Die Dritte Seite einer Bewerbung kann helfen, unter vielen Bewerbern herauszuragen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, den Personalreferenten mit einer Dritten Seite in der Bewerbung nicht zu nerven, der verzichtet auf die Anlage einer Dritten Seite – wenn diese nicht explizit gefordert wird. Grundsätzlich also gibt es ein „Nein“ für die pauschale Dritte Seite in der Bewerbung. Diese Einschränkung impliziert bereits, dass es auch Bewerbungsformen gibt, die förmlich nach einer Dritte Seite schreien. Ja, die Anlage einer Dritten Seite ist möglich, wenn es eine Besonderheit im Lebenslauf gibt. Und nochmal ein „ja“ folgt, denn natürlich muss die Dritte Seite Teil der Bewerbung sein, wenn ein Motivationsschreiben gefordert ist.

Werfen wir zunächst einen kurzen Blick auf die verschiedenen Formen der Bewerbung – um anschließend zu unterscheiden, ob die Dritte Seite einer Bewerbung jeweils nötig ist – oder eben nicht.

Postalische Bewerbung Eine Dritte Seite kann hier Pflicht werden, wenn ein Motivationsschreiben gefordert ist. Ansonsten ist die Anlage der Dritten Seiten lediglich optional und sollte auch nur dann verwendet werden, wenn sie inhaltlich gut gefüllt werden kann.
E-Mail-BewerbungDie Dritte Seite in einer E-Mail-Bewerbung kann dann Sinn machen, wenn das Bewerbungsschreiben direkt in die Mail kopiert wird und das Motivationsschreiben als Anhang mitgeschickt wird. Bewerbungsschreiben und Dritte Seite anzuhängen ist an dieser Stelle übertrieben (außer es wird explizit gefordert).
Formular-Bewerbung im Online-Career-CenterBei der Online-Bewerbung muss nicht lange gegrübelt werden, hier gilt: Gibt es ein Upload-Feld für ein Motivationsschreiben, sollte es hochgeladen werden. Gibt es kein Upload-Feld kann darauf verzichtet werden.
KurzbewerbungDie Dritte Seite kann eine Chance der Kurzbewerbung sein, denn hierbei wird auf die Anlagen in Form von Zeugnissen und Zertifikaten verzichtet. Bewerber können an dieser Stelle die Möglichkeit nutzen, sich auch ohne Anlagen außerhalb von Lebenslauf und Bewerbungsschreiben zu positionieren. Aber Achtung: Steht in der Stellenanzeige deutlich geschrieben, dass nur Anschreiben und Lebenslauf gewünscht ist, sollte auch hier auf die Dritte Seite verzichtet werden.
Initiativbewerbung Das emotionale Plädoyer lautet: Vergessen Sie das Bewerbungsschreiben und setzen Sie an dieser Stelle auf die Dritte Seite der Bewerbung! Nachdem es in der Regel keine Stelle gibt auf die Sie sich bewerben und Sie lediglich den Ansprechpartner erfragen konnten, gibt es auch keinen wirklichen Inhalt für das Bewerbungsschreiben. Sie müssen von sich als Mitarbeiter überzeugen – und dazu eignet sich das Motivationsschreiben.
BlindbewerbungHier gilt dasselbe wie bei der Initiativbewerbung. Sorgen Sie mit der Dritten Seite Ihrer Bewerbung für den „wow“-Effekt beim Personalreferenten. Eine Dritte Seite mit einem gut geschrieben Motivationsschreiben kann hier der richtige Weg sein.

 

Hochschulen fordern immer häufiger die Dritte Seite ein

Neben den genannten Klassikern im Bewerbungsdschungel gibt es natürlich auch noch Unterschiede in Abhängigkeit der verschiedenen Positionen, um die Sie sich bemühen können. Neben einer Praktikums- oder Ausbildungsstelle können Sie sich auf eine Young-Professional, eine Senior-Professional oder gar auf eine Leitungsposition bewerben. Was bis dato gänzlich außer Acht gelassen wurde, ist der Trend, dass immer mehr Universitäten und Fachhochschulen ein Motivationsschreiben der Bewerber einfordern, die sich für die Zulassung zum Studium bewerben. Und genau für diese Variante der Bewerbung gibt es einige Does und Dont’s zu beherzigen:

So soll das Motivationsschreiben aufs Papier …

  1. Wer sich heute für ein Studium bewirbt, wird nicht selten mit der Aufgabe konfrontiert, ein Motivationsschreiben zu liefern.

    Inhaltslose Themen, die beim Lesen am Kopf des Personalreferenten nur so vorbeirauschen sind voll und ganz aus einer Bewerbungsmappe zu verbannen. Und insbesondere im Motivationsschreiben haben sie nichts zu suchen.

  2. Motivation sollte spürbar sein, aber nicht den Inhalt verdrängen. Das heißt, dass ein Satz zur eigenen Wunschkarriere einmal ganz sinnvoll ist, doch sollte dieser nicht überreizt werden.
  3. Machen Sie deutlich, warum Sie diesen Studiengang gewählt haben – und zwar ganz persönlich, ohne aus der Studi-Info die Vorteile des Studiengangs abzuschreiben.
  4. Nennen Sie Ihre beruflichen Meilensteine bzw. Ihre Vorqualifikation – aber Achtung: Selbst wenn Sie bei einer namhaften Firma waren, gibt Ihnen das noch lange nicht das Recht eingebildet zu sein!
  5. Kreieren Sie eine Geschichte um Ihre Stärken und geben Sie nicht einfach nur platt wieder, dass Sie als teamfähig eingeschätzt werden.
  6. Persönliches statt Plagiat! Natürlich ist es vergleichsweise schwierig, gute Formulierungen, die Sie einmal gelesen haben, wieder aus dem Kopf zu verbannen, aber Achtung: Hier winkt das Urheberrechtsgesetz, dass verbietet, Texte zu kopieren ohne diese kenntlich zu machen. Kreieren Sie stattdessen lieber Ihre eigene Geschichte.
  7. Rechtschreibfehler, umgangssprachliche Sätze oder ein Abweichen von den Vorgaben zu Länge und Aufbau des Motivationsschreibens sind auf dem Weg zum heißersehnten Studienplatz nicht gerade dienlich. Falls nichts anderes angegeben ist, gilt: Ein Motivationsschreiben hat eine Headline und einen Hauptteil. Das Ende stellen Ort, Datum und Unterschrift.
  8. Kommen Sie zum Punkt! In der Regel sollten Motivationsschreiben nicht länger als 15 Zeilen sein. Grund genug, sparsam mit den zur Verfügung stehenden Zeilen umzugehen und diese nicht inhaltlos mit Buchstaben zu füllen.

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