Azubis gesucht!Zugegeben, wohl kaum ein Auszubildender würde von sich aus behaupten, dass sein individueller Werdegang eine Dritte Seite einfordert. Wenn ein junger Mensch bei der Bewerbung um eine Ausbildungsstelle vor der Aufgabe sitzt, eine Dritte Seite seiner Bewerbung beizufügen, dann hat das in aller Regel etwas mit dem künftigen Ausbildungsbetrieb zu tun. Denn wenn dieser von den potentiellen künftigen Auszubildenden ein Motivationsschreiben fordert, ist dafür Platz auf der Dritten Seite der Bewerbung. Doch was soll drauf?

Auch bei der Bewerbung um eine Ausbildung zählt Einfallsreichtum und Kreativität – insbesondere dann, wenn der Ausbildungsbetrieb um ein sogenanntes Motivationsschreiben (übersetzt: eine Dritte Seite) bittet. Entscheidet sich ein Ausbildungsbetrieb (oder ein Unternehmen ganz allgemein) dazu, ein Motivationsschreiben einzufordern, so bedeutet das übersetzt:

Legt euch ins Zeug, Bewerber! Wir bekommen etliche Bewerbungen und nur durch das Motivationsschreiben könnt ihr euch von der Masse abheben.

Auch das Motivationsschreiben eines künftigen Auszubildenden ist dreigeteilt und umfasst:

  • eine kreative Überschrift, die Spannung erzeugt
  • einen Hauptteil, der kurz gehalten ist und dennoch aussagekräftig ist
  • Ort, Datum und Unterschrift des Bewerbers

Beispiele für die Top-3-Ausbildungsberufe

Das Bundesinstitut für Berufsbildung erhob zum 30. September 2014 die Top-10 der Ausbildungsberufe – allgemein, bei Männern und bei Frauen. Grund genug für die heiß umkämpften Top-3-Berufe ein kleines Motivationsschreiben für die Dritte Seite als Beispiel zu verfassen.

Das sind die 10 beliebtesten Ausbildungsberufe bei den Männern.

Top10-D-Frauen

Dies sind die Top-3-Ausbildungsberufe bei den Männern

RankingAusbildungsberufKurztext für Dritte Seite
1KraftfahrzeugmechatronikerIn den letzten zwei Schuljahren wurde mir immer klarer: Ich muss endlich in die Praxis. Praktika waren meine Welt – und auch meine Chance, um mich in all den Berufen zurechtzufinden. Am Anfang waren für mich alle Berufe annähernd gleich. Nur eins war klar: Es sollte die Fahrzeugbranche werden. Doch erst nach einem Praktikum als Metallbauer mit Fachrichtung Nutzfahrzeugbau, einem Praktikum als Karosserie- und Fahrzeugbauchmechaniker und einem Praktikum als Kraftfahrzeugmechatroniker im Bereich Nutzfahrzeugbau war mir klar, dass ich Kraftfahrzeugmechatroniker werden möchte. Ob mir der kaufmännische Bereich nicht liegt? Zugegeben, ich habe auch in einem Automobilhandel ein Schnupperpraktikum gemacht, aber dieser Beruf war mir zu wenig produktiv. Deswegen würde ich mich freuen, nach meinem Schulabschluss in Ihrem Betrieb eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker machen zu dürfen.
2IndustriemechanikerIch erinnere mich noch an das Gespräch mit meinen Eltern über meinen Berufswunsch. Damals erklärte ich ihnen, am liebsten wäre mir ein Beruf, bei dem ich das professionell erlernen kann, was ich privat gerne tue – und das ist Tüfteln und Schrauben. Immer wenn meiner Mutter eine Küchenmaschine kaputt gegangen ist, war das für mich eine helle Freude – denn ich konnte sie zerlegen, nach dem Fehler suchen, diesen (fachmännisch oder improvisiert) beheben und die Maschine so wieder in Gang bringen. Mit dieser Beschreibung meines „Traumberufes“ kam bei den Berufsinformationstagen der Ausbildungsberuf „Industriemechaniker“ heraus. Und für mich war klar: Ich musste wissen, was sich praktisch dahinter verbirgt. Ich absolvierte drei Praktika in drei verschiedenen Betrieben – um auch wirklich sicher zu sein, dass ich in diesem Beruf glücklich werden kann. Mein Resümee: Ja, ich kann. Geben Sie mir die Chance dazu, den Beruf zu erlernen?
3Kaufmann im EinzelhandelWenn ich ehrlich bin, traue ich mich oft nicht, darüber zu sprechen, was mich am Beruf des Kaufmanns im Einzelhandel so reizt, aber Ihnen verrate ich es. Der junge Mann an der Kasse unseres Supermarkts ist schon fast mein heimlicher Held. Er kann nämlich meiner Meinung nach weit mehr als nur Waren übers Band ziehen. Ich habe genau beobachtet, wie er der alten Dame half, das Mehl aus dem obersten Regal zu holen und wie er dem Rentner, der die Brille vergessen hatte, zeigte, welcher Joghurt für Diabetiker geeignet ist. Zudem räumt er akribisch genau die Waren ins Regal. Und das alles möchte ich auch lernen – daher möchte ich mich bei Ihnen um die Ausbildung als Kaufmann im Einzelhandel bewerben.

