Ein kreativer Lebenslauf sieht zweifelsohne besser aus, als ein klassischer.

Der Lebenslauf ist der Teil einer Bewerbung, der einfach nur kurz und prägnant darüber informieren soll, was Sie in Ihrem bisherigen Leben so alles getan haben. Allein schon die Worte „kurz“ und „prägnant“ zeigen an: Einen Lebenslauf kreativ zu gestalten ist nicht die beste Idee. Zugegeben, die Anzahl der Lebenslauf-Varianten hat sich in den letzten Jahren erhöht, denn neben den tabellarischen Lebenslauf ist die englische Variante und die ausformulierte Form des Lebenslaufes gerückt, dennoch gilt: Bleiben Sie bei einer regulären Bewerbung bei einem klassischen Lebenslauf. Wann Sie einen Lebenslauf kreativ gestalten dürfen, wird dieser Beitrag im zweiten Teil thematisieren.

Das Who-is-Who der Lebensläufe

Lebenslauf ist Lebenslauf? Von wegen! Heute heißt es wohl eher: Unternehmen, wünsch dir was! Welchen Lebenslauf Sie abgegeben, richtet sich nämlich danach, was im Stelleninserat gefordert ist. Das hier sind die gängigsten Varianten.

So sieht der klassische Lebenslauf aus: Nicht schick und kreativ, aber funktional.

  1. Der Lebenslauf in Aufsatzform. Wird explizit in der Stellenanzeige verlangt, einen Lebenslauf in Aufsatzform zu gestalten, dann müssen Sie das tun, denn das Unternehmen, bei dem Sie sich beworben haben, ist in diesem Fall „Kunde“ und „Kundenwünsche“ werden erfüllt. Schreiben Sie einen Aufsatz, das heißt: Formulieren Sie die Stationen Ihres tabellarischen Lebenslaufes aus. Steht in der Stellenanzeige, dass sich der Betrieb einen ausführlichen Lebenslauf wünscht, dann meint er einen ausformulierten Lebenslauf, der keine Wiedergabe in tabellarischer Form darstellt, sondern in Textform. So können diese hier genannten Lebensläufe als Analogien betrachtet werden.
  2. Der tabellarische Lebenslauf. Die absolute Mehrheit an Lebensläufen präsentiert sich im tabellarischen Stil und das ist auch genau das, was Personalreferenten sehen möchten: Eine übersichtlich gestaltete Wiedergabe von Meilensteinen schulischer und beruflicher Natur. Die Reihenfolge kann chronologisch oder umgekehrt chronologisch erfolgen. Das heißt: Entweder Sie beginnen mit dem neusten (aktuellsten) Meilenstein oder bei Adam und Eva.
  3. Der englische Lebenslauf. Der englische Lebenslauf unterscheidet sich nicht nur in der Sprache, sondern auch im Aufbau, denn hier gilt: Business First! Daher schreiben Sie zunächst Ihr Business-Profil auf, bevor Sie die Details tabellarisch listen. Der Grundgedanke eines englischen Lebenslaufes ist, das Wirken des Bewerbers in den Fokus zu rücken: Positionen, Auszeichnungen und Errungenschaften sind hier viel bedeutender als bei einem deutschen Lebenslauf.

Wünscht sich denn keiner einen Lebenslauf kreativ?

Nein, diese Aufforderung werden Sie sicherlich in keinem Inserat lesen. Dennoch haben Sie Möglichkeiten, die eingangs genannten Strukturen zu durchbrechen und mit einem kreativen Lebenslauf auf Jobsuche zu gehen. In welchen Fällen sich dies anbietet, zeigt die Übersicht.

Stichwort: Initiativbewerbung Wer sich ohne eine konkret ausgeschrieben Stelle bei einem Betrieb bewirbt, schreibt eine sogenannte Initiativbewerbung. Und diese muss sich nicht zwingend an die geltenden Regeln halten, denn wenn das Unternehmen nicht ausdrücklich neue Stellen ausgeschrieben hat, dann darf es auch nicht über die Form entscheiden. Folglich ist auch eine kreative Lebenslauf-Gestaltung möglich.
Auf Kontakte-Fang Wer auf einer Berufsmesse Kontakte knüpfen will, der muss nicht die klassische Bewerbungsmappe unterm Arm haben, sondern kann auch eine kreativere Variante wählen, sich bei potentiellen Arbeitgebern vorzustellen.
Option für Freelancer Wer als Freelancer die Chance hat, selbst auf Kundenfang zu gehen, der kommt nicht umhin, sein Können und Wirken attraktiv darzustellen. Ein kreativer Lebenslauf ist dabei eine gute Idee, verschiedene Einsatzbereiche aufzuzeigen.
Leistungsportfolio im Consulting Wer im Consulting-Bereich tätig ist, arbeitet mit Menschen und ist darauf angewiesen, dass diese ihm trauen. Das funktioniert meist nur, wenn sie wissen, wer er/sie ist und welche Qualifikation er/sie hat. Das heißt auch: Im Consulting-Bereich ist es eine gute Idee, den Lebenslauf kreativ darzustellen, denn dabei geht es nicht um eine Bewerbung, sondern darum, eine positive Referenz aufzuzeigen.

Kurz um: Jeder, der sich nicht auf eine reguläre Art bewirbt, kann auch auf eine etwas andere Bewerbung setzen, sprich: Hier ist ein kreativer Lebenslauf durchaus denkbar.

Was macht einen Lebenslauf kreativ?

Ein kreativ gestalteter Lebenslauf zeichnet sich meist durch die grafische Aufbereitung aus. Das heißt, dass nicht mehr ein klassisches Worddokument gestaltet wird, sondern meist sogar ein Grafikprogramm bemüht wird, mithilfe dessen dann ein Lebenslauf kreativ gestaltet wird. Im Fokus eines kreativen Lebenslaufes steht meist das Bild des Bewerbers. Darum scharen sich dann die verschiedenen Leistungsbausteine, wobei die Kategorien nicht zwingend dieselben sein müssen wie in einem klassischen Lebenslauf. Folgende Kategorien sind denkbar:

  • Schule
  • Ausbildung
  • Beruf
  • Sprachen
  • PC-Kenntnisse
  • Kontaktdaten
  • Persönliche Infos
  • Auszeichnungen
  • Qualifikationen

Oft werden diese Kategorien im Lebenslauf kreativ mit einem entsprechenden Piktogramm versehen, was noch einmal grafisch zeigt, worum es in dieser Kategorie geht. Eine weitere Möglichkeit eines kreativen Lebenslaufes ist der Zeitstrahl, auf dem eingetragen wird, wann Sie was gemacht haben. Beide Varianten werden meist im DINA4-Querformat gestaltet, denn dieses lässt sich gut an Interessierte aushändigen. Zudem eignet es sich darüber hinaus auch für den E-Mail-Versand, denn Computer-Bildschirme sind nun einmal quer.

Tipp: Wer auf einen kreativen Lebenslauf setzt, sollte immer daran denken, dass dieser übersichtlich und nutzenorientiert gestaltet ist. Mit einer quietschbunten Variante kann kein Personalreferent überzeugt werden.

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