Ein Ganzkörperfoto bringt nur Probleme mit sich – denn wo sollen die Hände hin und was sagt eigentlich die Fußhaltung über einen Menschen aus?

In einer Modell-Set-Karte sind Ganzkörper-Fotos ein wichtiger Part, doch in der Bewerbung kommen sie ganz und gar nicht gut an. Und das hat ganz unterschiedliche Gründe, ganz grundsätzlich jedoch gilt: Je größer das Bild ist, desto größer ist auch die Gefahr, etwas falsch abzulichten. Profis haben schon genug damit zu tun, Mimik, Gestik und Körperhaltung im oberen Teil des Körpers so zu präsentieren, dass Sie positiv, aber nicht naiv rüberkommen. Kämen nun noch Handhaltung und Pose einer Ganzkörper Aufnahme hinzu, wird es noch schwerer, die perfekte Aufnahme zu inszenieren. In welchen Jobs eine Ganzkörper Aufnahme ausnahmsweise erlaubt ist und was beim Bewerbungsfoto viel wichtiger ist als die Beine, soll dieser Beitrag zeigen.

Grundsätzlich sei nochmal klar gestellt: Ganzkörper Bewerbungsfotos sind nicht empfehlenswert. Ein Porträtbild im Querformat mit ansprechender Pose und freundliche Mimik stellen hingegen die Form des Bewerbungsfotos dar, das heute als „modern“ gilt. Wie eingangs bereits verraten, gibt es jedoch eine Möglichkeit, ein Ganzkörperfoto in der Bewerbung zu platzieren – nämlich dann, wenn es als Arbeitsprobe gewertet werden kann.

Ein Beispiel: Die Nachwuchs-Modedesignerin, die im Rahmen ihrer Abschlussarbeit ein Ausgehkleid geschneidert hat, das sie auch selbst trägt, kann dieses Foto sehr wohl beilegen – allerdings besser als Arbeitsprobe ans Ende der Bewerbung platzieren, anstatt an die Position, an der normalerweise das Bewerbungsfoto platziert wird. Auch die Maskenbildnerin, die sich auf eine neue Stelle am Theater bewirbt, kann ein Ganzkörperfoto beilegen – ebenfalls am Ende der Bewerbung als Arbeitsprobe.

Diese zwei Beispiele zeigen: Ein Ganzkörper Bewerbungsfoto darf in die Bewerbungsmappe, allerdings nicht dorthin, wo sonst das Bewerbungsfoto steht. Ganzkörperfotos dürfen auch nur mit Aussage ein Teil der Bewerbung werden. Das heißt: Wenn sie etwas abbilden, was für den Beruf wichtig ist, dann sind sie essentieller Bestandteil der Bewerbung, sonst nicht.

Tipps für das perfekte Bewerbungsfoto

Wer sich einmal genau damit beschäftigt, auf was es beim Bewerbungsfoto ankommt, der stolpert über Hinweise für jedes kleine Detail – und merkt schnell: Ein zu großer Ohrring oder ein zu dunkler Lidschatten können schnell schlecht ankommen, deswegen gilt es die folgenden „Does and Dont’s“ zu berücksichtigen:

Dieses Bewerbungsfoto ist suboptimal: Der Hintergrund ist sehr dominant, die Sweatjacke ist zu leger und der Ausschnitt ist zu tief.

  • Das Outfit: Wer sich auf dem Bewerbungsfoto leger präsentieren möchte, weil dies besser zum Job passt, muss dennoch einige Tipps beachten: Strick ist in den meisten Fällen zu leger. Ein kurzärmliges Shirt ist oft unpassend – lange Ärmel hingegen sind besser. Achten Sie darauf, dass der Gesamteindruck nicht zu düster ist. Blazer und Bluse sind im Übrigen nicht immer Pflicht. Auch die Kombination eines Shirts mit Blazer oder eine Bluse mit dünner Strickjacke ist möglich. Aber Achtung: Das „Unterteil“ (unter Blazer oder Strickjacke) muss ruhig sein und einen attraktiven Ausschnitt haben. Rundhals- oder V-Varianten sind besonders beliebt und sehen sehr gut aus.
  • Der Schmuck: Dezente Eleganz statt großer Accessoires – das ist der Tipp, den Experten Ihnen fürs Bewerbungsfoto mitgeben, denn: Sind Kette oder Ohrringe zu groß, lenken diese nur vom Bewerber ab. Schmuck sollte den sympathischen, gepflegten Eindruck unterstreichen, nicht aber davon ablenken.
  • Die Bildbearbeitung: Natürlich sollte ein Profi das Bewerbungsfoto bearbeiten – aber in Maßen und nicht so stark, dass der Bewerber gar nicht mehr zu erkennen ist. Zudem muss immer klar sein, dass Retusche auch eine Form der Verfälschung ist. Ein bisschen ist jedoch erlaubt, also dürfen Hautunreinheiten und Augenringe entsprechend weggemogelt werden. Achtung: Wer Tattoos entfernt oder gar Muttermale und Narben wegretuschiert, begeht einen Fehler, denn der Personalreferent wird das Bild als „Lüge“ interpretieren und fragt sich nun, was wohl noch in der Bewerbung „weggeschummelt“ wurde.
  • Die Bild-Farbgebung: Natürlich ist es erlaubt zu experimentieren, ob das Bild vielleicht in schwarz-weiß oder dem Vintage-Farbton besser wirkt, aber Experten raten, in jedem Fall auch eine Farbvariante knipsen zu lassen, um die Auswahl zu haben, welche Aufnahme mitgeschickt wird. Tipp: Wer auf schwarz-weiß setzt, muss darauf achten, dass das Bild kontrastreich ist. Blonde Haare vor einem weißen Hintergrund mit weißer Bluse sind hier keine gute Wahl.
  • Die Kopfhaltung: Wer „innovativ“ sein möchte, der begeht hier oft einen Fehler, denn: wer von oben herab blickt, wirkt auch so – nämlich arrogant und frech. Wer hingegen von unten herauf blickt, könnte provozierend wirken. Wer also mit der Kopfhaltung experimentieren will, dem sei gesagt: Besser nicht, denn ein gerader Blick ist immer noch die „ungefährlichste“ Variante. Besser die Nummer sicher wählen, statt ein „falsches“ Bild abzugeben.
  • Die Mimik: Ein offenes Lachen macht einen sympathischen, selbstbewussten Eindruck. Wer zu defensiv lächelt, wirkt schnell wie die sprichwörtliche „graue Maus“, die nur wenige Chancen auf einen verantwortungsvollen Posten hat. Achtung: Wer zu ernst dreinblickt, wirkt schnell desinteressiert und langweilig. Ernst heißt nicht gleich kompetent.
  • Die Outfit-Farbe: Gedeckte Farben sind beim Bewerbungsfoto immer noch Trumpf. Mittlerweile ist es erlaubt, ein farbiges Detail – etwa einen Schal oder die Krawatte – einzubauen, wenn der Rest des Outfits in gedeckten Farben erscheint. Wer farbig aufs Foto möchte, der sollte beispielsweise die farbige Bluse mit einem dunklen Pullover kombinieren, so dass die Kombination zu einem legeren Gesamtoutfit wird. Tipp: Finger weg von gelb, orange oder giftgrün. Diese Farben sind zu grell für das Bewerbungsfoto.

Bildnachweis: Leo/fotolia.com‚ Picture-Factory/fotolia.com

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