Wer angibt Sport zu treiben, schärft sein Profil und gilt als aktiv.

Wer seine Interessen im Lebenslauf einbringt, haucht der Bewerbung damit Individualität und Persönlichkeit ein. Besonders in jungen Jahren, also wenn Sie sich als Schulabgänger um eine Ausbildungsstelle bemühen, sind Interessen immer wichtig, denn Sie zeigen, dass Sie sich auch selbstständig und aus eigener Initiative heraus mit einem Thema befassen können. Nur in den wenigsten Fällen passen die Interessen auch ins Berufsbild, doch das ist an dieser Stelle ausnahmsweise nicht so dramatisch. Wo Sie hingehören und was Interessen über eine Person aussagen, soll Thema dieses Beitrags sein.

Interessen kommen im Lebenslauf ans Ende

Auch wenn es kein Gesetz gibt, das die Reihenfolge im Lebenslauf regelt, so haben sich doch diese beiden Reihenfolgen (in Abhängigkeit von der Zielstelle) eingebürgert:

Bewerbung um einen Ausbildungsplatz Bewerbung um eine Festanstellung
1.)    Schulischer Werdegang

2.)    Praktika, Zertifikate, Qualifikationen

3.)    Engagement und Hobbys

1.)    Beruflicher Werdegang

2.)    Schulischer Werdegang

3.)    Weiterbildungen, Fortbildungen, Qualifikationen

4.)    Engagement, Freizeitgestaltung

Nicht nur in der Reihenfolge und im Umfang wird dabei ein Unterschied deutlich, sondern auch im Inhalt. Während Engagement und Hobbys bei angehenden Auszubildenden ein wichtiges Indiz dafür sind, dass sie aktiv sind, hat der Punkt Engagement und Freizeitgestaltung bei der Bewerbung um eine Festanstellung eigentlich nur dann eine Berechtigung, wenn die hier angeführten Inhalte zum Job passen. Natürlich passt es, wenn ein ehrenamtlicher Sporttrainer in der Jugendarbeit arbeiten möchte oder auch, wenn ein Berufsfeuerwehrmann in seiner Freizeit beim Rettungsdienst fährt. Wer aber gerne näht, der muss dies nicht anbringen, um sich als Bürokraft zu bewerben.

Was sagen die Interessen über einen Menschen aus?

Die meisten Personalreferenten sind sich einig: „Wir wünschen uns, dass Hobbys genannt werden, denn das schärft den Blick auf die gesamte Person.“ Allerdings gibt es auch hier mehrere Gruppen von Interessen:

  1. Die klassischen (langweiligen) Hobbys wie Reisen, Wandern, Reiten, Joggen, Schwimmen, Fahrrad fahren oder Laufen.
  2. Die extremen Hobbys wie Rennen fahren, Basejumpen, Höhlentauchen, Fallschirmspringen oder Bergsteigen.
  3. Die passiven Hobbys wie ins Kino gehen, Musik hören, Lesen, Computer spielen oder Fernsehen.

Und wie kommen diese Hobbys an? Personalreferenten halten die klassischen Hobbys für kaum nennenswert, da sie schlicht langweilig sind. Eine Ausnahme ist es hingegen, wenn Sie wahrlich erfolgreich im Sport sind und vielleicht schon Siege einfahren konnten.

Betreibt jemand Extremsportarten, läuft der Betrieb sehr schnell Gefahr, auf einen Mitarbeiter verzichten zu müssen, weil dieser im Krankenstand ist. Auch ist das Risiko groß, dass dieser sich vielleicht schnell im Job langweilt, wenn dieser nicht ähnlich spektakulär ist. Gewissenhaftigkeit wird damit in keinem Fall assoziiert, also sollten angehende Beamten auf eine derartige Extrem-Hobbyliste verzichten.

Wer in erster Linie passive Hobbys anführt, landet schnell in der Schublade „Eigenbrödler“, die in Kombination mit dem Hinweis auf die Teamfähigkeit schnell zum Absage-Fach wird, denn das passt nun wirklich gar nicht zusammen und wirkt schlicht erfunden.

Bleiben Sie bei der Wahrheit!

Wie eingangs erwähnt, sind Hobbys absolut kein „Must-have“ im Lebenslauf, deswegen sollten Sie auch nur dann verlässliche und nachweisbare Hobbys angeben, wenn sie diese auch wirklich haben. Das heißt: Bringen Sie sich mit dem Hinweis, dass Sie gerne lesen nicht selbst in die Bredouille, wenn Sie keine Antwort auf die Frage zu wissen, was ihr letztes Buch war oder wer ihr Lieblingsautor ist. Auch im sportlichen Bereich sind Nachfragen zu gefahrenen Kilometern oder gelaufenen Zeiten durchaus möglich. Zu stottern, zu stammeln oder um eine Antwort zu ringen, wäre an dieser Stelle fatal, denn nur wem das Hobby so wichtig ist, dass er in jedem Fall aussagefähig darüber ist, der sollte auch das Interesse im Rahmen der Bewerbung bekunden. Tipp: Wer angibt, gerne zu reisen, sollte dann erklären können, wo er den letzten Urlaub verbracht hat – und zwar möglichst nicht beim Feiern, sondern beim Besichtigen kulturell interessanter Sehenswürdigkeiten.

Zu reisen, um Party zu machen, ist keine Lebenslauf taugliche Argumentation.

Andersherum betrachtet, können wahre Interessen auch ein nettes Gespräch anstoßen. Das beste Beispiel ist dabei immer noch das Engagement in einem Verein. Wenn Abteilungsleiter und Bewerber beide aktiv bei den Schützen oder bei der Feuerwehr sind, sind sie in der Regel auf der berühmten gemeinsamen Wellenlänge. Dann ist ein kurzer Exkurs zu diesem Thema durchaus erlaubt. Aber Achtung: Sie sollten nicht zu sehr ins private schweifen, denn im Fokus steht Ihr Job und Ihre Berufstätigkeit und nicht etwa das, was Sie in Ihrer Freizeit tun.

Daran sollten Sie bei den Interessen im Lebenslauf denken

1.) Wer angibt, eine Teamsportart zum Hobby zu haben, der sagt, dass er gerne mit anderen Menschen aktiv ist. Diese Menschen gelten als offen, kontaktfreudig und teamfähig.

2.) Wer sagt, gerne zu kochen, gilt ebenfalls als gesellig und offen, denn Kochen impliziert Gastfreundlichkeit und Kreativität.

3.) Wer ehrenamtlich tätig ist, sagt aus, dass er/sie sozial engagiert und interessiert ist. Und das kommt nicht nur in sozialen Berufen an.

4.) Besonders gut kommt eine Tätigkeit im beratenden Bereich ein. Das interpretiert der Personalreferent dann nämlich als eine zuvorkommende und uneigennützige Geste.

5.) Wer eine Homepage betreut oder gern am Computer spielt, kann unter Umständen noch als strategisch bewandert eingestuft werden. Auch die technischen Fertigkeiten werden ihm wahrscheinlich zu Gute gehalten.

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