Eine Referenz ist eine gesetzlich nicht reglementierte Form des Lobes in der Bewerbung.

Referenzen sind äußerst beliebt, denn sie gelten oft als ehrlichere Form der Beurteilung als ein klassisches Zeugnis, das laut Gewerbeordnung ohnehin nicht negativ sein darf und damit auch kein realistisches Bild abgeben kann. Wer indes eine Referenz erhält, die eine Referenz auf freiwilliger Basis darstellt und auch nicht zwingend vom Chef ausgestellt werden muss, der kann diese nutzen, um beim Wunsch-Arbeitgeber mit qualifiziertem Lob anzugeben. Wo aber steht die Referenz in der Bewerbung? Im Lebenslauf! Und zwar direkt bei dem entsprechenden, beruflichen Meilenstein. Alternativ wird sie auch gern direkt im Anschreiben erwähnt. Mehr Details beinhaltet dieser Beitrag.

Eine Referenz ist eine kleine Kostbarkeit im Lebenslauf, die dem Trend geschuldet ist, dass es immer mehr Projektarbeiten gibt, die auch von Freelancern bewerkstelligt werden, die kein festgeschriebenes Recht auf ein Zeugnis haben. Sie können ein Referenzschreiben des Projektpartners beifügen. Doch auch Führungskräfte arbeiten gerne mit diesen Lobgesängen, die sparsam in der Bewerbung platziert werden sollten und nicht zu aufdringlich „angeteasert“ werden dürfen.

Dabei wird klar: Bei einer Referenz handelt es sich um ein Referenzschreiben, das diesen inhaltlichen Richtlinien folgt:

  • Angaben zum Referenzschreiber: Vor- und Nachname, Unternehmensname (bzw. Name der Organisation), Telefonnummer
  • Datum, Betreff (inkl. dem Namen des Bewerbers), Unterschrift
  • Kurzvorstellung des Referenzgebers
  • Zeitraum der Zusammenarbeit
  • Inhalt der Zusammenarbeit mit Blick auch Aufgaben, Fähigkeiten, Erfolge und Sozialverhalten

Der richtige Ort für den Hinweis auf eine Referenz in der Bewerbung

Wie eingangs bereits erwähnt, ist ein Referenzschreiben nicht etwa ein Dokument, das zwischen die unzähligen anderen Dokumente eingeheftet wird und dort an glamouröser Wirkung verliert. Vielmehr muss das Referenzschreiben an entscheidender Stelle angeteasert werden und diese entscheidende Stelle kann entweder direkt im Bewerbungsschreiben selbst sein oder im Lebenslauf.

Prominenter ist es selbstverständlich, gleich im Anschreiben auf die Referenz zu verweisen. Dann empfehlen Experten jedoch, nur eine Referenz anzugeben. Wer indes mehrere Referenzen seinen Zeugnisunterlagen beilegen kann, sollte aus dem Lebenslauf heraus auf die Lobeshymnen verweisen.

„Frau/Mann XY, Position XY bei der Firma XY ist gerne bereit, sich mit Ihnen über meine Arbeitsweise und Qualifikation zu unterhalten.“

Mit diesem Satz können Sie aus dem Bewerbungsschreiben heraus auf eine Referenz verweisen. Wenn Sie diese zudem im Anlagenverzeichnis listen, findet jeder Personalreferent schnell den Weg zum Schriftstück.

Wo wird das Referenzschreiben in die Bewerbungsmappe eingeheftet?

Während die Standard-Inhalte noch vergleichsweise einfach in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen sind, wird es bei den optionalen Bestandteilen einer Bewerbungsmappe durchaus schwieriger, diese so zu ordnen, dass sie schnell und einfach vom Personalreferent gefunden werden. Natürlich hilft ein Verweis im Anlagenverzeichnis, doch selbst dieses gehört ja zu den optionalen Parts, wie ein Blick in diese Hinweise zur Reihenfolge zeigt:

  1. Bewerbungsschreiben
  2. Lebenslauf (tabellarisch, ausführlich, englisch oder eine andere Variante)
  3. Arbeitszeugnisse
  4. Schulische Zeugnisse

Das ist die Reihenfolge, in der bereits berufstätige Bewerber ihre Unterlagen sortieren. Wer noch wenig bis keine Arbeitszeugnisse vorweisen kann, bei dem rücken die schulischen Zeugnisse an die dritte Stelle, anschließend werden ggf. Praktika-Zeugnisse platziert.

Wer mehr Material hat, um die Bewerbungsmappe zu füllen, hält sich oft an diese Reihenfolge:

  1. Bewerbungsschreiben
  2. Lebenslauf
  3. Dritte Seite (Motivationsschreiben)
  4. Leistungsbilanz
  5. Anlagenverzeichnis
  6. Referenzen
  7. Arbeitszeugnisse
  8. Zertifikate über Fort- und Weiterbildungen
  9. Schulische Zeugnisse
  10. Arbeitsproben

Wer darf die Referenz sponsoren?

Festgeschriebene Regeln darüber, wer eine Referenz verfassen darf, gibt es nicht. Allerdings müssen Sie sich genau überlegen, wen Sie um eine Referenz bitten und welche Referenz Sie dann (falls Sie mehrere haben) in die Bewerbungsmappe legen. Referenzgeber können aus diesen Personengruppen gewählt werden:

Betreuer von Praktikanten und Trainees, Mentoren, Professoren, Dozenten, Ausbilder, Lehrer.

Achten Sie darauf, dass die Referenz nicht klingt wie aus dem Mund eines Business-Marktschreiers.

Inhaltlich besonders geeignet sind Lobeshymnen von beruflich neutralen Menschen, von Referenzgebern mit einem hohen Status und von denjenigen, die sich auch für etwaige Rückfragen gewappnet fühlen. Nicht selten greift ein Abteilungsleiter zum Telefon, um sich bei der angegebenen Referenz nach dem Bewerber zu erkundigen – warum auch nicht, schließlich haben Sie diesen explizit als Referenz angegeben. Deswegen sollten Sie auch darauf achten, dass die Referenz nicht von Ihrem fachlich versierten, aber grummeligen Meister stammt, der vielleicht Ihren zukünftigen Abteilungsleiter nur verschrecken würde.

Freunde und Bekannte sind in aller Regel auch keine gute Wahl für eine Referenz, außer Sie sind beruflich mit ihnen verbandelt. Ansonsten sieht das schnell so aus, als würden Sie verzweifelt versuchen, Ihren Lebenslauf zu pimpen – und diese Geste der „Verzweiflung“ bringt Ihnen nicht etwa Pluspunkte im Bewerbungsmarathon ein, sondern lässt Ihr Gegenüber eher mit Mitleid reagieren. Dann können Sie sich die Referenz auch sparen.

Inhaltlich betrachtet gleichen Referenzen im Lebenslauf nicht etwa einer Aneinanderreihung von Lobesgesängen, sondern bilden eher eine qualifizierte Beschreibung des gemeinsamen Projekts. Selbstverständlich ist eine Referenz positiv gehalten und stellt Erfolge heraus, jedoch achten Personalreferenten zunehmend häufiger auch auf die Qualität eines Referenzschreibens, denn es gilt: Wenn das Angebot größer wird, werden die Details geprüft. Achten Sie also auch darauf, wie das Referenzschreiben aufgebaut ist.

Bildnachweis: Robert Kneschke/fotolia.com, Picture-Factory/fotolia.com

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