 

Dies sind die Top-3-Ausbildungsberufe bei den Frauen

RankingAusbildungsberufKurztext für Dritte Seite
1Kauffrau für BüromanagementMeine Mutter ist gelernte Bürokauffrau. Manchmal darf ich nach der Schule zu ihr, wir essen zusammen und anschließend darf ich bei ihr Hausaufgaben machen, während sie arbeitet. Ich mag das Büro, ich fühle mich dort wohl und ja, je mehr ich davon mitbekam, was meine Mutter den ganzen Tag arbeitet, desto mehr Interesse hatte ich an dem Beruf. Als ich das der Berufsberaterin erzählte, die zu uns in die Schule kam, legte sie mir eine lange Liste an Jobbeschreibungen vor. Zunächst konzentrierte ich mich auf die klassischen kaufmännischen Berufe. Für den Fachbereich audiovisuelle Medien war ich zu unkreativ – das wusste ich schnell. Für Dialogmarketing war ich zu wenig Verkäuferin und zu Groß- und Außenhandel hatte ich nur wenig Bezug. Deswegen entschied ich mich als Kauffrau für Büromanagement ein Praktikum zu machen – und ich war hellauf begeistert. Ich weiß, dass diese Ausbildung nicht sehr spezifisch ausgerichtet ist, aber genau darin sehe ich meinen Weg. Ich war immer gut in der Schule und kann mir gut vorstellen, nach meiner Ausbildung eine Weiterbildung zu machen – mit der Ausbildungsstelle zur Kauffrau für Büromanagement in Ihrem Unternehmen würden Sie mir diesen Weg ermöglichen.
2VerkäuferinAlle Welt rät mir dazu, mich auf eine Ausbildungsstelle zur Kauffrau im Einzelhandel zu bewerben, doch um ehrlich zu sein, möchte ich zunächst einen Schritt nach dem anderen machen. Ich habe herausgefunden, dass ich nach der Ausbildung zur Verkäuferin ein Jahr anschließen könnte – und dann auch Kauffrau im Einzelhandel wäre. Kleine Schritte liegen mir einfach mehr, also große Ziele anzustreben. Und wer weiß, vielleicht lautet der nächste Schritt ja dann Fachwirt- oder Betriebswirt-Ausbildung … Ich würde mich freuen, diesen Weg in Ihrem Unternehmen gehen zu können – können Sie sich mich vorstellen?
3Kauffrau im EinzelhandelBei meinen Freundinnen bin ich oft die Styling-Beraterin und sobald eine von uns mit ihrer Bewerbung bei Shopping Queen Erfolg hat, werde ich wohl auch ganz offiziell Shopping-Begleiterin werden. Bis dahin würde ich gerne in Ihrem Unternehmen die fachlichen Aspekte lernen. Nachdem mich die Modebranche mindestens ebenso reizt wie die Beratung der Kunden, die Zusammenstellung der Outfits und die Dekoration des Ladens, würde ich mich freuen, bei Ihnen die Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel absolvieren zu dürfen.

 

Bildnachweis:Grafiken/Tabellen vom Bundesinstitut für Berufsbildung, VRD/fotolia.com

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41 Fragen aus dem Einstellungstest

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