Mit „Latex“ ist nicht etwa Gummi gemeint, sondern das Textverarbeitungsprogramm LaTeX.

Wer beim Begriff „Latex Bewerbungsmappe“ an eine Gummimappe denkt, dem ist das nicht zu verdenken. Richtig ist das dennoch nicht, denn Latex ist eigentlich LaTeX und damit wird ein sogenanntes Textsatzsystem bezeichnet. Der Trick bei dieser Variante ist, dass der gewünschte Text (in diesem Fall das Bewerbungsanschreiben oder der Lebenslauf) in einem Text-Editor erstellt wird. Neben dem Fließtext stehen dort auch spezielle LaTeX-Befehle. Daraus ergibt sich eine Ausgabedatei. Was im Detail hinter LaTeX steckt, soll dieser Beitrag erläutern.

Wer nutzt LaTeX und warum?

LaTeX bietet Vorteile für viele Anwender. Das zeigt sich auch mit Blick auf den Anwendungsbereich, bei dem LaTeX verwendet werden kann – und zwar

  • zum Erstellen von wissenschaftlichen Arbeiten (so wird LaTeX interessant für Studenten),
  • zum Erstellen von Artikeln, Aufsätzen und Berichten (so wird LaTeX eine Option für Freiberufler unterschiedlicher Branchen),
  • zum Erstellen von Briefen und Lebensläufen (so kann LaTeX jeder nutzen, der gerade an seiner Bewerbung feilt),
  • zum Erstellen von Präsentationen (so kann LaTeX auch für Büromitarbeiter eine gute Option sein)
  • und zum Erstellen von Memoiren, Romanen (so kann LaTeX von jedem Mitglied der Schreiberzunft verwendet werden).

Was unterscheidet LaTeX von anderen Programmen aus der Textverarbeitung?

Office Word und die Open Office Variante haben eines gemeinsam: Sie zeigen Text und Layout in Kombination an. Und damit haben sie gleichzeitig einen entscheidenden Unterschied zu LaTeX, denn dabei sind Gestaltung und Inhalt streng voneinander getrennt. Das heißt aber auch, dass das spätere Resultat beim Tippen gar nicht sichtbar ist, allerdings in regelmäßigen Abständen ein sogenanntes Ausgabedokument erzeugt werden kann.

Was schätzen User an LaTeX?

User stammen aus der Zunft der Schreiber und profitieren von den umfangreichen Vorteilen.

LaTeX ist Freeware. Diese Software ist frei nutzbar, unterliegt keinen Lizenzen und ist gratis. Darüber hinaus ist das Computerprogramm mit allen gängigen Betriebssystemen kompatibel und hat ein überschaubares Set an Systemanforderungen. Darüber sprechen diese Punkte für das Programm:

  • Die Ausgabedokumente (als pdf, html, PostScript, DVI) haben eine sehr gute Qualität.
  • Die strukturierte Arbeitsweise von LaTeX kommt vor allem dem wissenschaftlichen Arbeitsansatz entgegen.
  • LaTeX kann besonders gut mit mathematischen Formeln arbeiten.
  • Durch die Erfassung in einem Texteditor ist die bestmögliche Kompatibilität gegeben.
  • LaTeX lässt sich gut für Gruppenarbeiten nutzen, denn Einzelmodule können problemlos zusammengefügt werden.
  • LaTeX kann gut mit langen Textdokumenten umgehen und arbeitet stabil mit großen Datenmengen.

Bewerbungsvorlagen für LaTeX

Wer versuchen will, mit LaTeX seine Bewerbung zu erstellen, muss das sprichwörtliche Rad nicht neu erfinden, denn es gibt zahlreiche Tutorials und Anleitungen im Netz, die alle nötigen Befehle übersichtlich darstellen. Auf datenteiler.de finden Sie zwei Möglichkeiten für das Bewerbungsschreiben:

  • die Dokumentenklasse scrlttr2
  • die Dokumentenklasse g-brief

Für den Lebenslauf wird die Dokumentenklasse scrartcl verwendet. Alternativ ist auch die Dokumentenklasse currvita verwendbar.

Darf eine LaTeX-Vorlage verwendet werden, ohne 0-8-15 zu erscheinen?

Diese Frage stellt sich sicherlich so mancher, der immer wieder über den Satz gefallen ist: „Ihre Bewerbung muss hervorstechen und sich abheben.“ Das kann sie im Übrigen auch mit LaTeX. Wer gut mit dem Thema „Programmiersprache“ klarkommt, der nutzt die Hauptvorlagen von LaTeX und erweitert diese mit individuellen Details. Das ist in jedem Fall legitim. Wer dies nicht kann oder möchte, kann auch schlicht die Vorlage verwenden, denn diese wird in jedem Fall ein ordentlich erstelltes Bewerbungsschreiben zur Folge haben und darauf kommt es letztlich in erster Linie an.

Tipp: Möchten Sie nicht mit LaTeX arbeiten, haben Sie dennoch die Chance, auf vorbereitete Vorlagen zurückzugreifen. Aber Achtung: Vorlagen sind immer dann gut, wenn sie Struktur geben und bei einem ordentlichen Erscheinungsbild hilfreich sind. Daran sollten Sie auch nicht im Zuge Ihrer Individualisierung rütteln, denn kein Personalreferent möchte an von Ihnen neu erfundenen Stellen nach den wichtigen Inhalten suchen.

Die DIN 5008 ist für Bewerbungen ungeschriebenes Gesetz

Die DIN 5008 wurde vom Deutschen Institut für Normung erarbeitet, um dem Wirrwarr an selbst kreierten Standards bei Bewerbungsschreiben Einhalt zu gebieten. Natürlich gibt es kein Gesetz, das aussagt, dass jeder Bewerber die DIN 5008 verwenden muss, aber es soll als nachdrückliche Empfehlung verstanden werden.

Diese Festlegungen umfasst die DIN 5008:

  1. Der linke Seitenrand muss 2,5 Zentimeter breit sein, der rechte 2,0 Zentimeter.
  2. In der rechten oben Ecke steht der Absender auf fünf Zeilen: Name, Straße, Ort, Telefon, E-Mail.
  3. Die anschließenden neun Zeilen sind für die Anschrift des Unternehmens reserviert, das linksbündig platzier wird. Meist bleiben die ersten drei Zeilen davon frei, dann folgen: Unternehmensbezeichnung, Unternehmensname, Ansprechpartner, Straße, Ort. Die letzte reservierte Zeile bleibt leer (für eine Landesbezeichnung, falls nötig).
  4. Nun folgen zwei Leerzeilen.
  5. In dieser Zeile nun steht rechtsbündig das Datum.
  6. Es folgen zwei Leerzeilen.
  7. Nun kommt die Betreffzeile, die nicht mehr mit dem Wort „Betreff:“ eingeleitet wird.
  8. Es folgen zwei Leerzeilen.
  9. Jetzt beginnt das Schreiben mit den Worten: „Sehr geehrte/-r Herr/Frau …,“
  10. Leerzeile
  11. Nun beginnt der Text des Bewerbungsschreibens. Zu lange Textblöcke sollten nun vermieden werden. Wichtig ist indes, den Text in sinnvolle Absätze (mit einer Leerzeile) zu unterteilen.
  12. Nach dem Schlusssatz folgt eine Leerzeile.
  13. Anschließend folgt die Schlussformel: „Mir freundlichen Grüßen“.
  14. Leerzeile
  15. Name
  16. Leerzeile
  17. Anlagen

Bildnachweis: Dmitry Nikolaev/fotolia.com, stillkost /fotolia.com

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