Eine Frage ohne eindeutige Antwort: Sollen die Anlagen nun farbig oder in schwarz-weiß gedruckt werden?

Farblos ist out. Das ist der Tenor, der aus den Reihen von Personalreferenten zu hören ist. Das heißt übersetzt: Die Anlagen einer Bewerbung sollten farbig in die Bewerbungsmappe kommen, schwarz-weiß ist einfach nur trist. Doch warum gibt’s die Diskussion eigentlich? Weil Farbkopien mehr Geld kosten als schwarz-weiß Kopien und weil farbige Scans eine größere Dateigröße haben.

Eine Frage ohne eindeutige Antwort: Sollen die Anlagen nun farbig oder in schwarz-weiß gedruckt werden?

Eins vorweg: Farbkopien von Anlagen einer Bewerbung sind kein Muss, aber in den Augen vieler Personalreferenten gehören Sie heutzutage einfach zum guten Ton. Warum liegt im Grunde genommen auf der Hand. Je nachdem auf welche Stelle man sich bewirbt, gleicht eine Bewerbung heute nicht selten einem hochprofessionellen Karriere-Booklet und zu einem Layout, das sich vom Deckblatt bis zu den Anlagen zieht, passen einfach keinen schwarz-weiß Kopien von Zeugnissen.

Das ist aber im Grunde genommen eine Frage der Optik, denn bei den Anlagen einer Bewerbung (also bei Kopien oder Scans) kommt es auf etwas ganz anderes an:

  • Kopien und Scans müssen so angefertigt werden, dass das Zeugnis gut lesbar ist. Das heißt Kopien und Scans müssen scharf sein und die Tonerintensität darf weder zu dunkel noch zu hell eingestellt sein.
  • Kopien und Scans müssen gerade sein und dürfen nicht aus Schlampigkeit schief auf das Kopier- oder Scan-Glas gelegt worden sein.

Die alte Schule wünscht sich schlichte Bewerbungen

… und dazu gehören auch Bewerbungsanlagen, die in schlichtem schwarz-weiß kopiert wurden. Das heißt auch, dass die Bewerbungsunterlagen inklusive der Anlagen auch immer nach der jeweiligen Stelle oder dem Unternehmen gestaltet werden sollten. Wer sich auf eine solide, schwarz-weiße Bewerbung stützen kann, und wer mit Grafiken punkten muss, um Erfolg im Job zu haben, finden Sie in der folgenden Tabelle:

farbige Anlagen der Bewerbung mit im Layout gestalteter Bewerbungschwarz-weiß Anlagen mit klassischem, einfachen Bewerbungsaufbau
Auszubildende, die gerade ihre Ausbildung abgeschlossen haben und nach einem ersten Berufseinstieg suchenx
Menschen, die in kreativen Berufen tätig sind, und sich auch in diesem Bereich bewerben (Grafik, Gestaltung, Handarbeit, Text, Bild etc.)x
Bewerber, die sich um eine Stelle in der Sachbearbeitung oder in Handwerk und Industrie bemühenx
Führungskräfte, die sich auf eine Position als Abteilungsleiter, Geschäftsführer oder dergleichen bewerbenx
Studenten, die sich nach ihrem Studienabschluss in die Praxis stürzen möchtenx
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Das krasse Gegenteil: Farbe soweit das Auge reicht

Neben den Verfechtern der Schlichtheit gibt es auch die andere Seite. Diejenigen, die mit all ihrer Kreativität ihrer Bewerbungsmappe erstellen und dabei nicht an Farbe sparen. Aber Achtung: Ansprechend soll die Mappe sein und darüber hinaus noch leicht verständlich und lesbar für den Personalreferenten. Das heißt aber auch, dass Farbe mit Maß und Ziel eingesetzt werden muss, um die Bewerbung nicht zu überfrachten.

Gerade im Online-Bereich macht hier aktuell ein neuer Trend Schule: Lebensläufe, die in den sozialen Medien stehen, können per Mausklick zur Lebenslauf-Infografik werden. Je nachdem mit welchem Programm die Visualisierung bewerkstelligt wird, sind die Möglichkeiten, selbst gestalterisch einzugreifen, umfangreicher oder reduzierter. Zur Visualisierung von LinkedIn-Werdegängen empfehlen Profis die Programme Re.vu, Resumup und Visualize.me. Für Facebook- und Twitter-User stehen Visual.ly und What about me? Auf der Hitliste ganz oben.

Aber Achtung: Eine Bewerbung ist noch immer eine zielorientierte Zusammenstellung der bisherigen Wirkungsstätten. Das kann in der Bewerbungswelt 2.0 durchaus in Wort und Bild passieren, aber eine Überfrachtung der Bewerbungsanlagen wird nach wie vor als kontraproduktiv gewertet, weil es schlicht als Ablenkung vom Wesentlichen angesehen wird.

Grafisch aufwendig gestaltete Infografiken halten mittlerweile auch in Bewerbung Einzug. Sie sind das genaue Gegenteil von klassischen schwarz-weiß Anlagen.

Apropos Bewerbung 2.0: Wer eine pfiffige und aussagekräftige Internetpräsenz hat, kann diese im Bewerbungsverfahren natürlich nutzen. Allein das schlichte Einfügen der www-Adresse ist allerdings nicht angebracht. Gut aufgehoben ist ein Hinweis auf die Webpräsenz beispielsweise im Post-Scriptum-Bereich des Bewerbungsanschreibens. Tipp: Besonders gut passt der Link dann, wenn lediglich eine Kurzbewerbung oder eine formlose Bewerbung gefragt ist, die in der Regel auf alle ergänzen Unterlagen wie Anlagen etc. verzichtet. Hier kann ein www-Link hilfreich und zugleich sinnvoll sein. Aber Achtung: Wird explizit auf die Online-Welt verwiesen, wird der Personalreferent auch entsprechend nachforschen – auch in nicht extra ausgewiesenen Online-Plattformen!

Die Farbwahl wird nicht über den Job entscheiden

Ob die Anlagen nun schwarz-weiß oder farbig sind, wird in der Regel nicht darüber entscheiden, ob ein Bewerber den Job bekommt oder nicht. Wichtig ist, dass die Bewerbungsunterlagen vollständig sind, sie ordentlich aufbereitet wurden und die Auswahl der Anlagen zum angestrebten Beruf passt. Wer also den Nachweis über seinen schwarzen Gürtel beim Judo als Zertifikat beilegt und sich auf eine Stelle als Mechatroniker bewirbt, wird ein verwundertes Stirnrunzeln beim Personalreferenten auslösen. Vielleicht wird sich dieser sogar fragen, ob das Unternehmen vermehrt mit Sportunfällen zu kämpfen haben muss, wenn der Bewerber doch so sportlich aktiv ist.

Wichtiger als die Entscheidung, ob die Anlagen farbig oder schwarz-weiß sind, ist also die Frage, welche Anlagen ausgewählt werden und wie bzw. in welcher Reihenfolge diese in die Bewerbungsmappe kommen. Dabei ist in aller Regel Chronologie gefragt.

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