Bewerbung Anlagen - Die ReihenfolgeSoviel ist klar: Vollständige Bewerbungsunterlagen umfassen Anschreiben, Lebenslauf, Bewerbungsfoto und Zeugnisse. Doch in welcher Reihenfolge werden diese Unterlagen in die Mappe gepackt? Grundsätzlich gilt: Lebenslauf und Bewerbungsmappe sollten zusammenpassen, dann kann kaum mehr etwas schiefgehen.

Doch was so einfach klingt, bedeutet ein Stück harte Arbeit, denn eine Bewerbung zu erstellen, bedeutet zunächst einmal alle Unterlagen zu erstellen, zusammenzusammeln und ordentlich zu kopieren. Zeugnisse werden nie im Original beigefügt. Doch egal ob sie per Scan ins Dokument integriert werden oder per Kopie in die Bewerbungsmappe eingefügt werden – es muss in jedem Fall ordentlich sein und das heißt: Schiefe Kopien sind ebenso ein No-go wie verblasste Kopien oder zu dunkle Varianten, die das Lesen schwer machen.

Die richtige Reihenfolge heißt: Arbeit – Schule – Weiterbildung

Eine Bewerbungsmappe zusammenstellen ist ein hartes Stück Arbeit. Denn sind erst einmal alle Unterlagen aus Ordnern zusammengetragen, stellt sich die große Frage: Wie werden sie richtig sortiert?

Eine Bewerbungsmappe zusammenstellen ist ein hartes Stück Arbeit. Denn sind erst einmal alle Unterlagen aus Ordnern zusammengetragen, stellt sich die große Frage: Wie werden sie richtig sortiert?

Diese Reihenfolge hat mittlerweile sozusagen Schule gemacht – und zwar im Lebenslauf sowie auch bei der Reihenfolge der Anlagen. Das heißt übersetzt: Im Lebenslauf werden erst die beruflichen Stationen gelistet, dann die schulischen und anschließend die weiterbildenden und berufsqualifizierenden Maßnahmen. Dieselbe Reihenfolge der Anlagen muss auch bei den kopierten Zeugnissen eingehalten werden.

Damit ist das Wissenswerte rund ums Thema „in welche Reihenfolge bringe ich die Anlagen der Bewerbung?“ noch lange nicht erschöpft, denn auch die einzelnen Dokumente sollten in einer einheitlichen Form sortiert und in die Mappe gebracht werden. Mittlerweile hat sich die rückwärts gerichtete Sortierweise durchgesetzt. Das heißt, dass oben auf das aktuellste Zeugnis liegt, dann folgt das zweitälteste, das drittälteste usw.

Das hat den Vorteil, dass der künftige Arbeitgeber nicht bei Pontius und Pilatus beginnen muss, sondern gleich mit dem ersten Aufblättern einen Blick auf die letzte Wirkungsstätte bzw. die zuletzt absolvierte Leistung werfen kann. Überzeugt diese, wird ggf. noch weitergeblättert, denn schließlich besteht auch Interesse an der Person des Bewerbers.

Tipp!
Besonders benutzerfreundlich ist ein sogenanntes Anlagenverzeichnis, welches als Inhaltsverzeichnis der Bewerbung fungieren kann und die Anlagen in der eingehefteten Reihenfolge listet. Das hilft bei der Suche nach einzelnen Dokumenten und Zertifikaten, die sich der Personalreferent oder der Abteilungsleiter genauer ansehen möchte.

Neu-Starter haben eine andere Reihenfolge

Wer gerade seine Ausbildung absolviert hat, dessen Bewerbung sieht oft etwas anders aus. Hier dreht sich die chronologische Reihenfolge ins Umgekehrte. Warum? Weil es hier das Ziel ist, den Werdegang zu dokumentieren. Im Bereich der schulischen Leistungen kommen hier natürlich Schulzeugnisse zum Tragen. Im Kapitel Weiterbildung können Zertifikate über Zusatzkurse platziert werden und im beruflichen Bereich sind in der Regel Praktika-Bescheinigungen zu finden. Die Reihenfolge lautet hier: Chronologie in ihrer Reinform oder man beginne mit dem ältesten und steigere sich.

Besonders das Kapitel „Weiterbildung“ ist bei Newbies im Bereich der Berufstätigkeit wahrlich spannend, denn es gilt die richtigen Anlagen auszuwählen, ohne die Bewerbung zu überfrachten. Personalreferenten raten, die Dokumente mit aufzunehmen, die das berufliche oder persönliche Bild schärfen. Das heißt, dass die Teilnahme am Projekt „Schulfirma“ oder „Börsenspiel“ durchaus aussagekräftig ist. Die Auszeichnung als Lego-Spiele-Meister oder das Freischwimmer-Abzeichen ist hingegen weniger relevant.

