tippen. Dann macht sie unsere Steuererklärung. Früher, da durfte ich die Formulare zum Kritzeln nehmen – und habe immer Zahlen in die Felder geschrieben. Heute durchforste ich Zeitungen nach Steuertipps. Der wenn auch theoretische Umgang mit Geld fasziniert mich. Schalterdienst in einer Bank allerdings ist nichts für mich – das habe ich während eines Praktikums erkennen müssen. Ich will mit Zahlen jonglieren und ja, ich möchte nach meiner Ausbildung zum Steuerfachangestellten eine Weiterbildung machen und so die Wartezeit bis zur Steuerberaterprüfung verkürzen. Hobbys? Ja, die habe ich auch. Ich bereite die Unterlagen meiner Großeltern, meines Onkels oder meiner Tante vor. Sie nennen es Ablage machen – ich nenne es Vorbereitung auf meinen Traumberuf: Steuerberater.“

Ein Beispiel aus dem handwerklichen Bereich

Tina, 23, hat eine klassische Mädchen-Lehre absolviert, wie sie selbst sagt. Sie ist Bürokauffrau und furchtbar unglücklich dabei, täglich nur am Schreibtisch zu sitzen und in den PC zu starren. In ihrem Garten hat sie eine kleine Holzfabrik aufgemacht. Sie fertigt Kinderspielzeug. Jetzt möchte sie diese Fähigkeiten professionalisieren – um endlich in ihrem Traumberuf als Schreinerei tätig zu sein.

„Gefällt Ihnen der Spielzeugzug aus Holz, den Sie auf dem obenstehenden Foto sehen? Ja? Dann nehmen Sie diesen doch als Werksprobe, denn diesen Spielzeugzug habe ich gefertigt. Ich weiß, dass ich als Frau nicht unbedingt die typische Kandidatin bin, um mich auf eine verkürzte Ausbildung zur Schreinerin zu bewerben, aber ich weiß nun, wie ich mein Hobby zum Beruf machen kann. Der positive Nebeneffekt: Ich kann meinen PC-Arbeitsplatz gegen eine nach Holz riechende Werkstatt tauschen. Weibliche Unterstützung gefällig? Dann würde ich mich freuen, Sie persönlich kennenlernen zu dürfen.“

Bildnachweis: Coloures-pic/fotolia.com, Gina Sanders/fotolia.com

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