Der Lebenslauf gehört zur Bewerbung wie das Anschreiben und die Zeugnisse.

Wer an die Erstellung einer Bewerbungsmappe denkt, weiß im Grunde genommen bereits, welches die wichtigsten Bausteine sind, die dafür nötig sind: das Bewerbungsschreiben, der Lebenslauf tabellarisch und die Zeugnisse. Doch ist das wirklich die einzige Möglichkeit? Nein, ganz und gar nicht! Denn spätestens, wer sich bei einem internationalen Unternehmen bewirbt, wird um einen englischen Lebenslauf gebeten, und die Betriebe, die sehr viel Wert auf die Persönlichkeit Ihrer Bewerber legen, fordern sogar explizit einen ausführlichen Lebenslauf. Was diese Sonderformen von der Standard-Form eines Lebenslaufs tabellarisch abgrenzt, wird dieser Beitrag zeigen.

Die drei Varianten eines Lebenslaufes in der Kurzbeschreibung

1.) Der Lebenslauf tabellarisch ist mit Abstand die am häufigsten genutzte Variante eines Lebenslaufes, die sicherlich jedem bekannt ist. Wie der Name schon sagt, besticht der tabellarische Lebenslauf durch Ordnung und Struktur – und das gilt für Layout und Inhalt gleichermaßen. Eine klassische Tabelle ist zwar in der Regel nicht im Lebenslauf tabellarisch zu finden, jedoch hat sich die Aufteilung in eine linke Spalte, in der das jeweilige Anfangs- und Enddatum der Station gelistet ist, und in eine recht Spalte, in der neben der Positionsbeschreibung auch der Name des Betriebs sowie vielleicht ein paar wenige Details zum Aufgabenbereich stehen, längst etabliert. Bei den schulischen Stationen steht hier der angestrebte oder der erworbene Abschluss. Mit Blick auf die Reihenfolge gilt: Die wohl modernste (und heute auch in der Regel passendste) Reihenfolge ist die Variante, mit der aktuellsten Position zu beginnen und die Meilensteine quasi rückwärts gelistet zu sortieren. Daraus ergibt sich diese Reihenfolge der Gliederungspunkte: Beruf, Ausbildung- und Weiterbildung, Schule. Erst am Ende werden weitere Qualifikationen genannt.

Der englische Lebenslauf ist auch als „Curriculum Vitae“ bekannt.

2.) Der englische Lebenslauf ist nur denjenigen bekannt, die sich in einem Unternehmen bewerben, das international tätig ist oder vielleicht sogar ihre Firmenzentrale im Ausland haben. Wünscht sich ein Unternehmen einen englischen Lebenslauf, dann ist dieses auch explizit im Lebenslauf angegeben. Für den Bewerber heißt das: Umdenken! Denn in einer englischen Bewerbung rückt die Persönlichkeit des Bewerbers einen großen Schritt zurück. Nun stehen Erfolge und Auszeichnungen im Fokus. Im klassischen, englischen Lebenslauf zeigt sich zudem eine deutliche Konzentration auf die Funktionalität. Diese wird als weit wichtiger eingeordnet als beispielsweise die chronologische Sortierung. Üblich ist diese Reihenfolge: Im „Qualification Summary“ stehen berufliche Qualifikationen und Highlights aufgelistet. Unter „Experience Highlights“ führen Sie noch einmal detailliert Ihre größten drei Qualifikationen auf und aus. Unter „Employment History“ listen Sie kurz und bündig Ihren bisherigen Arbeitgeber auf und unter „Education & Training“ ist der Platz, um Ihren schulischen Werdegang wiederzugeben. Bei Bedarf können Sie unter „Community Involvement“ Ihr ehrenamtliches Engagement auflisten.

3.) Der ausführliche Lebenslauf ist auch äußerst selten geworden. Dazu haben gleich mehrere Entwicklungen beigetragen: Zum einen nutzen die Unternehmen, die viel Wert auf die sprachliche Gewandtheit Ihrer Bewerber legen, die Möglichkeit ein Motivationsschreiben einzufordern. Zudem haben Personalreferenten mit der zunehmenden Personalverknappung immer weniger Zeit – und das aufmerksame Lesen eines ausführlichen Lebenslaufes ist vergleichsweise zeitaufwendig. Warum? Weil der ausführliche Lebenslauf nicht etwa eine strukturierte Auflistung ist, sondern eine ausformulierte Variante des Lebenslaufes ist. Und das Ausformulieren kostet sowohl den Bewerber Zeit für die Erstellung als auch den Personalreferenten Zeit zum Lesen. Deswegen steht diese Forderung nur noch selten in den Stellenanzeigen von Betrieben.

Lebenslauf tabellarisch thematisch oder chronologisch ordnen?

Einen 100-prozentig erfolgversprechenden Weg gibt es leider nicht, denn jede Form der Reihenfolge hat ihre Vor- und Nachteile. Die folgende Übersicht soll eine Orientierungshilfe bieten:

Die thematische GliederungDie chronologische Gliederung
  • Die thematische Gliederung erinnert ansatzweise an die englische Bewerbung, nur ist diese weniger vertrieblich gesteuert und zielt weniger auf das „Verkaufen“ der eigenen Person ab, als vielmehr auf die bestmögliche Übersicht für den Personalreferenten.
  • Besonders empfehlenswert ist eine thematische Gliederung immer dann, wenn mehrere Berufe erlernt wurden. Dann könnten Sie pro Beruf einen Themenblock machen.
  • Haben Sie nur einen Beruf erlernt, können Sie dennoch die thematische Gliederung nutzen, denn Sie können beispielsweise Praktika zur Rubrik „Berufserfahrung“ nehmen und private Weiterbildungen den „schulischen Meilensteinen“ zuordnen.
  • Bei sehr konservativen Arbeitgebern ist diese moderne Form der Gliederung nicht empfehlenswert.
  • Diese Form der Gliederung gilt oft als traditionelle Darstellungsform, die immer dann angewendet werden sollte, wenn Sie Ihre Bewerbung an einen traditionellen Arbeitgeber richten und nichts anderes gefordert ist.
  • Mit chronologischer Gliederung kann eine strenge Chronologie (von der Schule bis zur Berufstätigkeit) oder aber eine umgekehrte Chronologie (Aktuelles zuerst) verfolgt werden.
  • Der Nachteil der chronologischen Gliederung liegt darin, dass etwaige Lücken sofort und auf den ersten Blick sichtbar werden. Das kann (wenn die Lücke entsprechend groß ist) zu unangenehmen Rückfragen führen.

Grundsätzlich wichtig ist:

  • Die Listung des Eingangs- und Enddatums der Schule, der Berufstätigkeit oder des jeweiligen Meilensteins in der linken Spalte.
  • Die Nennung der Position, des Betriebs und des Aufgabenfeldes auf der rechten Seite (bei beruflichen Meilensteinen).
  • Die Nennung der Schule, des Abschlusses und ggf. der Leistungsfächer auf der rechten Seite (bei schulischen Meilensteinen).

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