Sonderfall Führungskräfte, Kreative und Selbstständige

„Als persönliche Referenz zu meinen Leistungen, Erfahrungen und Erfolgen nenne ich …“. Diesen Satz findet man in der Regel in den Bewerbungsunterlagen von Führungskräften. Sowohl im Bewerbungsschreiben selbst als auch in den Anlagen kann so auf Personen verwiesen werden, die etwas zum Bewerber als Führungskraft sagen können. Da gerade die dabei nötigen Informationen häufig nicht explizit im Zeugnis aufgeführt werden bzw. dem künftigen Arbeitgeber auch ein persönliches Gespräch mit einem ehemaligen Kollegen auf derselben Hierarchie-Ebene gefallen könnte, ist diese Möglichkeit in Bewerbungen von Führungskräften durchaus gängig.

Dem künftigen Arbeitgeber einen Kontakt zu offerieren ist sehr wertig, deswegen sind Referenzen nicht selten direkt im Anschluss an das Anlagenverzeichnis und noch vor den beruflichen Zeugnissen zu finden. Die Leistungsbilanz ist ein ebenso legitimer wie auch seltener Part in einer Bewerbungsmappe. Sie empfiehlt sich denjenigen, die mehrere Berufe erlernt haben und dort Parallelen oder Gemeinsamkeiten herausarbeiten möchten. Auch Selbstständige, die sich auf eine feste Anstellung bewerben, nutzen die Leistungsbilanz um ihre Tätigkeiten ins rechte Licht zu rücken. Wo die Leistungsbilanz positioniert wird? Direkt hinter dem Lebenslauf – und noch vor dem Anlagenverzeichnis.

Bei einigen Berufen sind Arbeitsproben essentiell wichtig. Im Kreativbereich arbeitende Menschen sollten in jedem Fall eigene Werke mitsenden, um ihr eigenes Profil zu schärfen. Bei Journalisten und Grafikern ist dieser Bereich nicht selten der größte Part in den Bewerbungsunterlagen.

Fazit: So sieht die Reihenfolge der Anlagen in einer Bewerbung aus

Job und Schule

In der Regel gilt: Erst kommen die beruflichen Zeugnisse in die Bewerbungsmappe, danach die schulischen.

1.) optional: Ein Deckblatt ist nicht nötig, kann aber der Bewerbung einen hochwertigen Touch gegeben. Ist das Deckblatt in einem bestimmten Layout designt, muss das Layout über die kompletten Bewerbungsunterlagen reichen.

2.) Das Anschreiben wird lose auf die Bewerbungsmappe gelegt oder bei einer Online-Bewerbung als einzelnes Dokument verschickt.

3.) Der Lebenslauf ist tabellarisch gehalten und beginnt oft mit den persönlichen Daten. Anschließend werden bei Bewerbern mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung zunächst die beruflichen Stationen, dann die schulischen Meilensteine und anschließend etwaige Weiterbildungen gelistet.

4.) optional: Die Leistungsbilanz eignet sich für Bewerber im Consulting-Bereich, für Selbstständige und für Bewerber mit mehreren Berufsabschlüssen.

5.) optional: Das Anlagenverzeichnis ist für Bewerbungen mit vielen Anlagen durchaus empfehlenswert, denn es dient als Inhaltsverzeichnis und hilft, Dokumente schnell zu finden.

6.) optional: Führungskräfte verweisen in ihrer Bewerbung nicht selten auf Referenzen. Das sind Menschen, die quasi als Leumund fungieren können.

7.) Arbeitszeugnisse werden so sortiert, dass das Aktuellste obenauf liegt. Nur wenn es sich um Berufseinsteiger handelt, werden alle Anlagen chronologisch mit dem ältesten Dokument beginnend eingeheftet.

8.) optional: Zeugnisse über Weiterbildungen, Fortbildungen und zusätzliche Qualifikationen werden direkt nach den Arbeitszeugnissen eingeheftet, wenn es sich um einen Bewerber mit über zehn Jahren Berufserfahrung handelt. Dann nämlich werden zusätzliche Kurse zum Unique Selling Point im Bewerbungsverfahren. Bei Berufseinsteigern stehen die zusätzlichen Qualifikationen erst nach den schulischen Zeugnissen.

9.) Die schulischen Zeugnisse werden in der Regel wie folgt sortiert: Oben auf liegt das Zeugnis über den höchsten erworbenen Abschluss (z.B. das Hochschulzeugnis), dann folgen Ausbildungszeugnisse und Schulzeugnisse.

10.) Am Ende einer Bewerbung ist Platz für Arbeitsproben, die besonders bei kreativ arbeitenden Bewerbern zwingender Bestandteil einer Bewerbung sind.

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41 Fragen aus dem Einstellungstest

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