Beim ausformulierten Lebenslauf müssen Sie eine Geschichte erzählen.

Wie bereits in der Überschrift angedeutet, wir die Bezeichnung „ausformulierter Lebenslauf“ äquivalent zur Begriffskombination „ausführlichen Lebenslauf“ verwendet. Und das bedeutet: Legen Sie sich Ihren tabellarischen Lebenslauf als Spickzettel neben die Tastatur und beginnen Sie, diesen auszuformulieren. Was klingen mag, wie eine Fleißarbeit, ist jedoch weit mehr, denn wenn sich das Unternehmen einen ausformulierten Lebenslauf wünscht, denn sollen nicht nur Daten und Fakten in Worte gehüllt werden, sondern dann geht es darum den Daten und Fakten rund um Ihr Leben Persönlichkeit einzuhauchen.

Ein ausformulierter Lebenslauf ist – genau wie der Namensvetter der „ausführliche Lebenslauf“ – streng chronologisch gestaltet und beginnt mit den persönlichen Daten, bevor Schule, Ausbildung, Beruf und Hobbys folgen. Wie aus den Datenreihen im tabellarischen Lebenslauf Sätze werden, zeigen diese Formulierungshilfen.

Ausformulierter Lebenslauf: Tipps für die persönlichen Daten

„Ich heiße XXX und wohne aktuell in der XXX Straße in XXX-Stadt. Telefonisch bin ich am besten auf dem Mobiltelefon zu erreichen (Telefon: XXX). Auch prüfe ich regelmäßig meinen E-Mail-Account (E-Mail-Adresse: XXX).“

„Ich heiße XXX und lebe in der XXX Straße in XXX-Stadt. Dort wohne ich seit dem Abschluss meiner Ausbildung mit zwei ehemaligen Schulkameradinnen zusammen. So habe ich mir meinen Jugendtraum vom Leben in einer WG wahrgemacht. Telefonisch bin ich am besten auf dem Mobiltelefon zu erreichen (Telefon: XXX). Wenn Ihnen das möglich ist, kontaktieren Sie mich bitte nach 17 Uhr. Aktuell möchte ich nicht, dass mein Noch-Arbeitgeber von meinen Wechsel-Ambitionen erfährt. Auch prüfe ich regelmäßig meinen E-Mail-Account (E-Mail-Adresse: XXX).“

„Ich heiße XXX und wohne noch in der XXX Straße in XXX-Stadt. Noch deswegen, weil ich mit dem Beginn einer Vollzeitarbeitsstelle auch mit der Suche nach einer eigenen Bleibe starten möchte. Telefonisch bin ich zuhause bei meinen Eltern (Telefon: XXX) oder auf dem Mobiltelefon zu erreichen (Telefon: XXX). Auch prüfe ich regelmäßig meinen E-Mail-Account (E-Mail-Adresse: XXX).“

Ausformulierter Lebenslauf: Tipps für die Schulzeit

„Schon während meiner gesamten Schulzeit war ich die Kreative. Von XX bis XX besuchte ich infolgedessen auch den gestalterischen Zweig meiner Schule. Zudem belegte ich das Wahlfach Mediengestaltung und konnte so meine Passion für Gestaltungsarbeiten weiterentwickeln.“

„Die prägendste Zeit während meiner Schulzeit war sicherlich die Projektarbeit. Wir führten Interviews mit alten Männern und Frauen, die einst aus Sudetendeutschland vertrieben wurde. Da ich ein sehr großes Interesse an Geschichte habe, war dies eine sehr gute Möglichkeit, Geschichte aus erster Hand zu erfahren. Ich denke, dass ich dabei meine Liebe zum Interviewen entdeckt habe – wahrscheinlich ein Baustein meines Berufswunsches ‚Journalistin‘.“

„Spannend war der Schüleraustausch mit Schweden. Dabei waren die schwedischen Schüler für drei Monate in Deutschland und wir konnten drei Monate in Schweden verbringen. Auch nach dem Austausch wollte ich das fremde Land nicht in Vergessenheit geraten lassen und belegte deswegen einen Sprachkurs, der mir meine heutigen Sprachkenntnisse bescherte.“

Ausformulierter Lebenslauf: Tipps für die Berufsausbildung

„Nach meinem Schulabschluss fand ich eine Ausbildungsstelle zur Mediengestalterin. Diese Lehre absolvierte ich von XXX bis XXX bei der Firma XXX. Der Fokus lag dabei auf der Gestaltung von Anzeigen für Print-Formate. In diesem Bereich war ich nach der dreijährigen Ausbildung wahrlich ein Profi, doch das war mir noch zu wenig. Ich wechselte anschließend die Arbeitsstelle, um auch grafische Aufgaben im Online-Bereich bewerkstelligen zu können.“

Wer sich mit der Ausbildung einen Kindheitstraum realisiert, kann dies im ausformulierten Lebenslauf gut nutzen.

„Ich war die einzige aus meiner Klasse, die die Berufsausbildung gemacht hat, die sie einst ins Poesiealbum geschrieben hat: Ich wurde Tierarzthelferin und habe mir so meinen Kindheitstraum verwirklicht. Die Ausbildung absolvierte ich von XXX bis XXX. Eine Kollegin, eine Tierheilpraktikerin, faszinierte mich ganz besonders und so habe ich im Anschluss meiner Ausbildung auch diese berufsspezifische Weiterbildung absolviert.“

„Ich bin auf einem alten Bauernhof groß geworden, der nicht mehr bewirtschaftet wurde, aber in der Scheune viel Platz bot, um dort an alten Autos herumzuschrauben. Meine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker bei der Firma XXX war nur eine logische Konsequenz aus diesem Interesse heraus.“

Ausformulierter Lebenslauf: Tipps für Hobbys

„In punkto Hobby war ich lange Zeit überall und nirgends aktiv. Das heißt, ich habe klassisch im Fußballverein trainiert, bin dann in den Hockey-Verein gewechselt und war auch einige Zeit im Theater aktiv. Angekommen bin ich allerdings erst bei der Wasserwacht. Hier konnte ich meinen Kopf anstrengen und mich in Erste Hilfe fortbilden, war aktiv und konnte mein Wissen weitergeben. Seit zehn Jahren bin ich nun aktives Mitglied.“

„Während eines Berufspraktikums habe ich in einer betreuten Wohneinrichtung für Kinder gearbeitet. Obgleich mich die Ausbildung an sich an andere Stationen führte, bin ich heute noch regelmäßig einmal im Monat dort und spiele mit den Kindern. Sie sind mir einfach ans Herz gewachsen.“

„Ich bin ein recht ehrlicher Typ: Einmal in der Woche mich im Verein zu engagieren, bekomme ich einfach nicht hin. Aber einmal im Jahr investiere ich gerne die Zeit. Seit sieben Jahren nun spiele ich den Nikolaus. Auf meinen Auftritt bereite ich mich immer gewissenhaft vor. Meist spreche ich davor mit den Eltern, um aus meinem goldenen Buch auch das Richtige vorlesen zu können.“

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