Der Personalreferent denkt beim Anblick dieses Bildes: Ja, mit dieser Dame kann mann sicherlich gut zusammenarbeiten.

Wilhelm Busch hat einmal gesagt „Lachen ist ein Ausdruck relativer Behaglichkeit“. Prima, dann sollten Sie das auch für Ihr Bewerbungsfoto berücksichtigen. Doch allzu sehr übertreiben dürfen Sie es dabei auch nicht, denn wenn ihr Bewerbungsfoto an einen Lachkrampf erinnert, geht jegliche Seriosität den Bach hinunter. Deswegen soll dieser Beitrag auch aufzeigen, welche Formen des Lachens es gibt, was für das Bewerbungsfoto empfehlenswert ist und wie es wirkt, wenn Sie sich gar kein Lächeln abringen können.

Ein Ausflug in die Psychologie: Hirnforscher befassen sich mit den Arten des Lachens

Natürlich lacht jeder Mensch auf seine eigene, ganz persönliche Art und Weise, deswegen ist es umso spannender, was Hirnforscher vor wenigen Jahren herausgefunden haben: Auch wenn jeder Mensch auf seine Art lacht, sind die dabei aktivierten Hirnregionen doch dieselben. Betrachten wir zunächst einmal die Grundfunktion des Lachens: Das ist nämlich der Transport von Freude.

Lachen bringt Freude und Hohn, Aufregung und Angst, Verlegenheit und Schamgefühl zum Ausdruck. Gemeinsam zu lachen verbindet. Anzulachen wirkt einladend. Auszulachen wirkt verachtend. Kurz um: Es ist die nonverbale Kommunikation, die durch das Lachen bestritten wird – und hier wird auch der Stellenwert dieses Ausflugs in die Psychologie deutlich, denn auch beim Bewerbungsfoto muss nonverbal etwas vermittelt werden, denn obgleich wissenschaftliche Tests bewiesen haben, dass ein unterschiedlicher Ton beim Lachen darauf schließen lässt, ob es sich um ein höhnisches oder schadenfrohes Lachen handelt, so ist es doch die Mimik, die mit darüber entscheidet, wie ein Lachen wirkt. Und noch eine Tatsache eint die Wissenschaft und das Bewerbungsfoto: Es ist schwierig, natürlich zu lachen, denn auch wenn das Lachen künstlich wirkt, ist das sehr deutlich zu sehen.

Wegweiser durch die Formen des Lachens – und ihre Wirkung

Das Lachen auf dem Bewerbungsfoto nimmt hier eine ganz spezielle Rolle ein, denn eine Bewerbung ist in keinem Fall ein Grund, einen unbeherrschten Lachkrampf zu bekommen – also sollte das auf dem Foto auch auf keinen Fall so aussehen. Einen kleinen Wegweiser durch die Arten des Lachens soll diese Übersicht geben. Alle Arten des Lachens können natürlich nicht aufgezeigt werden, denn das wären sicherlich an die 100 verschiedene Varianten.

Authentisches LächelnBeobachten Sie sich doch einmal selbst. Wenn Sie durch die Stadt flanieren und lächeln, weil es Ihnen gut geht oder weil ein Vorhaben besonders gut geglückt ist – dann ist das Ihr authentisches Lächeln. Erinnern Sie sich daran, wenn Sie zum Fotoshooting gehen, denn genau dieser Ausdruck sollte auf Ihren Lippen liegen.
Berechnendes LächelnMenschenkenner werden erkennen, wenn Sie nur lächeln, um sympathisch zu erscheinen, im Hintergrund aber hämisch sagen wollen: Wenn ich mich erst in das Unternehmen geschlichen habe, werde ich ohne Rücksicht auf Verluste die Karriereleiter hinaufstürmen. Es ist nicht etwa so, dass Ihnen die Karriereleiter verwehrt bleiben soll, aber dennoch ist ein berechnendes Lächeln kalt, falsch und unsympathisch.
Erzwungenes LächelnBitte nicht! Versuchen Sie mit dem Fotografen gemeinsam eine Atmosphäre zu kreieren, in der Sie ungezwungen lächeln können. Vielen hilft es, wenn Sie nicht starr an einem Punkt stehenbleiben müssen, sondern sich bewegen können. Versuchen Sie das, um eine ungezwungene Situation zu erreichen.
Freundliches LächelnGenau das sollte Sie auf Ihrem Bewerbungsfoto zeigen, denn inhaltlich möchten Sie ja folgendes aussagen: „Ich bin eine engagierte und motivierte Mitarbeiter, die sich freuen würde zum Team zu gehören.“
Hochmütiges LächelnManche halten ein hochmütiges Lächeln, das fast schon ein wenig arrogant wirkt, besonders passend, wenn es sich um eine Bewerbung auf eine Führungsposition handelt. Doch in der Praxis sieht das nicht so aus. Denken Sie immer daran: Noch sind Sie nicht Führungskraft und noch möchten Sie erst einmal durch Ihre Persönlichkeit Ihr Gegenüber davon überzeugen, dass Sie eine gute Wahl sind.
Naives LächelnNein, das ist nicht gut. Naiv liegt nämlich viel zu nahe am kindlichen, zurückhaltenden, schüchternen Lächeln und das ist nicht der Eindruck, den Sie hinterlassen möchten und den Sie hinterlassen sollten, denn Sie sind motiviert und qualifiziert – und möchten beruflich etwas erreichen.
Schelmisches LächelnEigentlich hat das nichts auf einem Bewerbungsfoto zu suchen, denn ein schelmisches Lächeln ist immer auch ein Stück weit gefährlich, weil keiner weiß, was der Schelm im Schilde führt. Sarkasmus, Ironie oder eine andere doppeldeutige Form des Lächelns ist nicht empfehlenswert, denn es kann Ihr Gegenüber verunsichern.

Wie war noch gleich die Sache mit den Zähnen?

Zum Vergleich: Ohne Lächeln wirkt die Frau weit weniger sympathisch.

Bei diesem Thema scheiden sich nun wahrlich die Geister. Während die einen steif und fest behaupten, Zähne zu zeigen, gehört zu einem ordentlichen Bewerbungsfoto, ist das natürlich kein „Gesetz“. Grundsätzlich aber ist die Empfehlung verständlich, denn wer lächelt öffnet den Mund ein wenig und das wirkt oft natürlicher, als nur vorsichtig mit den Mundwinkeln zu zucken. Wer keine Zähne zeigt, wirkt oft sehr schüchtern und wie die Übersicht bereits gezeigt hat, ist ein zu schüchterner Ausdruck nicht unbedingt ein Erfolgsgarant für ein Bewerbungsfoto. Übrigens: Auch eine total strenger Blick kann beim Bewerbungsfoto gut wirken – wenn er zum dunklen Anzug und zum dunklen Hintergrund passt.

Bildnachweis: DDRockstar/fotolia.com (2x)

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