Wer die Dritte Seite der Bewerbung möglichst kreativ gestalten will, muss sich neben den Inhalten aus dem Bewerbungsschreiben und dem Lebenslauf etwas einfallen lassen.

All diejenigen, die beim Blick auf die Stellenbeschreibung der Traumstelle nicht auf die Worte blicken müssen „ein Motivationsschreiben ist mit einzureichen“, können sich im Grunde glücklich schätzen, denn wer nicht zwingend eine Dritte Seite in die Bewerbung heften muss, der muss sich nicht mit der Frage beschäftigen: Wie kreiere ich die Dritte Seite der Bewerbung möglichst kreativ? Allen anderen seien nun ein paar Tipps mit an die Hand gegeben, die die Dritte Seite der Bewerbung kreativ werden lassen.

Wer seitens des potentiellen Wunscharbeitgebers zur Dritten Seite in der Bewerbung förmlich „genötigt“ wird, hat nur noch eine kleine Wahlmöglichkeit: die sichere oder die kreative Variante zu wählen. „Sicher“ ist beispielsweise unter der vergleichsweise „braven“ Überschrift „Über mich“ oder „Das spricht für mich“ drei kurze, knackige Punkte zu nennen, die für Sie als Bewerber sprechen und den Personalreferenten zum Schluss kommen lassen: „Dieser Bewerber muss in unsere Firma!“

Wer die „Sicherheitsvariante“ wählt, sollte…

  • die drei wichtigsten Punkte aus Anschreiben und Lebenslauf zusammenfassen und diese zu den drei Punkten auf der Dritten Seiten werden lassen. Bloße Wiederholungen sind hier nicht gefragt, deswegen erfolgt hier die kleine, überschaubare Kreativleistung, die drei wichtigsten Punkte auch inhaltlich noch etwas auszuschmücken.
  • die persönlichen Stärken besonders betonen, ohne überheblich zu werden. Dabei ist es wichtig, Motivation und Eignung zu signalisieren – und Interesse an Ihrer Person zu wecken.
  • knappe Formulierungen wählen, um die Dritte Seite zur Checkliste zu machen, was ein Unternehmen braucht – nämlich Sie!

Empfehlenswert ist dieser Weg für all diejenigen, die stilistisch gut mit sachlichen, faktenbasierten Themen klarkommen und vielleicht auch nicht die passende Geschichte parat haben, die sich als Ansatzpunkt für die kreative Dritte Seite nutzen lässt.

Die kreative Dritte Seite

Bei der Erstellung der Dritten Seite gilt es, mit Kreativität die Puzzleteile aus Persönlichkeit und Qualifikation, die fast unsichtbar miteinander verbunden sind, in Worten aufs Papier zu bringen.

Auch für kreative Menschen ist die Erstellung der Dritten Seite einer Bewerbung nicht zwingend ein Kinderspiel, denn viele neigen dazu, besonders verspielt und blumig4e etwas zu beschreiben, was sie zwar auszeichnet, sich aber vom stark strukturorientierten Personalreferenten gar nicht erschließen lässt. Damit das nicht passiert und Ihre Message auch eine Punktlandung wird, lassen Sie sich doch von diesen drei Beispielen inspirieren:

1. Fokussieren Sie sich auf ein, maximal zwei Themen. Auch Sie brauchen eine These, die Sie (im Unterschied zur Sicherheitsvariante nicht mit Spiegelstrichen knapp darstellen) sondern idealerweise mit einem praktischen Beispiel unterlegen können. Die Gliederung bleibt auch klassisch: These – Argument – Folgerung. Das folgende Beispiel kann dies verdeutlichen:

Johann Wolfgang von Goethe sagte einst: „Nach unserer Überzeugung gibt es kein größeres und wirksameres Mittel zu wechselseitiger Bildung als das Zusammenarbeiten.“ (= These: Teamfähigkeit ist essentiell wichtig.) Ich selbst konnte diese großen Worte in der Praxis erfahren. So stemmten wir gemeinsam das Projekt „Schülerfirma“. (= Argument für die praktischen Erfahrungen.) Natürlich kann ich nun nicht meine eigene Firma gründen, aber dennoch war für mich nach dieser Erfahrung klar: Ich bin gut geeignet dafür, mich um die betriebswirtschaftlichen Angelegenheiten in einem Betrieb zu kümmern. Deswegen interessiere ich mich für die Ausbildungsstelle zur Kauffrau für Büromanagement in Ihrem Betrieb. (= Schlussfolgerung, dass der Bewerber eine gute Wahl für die Besetzung der Ausbildungsstelle ist.)

2. Zeigen Sie Persönlichkeit, denn genau dafür ist die Dritte Seite einer Bewerbung gemacht. Wie bereits beschrieben, ist die bloße Wiederholung der Themen aus Bewerbungsschreiben und Lebenslauf nicht das, was auf der Dritten Seite einer Bewerbung gefordert ist. Hier geht es darum, punktgenau und passend zur ausgeschriebenen Stelle so viel Persönlichkeit zu vermitteln, dass der Personalreferent Sie beim Lesen der Bewerbung bereits aktiv in der Position sieht. Ein Beispiel:

Als ich 12 Jahre alt war, wurde meine Mutter schwer krank. Mir und meinen zwei Geschwistern war klar, nun noch stärker zusammenhalten zu müssen, als wir es ohnehin schon taten. Wir schafften es gemeinsam. Als Familie. Und ich fand heraus, dass ich ein „Kümmerer“ bin. Als meine Mutter wieder gesund war, wollte ich diese Eigenschaft näher ergründen und auch herausfinden, ob das „Helfersyndrom“ rein auf den familiären Bereich begrenzt war. Ich engagierte mich als Vorlesepatin im Alten- und Pflegeheim, jobbte als Babysitterin und half auf einem Gnadenhof. Nachdem mir die Berufsberaterin wenig Mut machte, einen sozialen Beruf zu finden, der dies vereinen könnte, machte ich mich selbst auf die Suche – und fand bei Ihrer Stellenbeschreibung zur Heilerziehungspflegerin genau das Profil, das ich mir für meine berufliche Zukunft vorstellen konnte. Finden Sie auch Ihr gewünschtes Bewerberprofil in meinen Unterlagen?

3. Präsentieren Sie sich als Bewerber, der sich bereits mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hat. Ein Stück weit könnte man das sogar „Zielgruppenorientierung“ nennen, denn natürlich suchen Unternehmen heute ihre Bewerber auch nach dem Identifikationswillen des Bewerbers zum Unternehmen aus. Möglicherweise bietet das folgende Beispiel einen Ansatzpunkt für eine kreative Bewerbung:

Ausbildung. Weiterbildung. Beruflicher Erfolg. Privates Glück. Das alles gehört für mich zusammen und so habe ich auf der Suche nach einem Ausbildungsbetrieb auch immer einen Blick ins jeweilige Unternehmensprofil geworfen. Die Tatsache, dass Ihr Betrieb als Familienbetrieb bereits seit Generationen existiert, die Erfolgschancen einer Übernahme nach der Ausbildung sehr hoch sind und auch die glücklichen Gesichter Ihrer Mitarbeiter auf der Homepage sowie deren individuellen Werdegänge, haben mich dazu bewogen, mich bei Ihnen zu bewerben. Kann ich auch in die Gruppe der glücklichen Mitarbeiter aufgenommen werden?

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