Dieser Beitrag verrät, was eine Bewerbungsmappe hochwertig macht.

Eins vorweg: Kompletter Ramsch wird nur äußerst selten angeboten in den Zeitschriftenläden. Das könnten sich die Fachhändler auch nicht leisten, denn schließlich stehen Sie ohnehin in harter Konkurrenz zu Online-Anbietern und sogar Discountern, die regelmäßig Büroartikel anbieten. Auch wenn Sie beim Fotografen die Möglichkeit haben, Bewerbungsmappen beim Anfertigen Ihres Bewerbungsfotos gleich mit zu erwerben, können Sie das in der Regel getrost tun. Der Vorteil eines Kaufs im realen Laden ist nämlich, dass Sie die Mappe anfassen können – und Sie werden es kaum glauben, aber bei der Bewerbungsmappe entscheidet auch das Gefühl. Bestellen Sie online, sollten Sie auf Markenprodukte setzen und einen Blick auf die Bewertungen werfen, um herauszufinden, ob nicht nur das Produktfoto hochwertig ist, sondern auch die Bewerbungsmappe hochwertig verarbeitet wurde.

1.) Genau das eingangs erwähnte „Anfass-Gefühl“ ist bei Bewerbungsmappen aus Karton besonders gut, denn Pappe ist wärmer und weicher – wohingegen Plastik rutschig, kalt und fast schon ein wenig billig wirkt. Ein erstes Detail, das eine Bewerbungsmappe hochwertig macht, ist also das Material. Und wer die freie Wahl hat, sollte hier Pappe bevorzugen (und setzt damit zugleich auf ein nachhaltiges Produkt, denn Pappe ist aus Umweltsicht betrachtet in jedem Fall wünschenswerter als die Plastikvariante).

2.) Nachdem wir uns nun gedanklich auf eine Bewerbungsmappe aus Pappe gestürzt haben, sei an dieser Stelle noch ein weiteres Detail erläutert: Achten Sie auf eine ordentlichen Pappenstärke. Bedenken Sie: Für das Papier, auf das Sie Ihre Bewerbungsunterlagen drucken, wird eine Papierstärke zwischen 80 und 100 Gramm empfohlen (je hochwertiger die Bewerbungsunterlagen wirken sollten, desto höher sollte auch die Grammatur sein). Zu leicht darf dann die Pappe der Bewerbungsmappe nicht sein, damit die Bewerbungsmappe hochwertig bleibt und nicht etwa total instabil erscheint.

3.) Mit Blick auf die Klemmschienen trennt sich bei Bewerbungsmappen wahrlich die Spreu vom Weizen, denn wenn diese nicht elastisch und stark zugleich sind, dann werden Sie keine Spaß beim Befüllen der Bewerbung haben und der Personalreferent wird keinen Spaß beim Durchblättern Ihrer Bewerbungsunterlagen haben. Achten Sie also darauf, dass Sie entweder eine durchgängige Klemmschiene haben oder eine mittig positionierte, die etwas ausladender ist. Beides lässt sich noch immer gut handeln. Auch die maximale Seitenanzahl, die diese Mappe umfasst, ist ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Kauf einer hochwertigen Bewerbungsmappe. Achten Sie dabei auf die Grammaturangabe. Ist Ihre Mappe für 20 Seiten mit 80-Gramm-Papier ausgelegt, haben Sie entsprechend weniger Platz, wenn Sie 90 oder gar 100 Gramm Papier nutzen. Tipp: Um Ihre Bewerbungsunterlagen in die sehr edle, durchgängige Klemmschiene zu packen, können Sie einen Trick anwenden. Falten Sie ein Blatt, so, dass Sie alle Ihre Dokumente dort einlegen können. Das erleichtert das Einfädeln des Dokumentenpacks in die Klemmschiene. Anschließend können Sie das „Hilfsblatt“ wieder vorsichtig herausziehen.

4.) Mit Blick auf das Attribut „hochwertig“, kann auch leicht der Preis für eine Bewerbungsmappe in die Höhe schnellen. Zumindest haben Psychologen, die sich mit dem Kaufverhalten beschäftigt haben, herausgefunden, dass Konsumenten tendenziell mehr Geld ausgeben, wenn die Ware als „hochwertig“ angepriesen wurde. Für eine hochwertige Bewerbungsmappe (dreigeteilt) können Sie mit circa drei bis fünf Euro rechnen. Günstiger kann es werden, wenn Sie ein größeres Sammelpaket kaufen, teurer wird es indes, wenn Sie spezielle Sonderwünsche an die Bewerbungsmappe stellen. Ist der Umschlag aus Leder oder Leinen, wird die Mappe teurer. Auch eine Kantenfolie kann die Mappe teurer machen. Für viele Personalreferenten sind diese „Teuermacher“ eine übertriebene Ausstattung einer Bewerbungsmappe. Setzen Sie auf gut verarbeiteten Standard. Dann treffen Sie eine gute Wahl.

Wer auf diese Bewerbungsmappe im selben Stil des Schriftzugs den Namen aufdrucken lassen würde, hätte im Handumdrehen eine individuelle Form der Bewerbung.

Wer auf diese Bewerbungsmappe im selben Stil des Schriftzugs den Namen aufdrucken lassen würde, hätte im Handumdrehen eine individuelle Form der Bewerbung.

5.) Individualität kostet in jedem Fall mehr, kann aber auch zu einer sehr hochwertigen Bewerbungsmappe führen. Das heißt: Wer sich auf die Bewerbungsmappe seinen Namen eingravieren, eindrucken oder aufstanzen lässt oder sich dafür entscheidet, dass das Bewerbungsfoto nicht wie üblich auf dem Deckblatt, sondern auf der Mappe positioniert sein soll, der muss mit höheren Kosten rechnen. Allerdings kann er sich dann auch mit einer extravaganten und durchaus eindrucksvollen Bewerbungsmappe präsentieren. Das ist jedoch im Einzelfall abzuwägen, ob es zum Beruf und auch zur Position passt. Günstiger ist eine Bewerbungsmappe im Querformat. Auch sie hebt sich in jedem Fall von der Masse ab.

Hochwertig oder ordentlich?

Nach den detaillierten Ausführungen darüber, was eine Bewerbungsmappe hochwertig macht, haben wir noch gar nicht die Frage gestellt, ob der Personalreferent eher auf eine hochwertige oder auf eine ordentliche Bewerbung achtet. Seine erste und damit auch wichtigste Forderung an eine Bewerbungsmappe lautet: Die Mappe muss ordentlich sein und die Unterlagen des Bewerbers gut zusammenhalten. Also gilt auch hier, wie bei einigen anderen Details im Bewerbungsverfahren: Es wird kaum auffallen, wenn Sie mehr Geld in die Bewerbungsmappe investieren, damit diese besonders hochwertig aussieht. Wenn Sie allerdings eine Bewerbungsmappe einreichen, die verknittert oder gar dreckig ist, bei der die Klemmschiene gebrochen ist oder die anderweitig schäbig wirkt, haben Sie verspielt. Warum? Weil der Personalreferent davon ausgehen muss, dass Sie selbst so unordentlich sind, wie Ihre Bewerbungsmappe, und, dass Sie Ihre Arbeit ebenso unordentlich ausführen. Solche Mitarbeiter möchte natürlich kein Arbeitgeber im Unternehmen haben.

Bildnachweis: abcmedia/fotolia.com, Denis Junker/fotolia.com

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