Diese Form der Darstellung ist kreativ und funktional zugleich. Bewerbungsflyer und -grafiken erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – und sind in allen Berufen nutzbar.

Auf diese grundsätzliche Frage und ohne zu wissen, auf welchen Beruf Sie sich bewerben, würde ich erstmal „nein“ sagen. Denn kreativ ist etwas, das erstmal vom Wesentlichen, also vom Inhalt der Bewerbungsmappe ablenkt. In einigen Fällen jedoch ist eine kreative Bewerbungsmappe wichtig, um zu zeigen: Ich lebe meinen Beruf. Natürlich ist das genau in den „kreativen“ Berufen gemeint. Doch allein das ist schon schwierig zu klassifizieren, denn welcher Beruf ist denn kreativ und welcher braucht eine kreative Bewerbungsmappe? Antworten dazu gibt es in diesem Beitrag.

Zunächst einmal muss natürlich geklärt werden, bei welchen Berufen es sich um „kreative“ Berufe handelt. Dabei muss noch eine Einschränkung gemacht werden: Es geht nämlich um kreative Berufe, bei denen der Output, das Arbeitsergebnis, kreativ sein muss. Ein Beispiel, das den Unterschied deutlich macht: die Kindergärtnerin. Natürlich muss sie kreativ sein im Umgang mit den kleinen Kindern, aber dafür muss sie nicht etwa Grafikprogramme wie InDesign und Illustrator beherrschen, sondern muss im Rahmen ihrer pädagogischen Ausbildung eine kreatives Erziehung walten lassen.

Der Unterschied in der Bewerbung liegt darin: Hat die Kindergärtnerin eine quietschbunte Bewerbung abgeschickt, bei der jede Seite aussieht, als würden Konfetti umherfliegen, hat sie ihren Job missverstanden, denn sie soll nicht der Clown der Kinder sein, sondern diesen auch etwas vermitteln. Eine Mediengestalterin oder Grafikerin hingegen darf durchaus eine kreative Bewerbung abgeben, aber Achtung: Die Funktionalität muss erhalten blieben.

Kreative Berufe gibt es viele

Ein Tanzlehrer muss kein Layout-Profi sein, obgleich er einen sehr kreativen Beruf hat.

Die meisten denken an den Mediengestalter oder die Grafikerin, wenn es darum geht, kreative Berufe zu benennen, doch in der Praxis gibt es mehr. Auch der technische Produktdesigner, der Schauspieler und der Maskenbildner müssen kreativ sein, um ihren Job gut zu machen. Darüber hinaus kann der Modeschneider ohne Kreativität im Blut, sicherlich kein schönes Kleid designen und auch der Gestalter für visuelles Marketing wird ohne Kreativität nicht beruflich erfolgreich werden. Fotografen, Gärtner, Tanzlehrer, Kaufleute für Marketingkommunikation und Veranstaltungskaufleute müssen alle ein kreatives Händchen haben. Doch so unterschiedlich die Berufe sind, so unterschiedlich können auch die Bewerbungen ausfallen.

Welche Bewerbung passt zu welchem Beruf?

Das Plädoyer lautet stets: Kreieren Sie eine Bewerbung, die zu Ihrem Beruf passt. Doch in Anbetracht der Liste der kreativen Berufe wird auch klar: Es kann gar nicht EINE kreative Variante geben, denn der Gärtner hat nun doch ein ganz anderes Aufgabenspektrum als der Veranstaltungskaufmann. Einige Tipps zur Bewerbung in den oben genannten Kreativberufen, haben wir für Sie in der folgenden Tabelle zusammengestellt:

Mediengestalter, GrafikerVon allen kreativen Ausbildungsberufen dürfen Mediengestalter und Grafiker mit Abstand am kreativsten sein, denn sie werden auch später im Beruf am Computer sitzen und sich Layouts und Illustrationen ausdenken müssen. Das heißt für die Bewerbung: Vorgefertigte Layouts zu verwenden, ist an dieser Stelle absolut tabu. Kreieren Sie Ihr eigenes, individuelles Layout oder schreiben Sie in Ihrer selbst entworfenen Schrift. Achten Sie darauf, dass das Layout klar und strukturiert ist. Falls Sie ausgefallene Grafiken beherrschen, ist dafür Platz in den Arbeitsproben.
Technischer ProduktdesignerStruktur und Genauigkeit zeichnen den technischen Produktdesigner aus. Und das sollte auch die Bewerbung zeigen. So ist es also durchaus legitim, Farbe in die Bewerbung zu bringen, doch nur in Maßen. Von einem farbigen Hintergrund ist abzuraten, strukturierende Linien hingegen sind gut und hilfreich.
SchauspielerSchauspieler müssen auf der Bühne gut sein, nicht aber beim Gestalten einer Bewerbung. Das heißt: Sie arbeiten zwar in einem kreativen Beruf, müssen sich aber bei der Bewerbung nicht unnötig Gedanken machen.
MaskenbildnerMaskenbildner sind besonders kreative Köpfe – allerdings auf dem Gesicht von Schauspielern. Wer zeigen will, wie kreativ er ist, kann Arbeitsproben beilegen. Fotografien von geschminkten Schauspielern bieten sich hier an. Doch auch eigene Zeichnungen von Ideen zu einem Thema können hier einen individuellen Touch in die Bewerbung bringen.
ModeschneiderAuch hier gilt ähnlich wie beim Maskenbildner: Legen Sie Arbeitsproben (auf einem Foto) oder Entwurfsskizzen bei.
Gestalter für visuelles Marketing Grafik ist hier weniger gefragt, denn als Gestalter für visuelles Marketing gestalten Sie Präsentations- und Ausstellungsräume. Gut, wenn Sie Fotos von Ihren Werken gemacht haben. Diese können Sie bei den Arbeitsproben beilegen.
FotografArbeitsproben beizulegen ist für angehende Fotografen weitaus wichtiger als sich mit Layout oder Gestaltung der Bewerbungsmappe zu befassen. Achten Sie darauf, verschiedene Bilder zu zeigen: Porträts, Landschaftsaufnahmen sowie Produktfotografie sind ganz verschiedene Bereiche, die Sie später auch abdecken müssen.
GärtnerWie Sie Ihren grünen Daumen im Rahmen einer Bewerbung zeigen? Bitte nicht mit Blümchen auf dem Layout! Auch Gärtner haben nämlich keinen Grund, sich stundenlang vor dem Rechner aufzuhalten, sondern kreieren lieber Gestecke und Sträuße.
TanzlehrerEine Standardbewerbung ist hier absolut ausreichend, denn ähnlich wie der Schauspieler agiert ein Tanzlehrer letztlich in der Praxis, nicht auf einem Blatt Papier.
Kaufleute für MarketingkommunikationKaufleute für Marketingkommunikation müssen die perfekte Bewerbung abgeben, denn bei ihrem Job geht es darum, kaufmännische Kenntnisse und Kreativität zu vereinen. Wichtig ist, dass das Gesamtbild der Bewerbung sowohl inhaltlich als auch grafisch stimmig ist. Ein selbst gestaltetes Layout ist ein Pluspunkt, aber keine Grundvoraussetzung.
VeranstaltungskaufleuteWer gut im Organisieren und Planen ist, muss nicht illustrieren können. Das heißt auch: Eine klassische Bewerbung ist hier vollkommen ausreichend.

Bildnachweis: Petr Vaclavek/fotolia.com, Distrikt3/fotolia.com

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