Wie sieht das perfekte Bewerbungsfoto eines Handwerkers aus?

Diejenigen, die sich auf einen handwerklichen Beruf bewerben, haben es in gewisser Weise einfacher, denn sie müssen weniger explizit auf einen strengen Dresscode achten und wirken oft natürlicher. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie sich mit ungewaschenen Haaren und 0-8-15-Hemd ablichten lassen sollten. Auch im Handwerk gilt: Der Bewerber muss ordentlich aussehen. Auf was es beim Bewerbungsfoto ankommt, soll dieser Beitrag klären.

Was sind eigentlich die beliebtesten handwerklichen Berufe?

Mit Blick auf das Jahr 2014 sollen nun zunächst einmal die Top-10 der beliebtesten Handwerksberufe vorgestellt werden, schließlich muss zunächst einmal klar werden, um wessen Dresscode dieser Beitrag sich nun kümmern soll. (Quelle: Deutsche Handwerkszeitung)

  1. Auf Platz 1 der beliebtesten Handwerksberufe 2014 lag der Kraftfahrzeugmechatroniker. Diese Berufsgruppe ist vor allem in männlicher Hand. 95,4 Prozent der Azubis sind junge Männer. Hier könnte der Tipp „schaut in den Berufsalltag und kreiert ein entsprechendes Outfit“ fatal sein, denn Kraftfahrzeugmechatroniker werkeln in der Latzhose, in Arbeitskluft und haben regelmäßig ölverschmierte Hände und Kleidungsstücke. Das ist also nicht das passende Outfit für das Bewerbungsfoto, also gilt: Ein ordentliches T-Shirt, ein Polo-Shirt oder ein sportliches Hemd passen gut zum Beruf und lassen sich gut zur ordentlichen Jeans kombinieren.
  2. Platz 2 ist mit 97,8 Prozent ebenfalls ein überwiegend männlich besetzter Beruf. Über 12.000 Jugendliche entschieden sich im Jahr 2014 für die Ausbildung zum Elektroniker. Auch in diesem Beruf wird vornehmlich Arbeitskleidung getragen, was natürlich nicht fürs Bewerbungsfoto gilt. Auch hier ist ein sportliches, ordentliches Outfit eine gute Wahl fürs Bewerbungsfoto.
  3. Rang 3 ist belegt mit einem ganz typischen, männlichen Beruf (98,4 Prozent der Azubis waren junge Männer): dem Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. In der Praxis sieht man sie oft mit kariertem Hemd und Latzhose. Wer die Latzhose gegen eine ordentliche Jeans tauscht, darf auch mit kariertem Hemd auf das Bewerbungsfoto.
  4. Um die ersten drei Plätze auszugleichen, kommen jetzt die weiblichen Azubis an die Reihe, die sich mehrheitlich für die Ausbildung zur Friseurin entschieden haben. Sie dürfen beim Bewerbungsfoto sehr kreativ werden. Da es in ihrem Job im weitesten Sinne auch um Beauty, Mode und Styling geht, wird besonders viel Wert auf Frisur und Make Up gelegt. Als Oberteil wird häufig ein modernes Shirt getragen, das gerne farbig sein darf.
  5. Und auch auf Platz 5 steht ein klassischer Frauenberuf. Die Ausbildung zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk absolvieren 87,6 Prozent weibliche Azubis. Und der Dresscode: Zusammengebundene Haare sind hier wichtig, denn im Umgang mit Lebensmitteln muss die Mähne gebändigt werden. Ein dünner Pullover oder ein schönes Shirt können hier als Oberteil gewählt werden.
  6. Zurück zu den Männerberufen. Von den 7.716 Jugendlichen, die sich für die Ausbildung zum Tischler entschieden haben, sind 88 Prozent männliche Azubis. Und diese dürfen auf ihrem Bewerbungsfoto ein ordentliches T-Shirt oder einen Pullover tragen. Auch weibliche Azubis sind damit passend gekleidet.
  7. Für den Mechatroniker, der auf Rang 7 rangiert, gilt derselbe Dresscode wie für den Kraftfahrzeugmechatroniker: Ein ordentliches T-Shirt, ein Polo-Shirt oder ein sportliches Hemd passen gut und kleiden die hauptsächlich männlichen Bewerber auch auf dem Bewerbungsfoto gut.
  8. Maler und Lackierer, die auf Platz 8 im Ranking liegen, sollten besser nicht in ihrer Malerkluft aufs Foto, denn sie sind nicht selten voller Farbe. Der Dresscode fürs Bewerbungsfoto heißt: Leger und ordentlich muss es sein. Ob T-Shirt oder Pullover ist hier ganz gleich.
  9. Angehende Zerspanungsmechaniker können sich in punkto Dresscode etwas beim Mechatroniker abschauen. Ein sportliches, ordentliches Outfit ist für das Bewerbungsfoto absolut in Ordnung.
  10. Platz 10 geht an den Elektroniker für Betriebstechnik, der sich natürlich ebenso kleiden darf wie seine Elektroniker-Kollegen (auf Rang 2).
  11. Nur unwesentlich dahinter liegt der Metallbauer, der auch mit einem Bewerbungsfoto punkten kann, auf dem er ein ordentliches Hemd, einen ordentlichen Pullover oder etwas Ähnliches trägt – und sich so als authentischer Handwerker präsentiert.

Zur Interpretation des Rankings

Dieses Outfit ist durchaus angebracht für die Bewerbung eines Handwerkers.

Die soeben erläuterte Hitliste macht gleich mehrere Dinge deutlich: Erstens liegt das Handwerk noch immer sehr fest in männlicher Hand, was bedeutet, dass es immer noch kaum weibliche Auszubildende in handwerklichen Berufen gibt (Friseurinnen und Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk einmal abgesehen) und zweitens müssen Bewerber für einen handwerklichen Beruf definitiv nicht zum Shoppen gehen, bevor sie sich fürs Bewerbungsfoto ablichten lassen, denn im Handwerk darf man sich noch am ehesten authentisch zeigen.

Grundsätzlich aber müssen auch die Handwerker von morgen ermahnt werden: Authentisch heißt nicht schlampig, sondern leger und ordentlich. Das T-Shirt muss gewaschen und gebügelt sein, die Haare sind frisch gewaschen und der Bart ist (falls vorhanden) zumindest ordentlich gestutzt. Die Gewinnerin in Sachen Kreativität wird in jedem Fall die Friseurin sein, die in punkto Outfit und auch Styling aus den Vollen schöpfen darf. Aber Achtung: Auch Friseurinnen sollten sich nicht als wandelnder Schminkkasten bewerben, sondern als stilbewusste Trendsetter, die wissen was in ist und wissen, wie das Thema attraktiv (und nicht übertrieben) präsentiert wird.

Bildnachweis: Robert Kneschke/fotolia.com‚ Edler von Rabenstein/fotolia.com

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