Ein freundliches Lächeln kommt auf dem Bewerbungsfoto gut an.

Selbstverständlich. Dennoch tut es nicht jeder Bewerber, denn mancher glaubt, dass Denkerpose oder ein tougher Blick viel besser dafür geeignet sind, sich auf eine Stelle zu bewerben, die in der Unternehmenshierarchie sehr weit oben liegt. Empirische Studien hierzu gibt es nicht, jedoch sollte jedem klar sein, dass der Blick des Personalreferenten zunächst einmal auf den Mensch auf dem Bewerbungsfoto fällt. Und in diesem Zusammenhang ist die Gradwanderung oft schleichend – ob ein Foto tough oder arrogant wirkt. So wird das Lächeln auf dem Bewerbungsfoto also auch zur „sicheren“ Bank, denn ein freundliches Lächeln muss jeder Mitarbeiter einmal an den Tag legen – unabhängig davon, auf welche Position er sich bewirbt.

Eins vorweg: Denjenigen, die auf ein kleines Passbild setzen, denen kann die richtige Pose meist herzlich egal sein, denn das Bild ist ohnehin sehr klein. Wer indes auf ein größeres Motiv auf dem Deckblatt setzen möchte und dabei vielleicht noch das moderne Querformat wählt, sollte sich im Vorfeld bereits Gedanken darüber machen, wie er sich präsentieren will.

Diese Posen sind beim Bewerbungsfoto denkbar

Tipp: Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Posen vor, die natürlich wiederum in sich variiert werden können. Variabel ist sowohl der Blick in die Kamera, der frontal oder von der Seite kommen kann, sowie der Gesichtsausdruck: Lächeln ist dabei genauso erlaubt wie ein ernster Blick. Um eine möglichst große Bandbreite zu haben ist es ratsam, beide Aufnahmen machen zu lassen.

  1. Die Denkerpose

Das wichtigste Element dieser Pose ist die Hand-Kopf-Kombination, denn bei der Denkerpose wird die Hand ans Kinn gelegt, auf die Oberlippe oder gar an die Schläfe. Wichtig dabei ist, weder zu arrogant zu wirken, noch zu verträumt, denn beides passt nicht zu einem Bewerbungsfoto. Sympathisch, zielstrebig, selbstbewusst und natürlich soll der Blick sein – ob mit oder ohne Lächeln bleibt dem Bewerber überlassen.

  1. Die On-the-Run-Pose

Natürlich ist der Bewerber auch bei dieser Pose nicht wirklich auf dem Sprung oder im Gehen begriffen, in Ansätzen aber wirkt es so, denn die Schulter ist im Vordergrund und der Kopf ist sehr stark seitlich aufgenommen. Lässig gestylt kann diese Pose einen sehr natürlich Anschein machen, aber sicherlich ist diese Aufnahmevariante nicht für jede Stelle passend. Für eine Stelle als Steuerfachangestellte oder Rechtsanwaltsgehilfin ist sie fast nicht bieder genug. In Kreativberufen ist diese Pose durchaus denkbar und kommt mit einem Lächeln auf dem Lippen sehr gut an.

  1. Die Dynamik-Pose

Sie ist die Schwester der On-the-Run-Pose, wirkt aber natürlicher, weil die Schulter nicht so stark betont wird. Wichtig ist hier, ein Lächeln aufzusetzen, denn sonst wirkt diese Pose schnell gehetzt, was nicht passend ist für ein Bewerbungsfoto.

  1. Die abgewandte Pose

Für manche mag sie klassisch und kühl wirken, auf andere Rezipienten wiederum wirkt diese Pose fast schon arrogant, also Vorsicht. Charakteristisch ist der Blick an der Kamera vorbei und der langgestreckte Hals. Oft sieht man bei diesen Aufnahmen besonders große Pupillen, die als attraktiv erachtet werden.

  1. Die kesse Pose

… muss man sich letztlich trauen, denn wer diese Pose nur einnimmt, weil der Fotograf dies gut findet, man selbst aber nicht damit klarkommt, der wird wie eine gestellte Witzfigur aussehen. Charakteristisch für diese Pose sind die Handhaltung im Genick der Person und ein Lächeln. Die Pose zeugt von Leichtigkeit und sollte nicht in Zusammenhang mit einer Bewerbung um eine Ausbildung in der Bank gesetzt werden. Im Event- oder Medienbereich ist diese Pose eher denkbar.

Lächeln ja, aber mit Maß und Ziel

Sag mal „Cheese“ ist wohl die älteste Variante, um einen Menschen für ein Foto zum Lachen zu bringen, grundsätzlich aber sollten Sie durchaus einmal vor dem Spiegel testen, wie Sie lachen bzw. lächeln und was ihre Lippen währen dem Lächeln aussagen. Ein Patentrezept für ein attraktives Bewerbungslächeln gibt es im Übrigen nicht. Grundsätzlich aber gilt: Ein weit aufgerissener Mund ist nicht die Art von Lächeln, die sich für ein Bewerbungsfoto eignet. Ein leichtes Lächeln ist dabei die beste Alternative. Aber Achtung: Wer dabei den Mund öffnet, läuft Gefahr einen Duck-Mund zu machen, wie die Experten aus der Modewelt den geöffneten Mund bezeichnen, der doch kein wahres Lächeln ist.

Tough ja, aber nicht zu ernst

Diese Frau wirkt tough - durch die strenge Mimik und die verschränkten Arme - doch würden Sie mit ihr arbeiten wollen?

Diese Frau wirkt tough – durch die strenge Mimik und die verschränkten Arme – doch würden Sie mit ihr arbeiten wollen?

Diesen Tipp sollte jeder beherzigen, der sich für ein Bewerbungsfoto-Shooting rüstet: Eine zu ernste Miene ist nicht etwa ein Garant dafür, dass dem Bewerber eine vertrauensvolle Position zugetraut wird, sondern zeigt eher, dass der Bewerber „spaßfrei“ ist und sehr bieder. Und so möchte letztlich auch kein Mensch auf einen potentiellen Arbeitgeber wirken. Wer ein ruhigerer und auch zurückhaltender Typ ist, kann ein kleines, aber feines Lächeln auf Mund und Augenpartie legen. Aber Achtung: Je feiner das Lächeln ist, desto eher kann dem Bewerber auch Schüchternheit und Verschlossenheit attestiert werden. Meist gelingt ein Lächeln mit leicht geöffneten Lippen besser als mit geschlossenem Mund. Wer bewusst nicht lächelt, sollte auf einen Gleichklang von Augen und Mund achten.

Bildnachweis: contrastwerkstatt/fotolia.com, vgstudio/fotolia.com

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