Das Querformat hat längst Einzug bei Bewerbungen gehalten.

Die Professionalität eines Bewerbungsfotos hängt nicht nur vom Motiv ab. Wenn Sie nun glauben, dass das aber das Einzige ist, was Sie selbst beeinflussen können, dann irren Sie sich, denn wenn Sie diesen Beitrag aufmerksam lesen, werden Sie erkennen, welche Möglichkeiten es gibt – und präziser Ihre Wünsche äußern. Natürlich muss sich nicht jeder Gedanken über das perfekte Bewerbungsfoto machen, denn für Aushilfsjobs und Nebenjobs reicht ein klassisches Bewerbungsfoto. Ansonsten lautet die Erfolgsformel: Quer ist hip, hoch ist okay, klein ist out.

Im Grunde gibt es drei Möglichkeiten, welches Format ein Bewerbungsfoto haben kann:

  • Es ist klein (circa vier Zentimeter breit) und wird im Lebenslauf in der rechten oberen Ecke platziert.
  • Es ist ein klassisches Hochformat mit circa sechseinhalb Zentimeter Breite und entsprechender Höhe und wird so auf dem Deckblatt positioniert.
  • Es ist im Querformat aufgenommen und zeigt damit eine recht moderne Form des Bewerbungsfotos, das auch auf dem Deckblatt platziert wird.

Wann wird auf welches Format gesetzt?

Die Formatwahl ist ähnlich wie die Wahl des Outfits ein Stück weit abhängig vom Berufswunsch, den Sie hegen. Grundsätzlich gilt: Je schlichter das Bild ausfällt, desto eher zeugt es davon, dass sie mit einer „kleinen“ Stelle zufrieden sind. Im Umkehrschluss bedeutet das: Wer sich auf eine Stelle als Abteilungsleiter bewirbt, wer bereits weiß, dass er die Karriereleiter weiter emporklettern möchte und denjenigen, die in Kreativberufen arbeiten, sei geraten: Querformat ist eine besonders schöne Wahl, die auch zum beruflichen Statement passt.

Wer sich auf einen geldbringenden Nebenjob bewirbt, kann auch ein schlichtes, kleines Bewerbungsfoto verwenden. Immer dann, wenn ausdrücklich gewünscht ist, das Foto bei den persönlichen Daten oder im Lebenslauf zu platzieren, kommen Sie nicht an einem Hochformat vorbei, also sollten Sie beim Termin beim Fotografen in jedem Fall beide Varianten knipsen lassen. Der Klassiker lichtet Schultern, Kopf und einen Teil des Brustbereichs ab. Die Körperhaltung ist gerade.

Hintergrund, Pose und Anschnitt

Wer nun glaubt, ein Querformat zu wählen, rette die ganze Bewerbung, der liegt falsch, denn wer sich in derselben 0-8-15-Bewerberpose präsentiert und sich dann als Figur mitten in ein Bild im Querformat projiziert, wird sehen: So geht’s nicht! Für ein gutes Bild in Querformat müssen nämlich Hintergrund, Pose und Anschnitt passen.

  • Tipps zum Hintergrund: Wer das Bewerbungsfoto bei einem Fotografen machen lässt, der kann sich auf dessen Gespür in aller Regel verlassen, denn dieser wird den Hintergrund zur Kleidung passend auswählen, ihn aber nicht zu stark betonen. Auch auf die perfekten Lichtverhältnisse wird ein Profi achten. Wer indes auf die Selfmade-Variante setzt, sollte darauf wertlegen, dass der Hintergrund nicht etwa schreit „schau mal, an diesem Strand war ich im Urlaub, als ich mir überlegt habe, mich beruflich zu verändern“.
  • Tipps zur Pose: In Ur-Ur-Zeiten war ein Bewerbungsfoto nicht viel schöner als ein biometrisches, emotionsloses Passbild. Mittlerweile ist sogar Bewegung erlaubt. Das heißt, der Körper darf leicht gebeugt sein, um eine asymmetrische Aufnahmesituation zu erwirken. Typisch ist der „Denkerfinger“, der den Kopf am Kinn stützt. Doch allein schon beim Wort „typisch“ fällt auch auf, dass das wohl die Allermeisten so machen. Offener und damit auch natürlicher wirken Bilder ohne diese typischen Fotografen-Posen.

    Ein Gesicht in den Anschnitt eines Bildes zu stellen, ist Sache eines Profis.

  • Tipps zum Anschnitt: „Schade, dass Ihr Kopf angeschnitten war.“ Wer diesen Satz hört, muss sich mit der Tatsache abfinden, dass das Gegenüber noch nie etwas von einem kreativen Anschnitt gehört hat. Dieser bedeutet nämlich, dass ein Bewerbungsfoto durch einen pfiffigen Anschnitt Spannung erweckt. Ein „Anschnitt“ ist genau das, was es wortwörtlich ausdrückt: Die Person, also der Bewerber, wird förmlich angeschnitten und ist also nicht mehr ganz auf dem Bild zu sehen. Achtung: Versuchen Sie nun nicht alte Aufnahmen zu pimpen, in dem Sie einfach die Schere zücken. Das funktioniert sicherlich nicht, denn ein Anschnitt muss mit einem Profi-Blick gesetzt werden.

Bekennen Sie Farbe – oder besser nicht?

Schwarz-weiß Aufnahmen wirken mystisch, manchmal sogar geheimnisvoll. Sepia-Aufnahmen erinnern an den mittlerweile trendigen Vintage-Look und ein Farb-Foto ist der Klassiker. Mit dieser Aufteilung wird klar, dass eine farbige Aufnahme die sicherste Wahl ist. Wer allerdings die Möglichkeit hat, sich beim Fotografen Varianten in Schwarz-weiß und in Sepia anfertigen zu lassen, sollte diese Chance nutzen, denn je nach der Stelle, auf die Sie sich bewerben, kann etwas Geheimnisvolles oder der Vintage-Look durchaus als USP dienen.

Bewerbungsfotos auf dem Prüfstand

Bevor Sie den Gang zum Fotografen antreten, sollten Sie ein paar ganz unterschiedliche Aufnahmen ansehen, um ein Gespür dafür zu bekommen, was wie wirkt. Tun Sie das aufmerksam, werden Sie zu diesem Schluss kommen:

  • Ein starrer Blick in die Kamera wirkt aggressiv, ein „weicherer“ Blick in die Kamera hingegen ist positiver, denn er wirkt aufgeschlossen und zufrieden.
  • Die Frisur muss in jedem Fall sitzen. Das heißt, dass abstehende Haare bereits beim Fotografieren umgelegt werden müssen. Ziel muss sein, den Bearbeitungsaufwand im Nachgang so gering wie möglich zu halten.
  • Für ein schönes Hautbild sollte das Gesicht weich ausgeleuchtet werden. Glanzreflexe noch Augenringe haben auf einem Bewerbungsfoto nichts zu suchen.
  • Bezüglich der Beleuchtung gilt: Eine regelmäßige Ausleuchtung von Gesicht und Kleidung ist wünschenswert, denn sonst kann es leicht zu hässlichen Schatten kommen.

Bildnachweis: Lars Zahner/fotolia.com, Picture-Factory/fotolia.com

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