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Die Gestaltung des Bewerbugsflyers orientiert sich stark an der Branche. Bunt und flippig eignet sich nur für wenige, ausgewählte Bereiche.

Flyer gehören doch in die Werbung, was haben die denn mit meiner Jobsuche zu tun!? Wer sich das fragt, der hat einen entscheidenden Trend verpasst: Bewerbungsflyer sind nämlich längst keine Spinnerei Übermotivierter mehr, sondern die perfektionierteste Form der Eigenwerbung, die es gibt. Viele Druckanbieter setzen aktuell bereits auf die professionelle Gestaltung von Bewerbungsflyern – via vorgegebenem Template oder durch einen ausgebildeten Mediengestalter. Auf was es beim Bewerbungsflyer gestalten ankommt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Werbung für die Sache – Werbung für die Person

Diese Differenzierung ist auch die grundlegende Unterscheidung zwischen einem Werbeflyer, der Produkte anpreist (oder Dienstleistungen eines Selbstständigen), und einem Bewerbungsflyer, der den Mensch anpreist – vor dem Hintergrund seiner fachlichen und beruflichen Qualifikation. Doch obgleich beide eine unterschiedliche Intention haben, so haben sie doch auch eines gemeinsam: Sie versuchen über ein ansprechendes Design Interesse zu wecken.

Online vs. Print – was ist effektiver?

Eine grundsätzliche Antwort auf diese Frage gibt es nicht, wohl aber eine Möglichkeit, beide Anforderungen zu kombinieren – nämlich in Form eines A5-Flyers, der druckbar und per E-Mail zu verschicken ist. Diese Tabelle zeigt weitere spezielle Möglichkeiten:

Gestaltungsvarianten im Online-BereichGestaltungsvarianten im Print-Bereich
Die einfache Gestaltungsvariante für einen Online-Flyer ist ein Flyer im A5-Querformat. Dieser passt wunderbar auf den Bildschirm (in Größe und Form) und kann in individuellen Farben oder auch zugeschnitten auf das Unternehmen gestaltet werden. Grundsätzlich bietet Online mehr Gestaltungsmöglichkeiten, weil jeder Flyer individualisiert werden kann – ohne wieder Druckkosten investieren zu müssen.Die Falz-Variante ist die wohl gängigste Flyer-Variante im Print-Bereich. Besonders beliebt sind dabei Altar-, Wickel- und Zick-Zack-Falzflyer. Das Ausgangsformat ist in der Regel A4. Dieses wird so gefaltet, dass unterschiedliche Seiteneinteilungen entstehen, die inhaltlich bereits eine Grobgliederung vorgeben.
Interaktive Grafiken sind indes die wahre Profi-Variante, die in der Fachbrache jedoch sehr gut ankommt. Dabei entsteht ein digitaler Bewerbungsflyer in Form einer Grafik, auf der Teile angeklickt werden können. Diese können dann zur eigenen Homepage führen, zu einem Download weiterer Arbeitsproben oder zu einem Resultat der eigenen Arbeit (beispielsweise im Ausbildungsbetrieb).Ausgefallene Flyer erinnern stark an Werbeflyer, können aber auch als Arbeitsprobe dienen. Ein Mediengestalter kann beispielsweise eine ausgefallen Form wählen. Ein Konditormeister kann den Flyer nutzen, um seine schönsten Werke zu präsentieren.

Schöne Form, aber was muss der Inhalt bieten?

Die Form des Flyers und die Gestaltung sticht sicherlich als erstes ins Auge, doch nur ein guter Inhalt bewirkt, dass der Bewerber auch mit dem Bewerbungsflyer punkten kann. Deswegen müssen unbedingt diese Informationen im Bewerbungsflyer untergebracht werden:

  • die Kontaktdaten des Bewerbers: Vorname, Nachname, Anschrift, E-Mail (idealerweise Festnetz- und Mobilfunknummer), Telefon, ggf. Homepage
  • das Bewerbungsfoto
  • die persönlichen Daten (wie z.B. Familienstand und Kinder)
  • die Auflistung der Aus- und Weiterbildungen
  • die beruflichen Meilensteine
  • weitere berufliche und persönliche Qualifikationen

Das 1×1 der Flyergestaltung

Schlichte Eleganz ist für viele Berufe ein guter Layout-Tipp.

Nachdem nun die Form und auch der Inhalt besprochen wurden, geht’s nun an die Gestaltung. Wer ein kreatives Händchen hat, kann selbst ein Layout entwerfen. Wer sich hingegen unsicher fühlt beim Design des Layouts, kann sich an Profis wenden (Mediengestalter, Grafiker) oder sich eines Templates bedienen, die mittlerweile online verfügbar sind.

Grundsätzlich müssen Sie bei jeder Gestaltung einige Spielregeln in punkto Farbwahl, Formgebung und Schriftart beherzigen, um einen ansprechenden Bewerbungsflyer gestalten zu können.

  • Die Farbe. Bei der Farbwahl gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Sie kombinieren die Farbe, die Ihnen liegt und die zu Ihnen persönlich passt mit einem schlichten Grau – denn so zeigen Sie Ihre Persönlichkeit durch „Ihre“ Farbe und drücken durch die Farbe Grau zusätzlich den seriösen Ansatz aus, oder Sie bedienen sich einer ganzen Farbwelt und arbeiten mit verschiedenen Nuancen einer Farbe. Auch je eine Farbe für einen inhaltlichen Bereich zu verwenden ist denkbar, aber Achtung – nicht, dass der Bewerbungsflyer zu bunt wird.
  • Das Layout. Achten Sie immer darauf, dass Ihr Layout zum Job passt. Schnörkel und romantische Details passen vielleicht noch in den Hochzeitsbereich oder zur Floristik, sonst allerdings sind sie kaum zu verwenden. Je handwerklicher und technischer ein Beruf ist, desto dunkler sollten die Farben und desto geradliniger sollten auch die Formen sein.
  • Die Schriftart. Auch hier ist die Branche das bestimmende Element. In seriösen Berufen (im Büro, in der Bank, in einer Versicherungsagentur) sind klassische Schriften zu bevorzugen (Times New Roman, Arial …). In der Medienbranche dürfen es gerne kreative Schriften sein – aber bitte keine Schreibschrift, denn diese lässt sich manchmal recht schwer lesen. Führungskräfte sollten einen individuellen Schrifttyp wählen.

Der Mediengestalter rät: „Wer einen Bewerbungsflyer gestaltet, sollte trotz aller kreativen Ideen nicht übertreiben, denn letztlich handelt es sich um eine Bewerbung um einen Job. Besonders wichtig ist das Understatement auch bei den Auszeichnungen. Überschriften sollten natürlich durch einen fetten Schriftschnitt hervorgehoben werden, doch auch nur diese. 10- bis 12pt-Schriftgrößen haben sich für den Fließtext durchaus bewährt. Wer den Flattersatz wählt (anstelle des Blocksatzes) vereinfacht den Lesefluss, aber Achtung: Der Flattersatz ist eine wahre Kunst von uns Mediengestaltern, denn der Satzverlauf darf beispielweise keine unschönen Worttreppen beinhalten.“

Weitere Infos für kreative Köpfe:

Bildnachweis: Viper/fotolia.com, Petr Vaclavek/fotolia.com

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