Ein befristeter Vertrag ist heute keine Seltenheit mehr. In der Folgebewerbung ist die Tätigkeit in der Regel gut nutzbar.

Wer sich um das Thema Übernahme sorgt, ist entweder noch in der Probezeit, in einem befristeten Arbeitsverhältnis oder wird in absehbarer Zeit seine Ausbildung beenden. Steht kein Wechsel an, ist in der Regel keine erneute Bewerbung nötig. Das heißt: Möchten Sie nach der Probezeit, nach Ablauf Ihres befristeten Arbeitsvertrages oder nach Ende Ihrer Ausbildung im Betrieb bleiben, führen Sie in aller Regel ein Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten. Klären Sie, welche Optionen im Betrieb es für Sie gibt. Gibt es aus wirtschaftlichen Gründen keine Zukunft für Sie, können Sie die Gunst der Stunde nutzen, um um eine positive Referenz zu bitten. Anschließend stehen Sie vor der Aufgabe, im Bewerbungsschreiben deutlich zu machen, dass Sie noch arbeiten, aber vorausschauend wissen, dass Sie nicht mehr lange im Betrieb sein werden. Wie das funktioniert, soll dieser Beitrag klären.

Probezeit missglückt, was nun!?

Das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten, das kurz vor Ablauf der Probezeit klärt, ob Sie sich in der Praxis bewähren konnten, kann mindestens genauso unangenehm sein wie ein Vorstellungsgespräch. Haben Sie bereits ein beständig mulmiges Gefühl, ist das oft nicht mal grundlos. Bewahrheitet sich Ihre Befürchtung, dass sich Ihre Wege und die des Unternehmens wieder trennen werden, ist das sicherlich eine gefühlte Niederlage. Aber bitte nur auf den ersten Blick. Im Grunde ist eine Trennung direkt nach der Probezeit eine ehrlichere Variante als irgendwann in das Büro des Chefs zitiert zu werden und dann die Kündigung zu bekommen. Eine Probezeit ist nämlich genau dazu da, sich in der Praxis zu testen – dieser Test hätte ebenso gut für Sie scheitern können.

Also, Kopf hoch und weiter geht’s. Nun brüten Sie also erneut über Bewerbungen. Doch sollen Sie die verweigerte Übernahme überhaupt im Bewerbungsschreiben thematisieren? Experten raten dazu, die Anstellung als Praxiserfahrung einzustufen und gegebenenfalls im Vorstellungsgespräch zu erklären, dass Sie einfach nicht zusammengepasst haben. Das ist keine Schande, denn irren ist menschlich – wenn es nicht zu oft vorkommt! Wer in einem Jahr dreimal eine Stelle bereits in der Probezeit verliert, hat ein massives Problem, welches nicht „Arbeitslosigkeit“ heißt, sondern im schlimmsten Fall bedeutet, dass Sie aktuell nicht für den Arbeitsmarkt gemacht sind. Überdenken Sie Ihre Einstellung!

Die Befristung läuft aus – und jetzt!?

Befristete Arbeitsverträge werden in der Regel ausgestellt, um eine Hoch-Zeit zu überbrücken oder ein Projekt zu testen. Naht der Tag, an dem Ihre Befristung ausläuft, gilt auch hier: Suchen Sie das Gespräch zu Ihrem Vorgesetzten. Er erklärt Ihnen, dass es keine Verlängerung des Vertrages geben wird und Sie sich um eine neue Anstellung kümmern müssen. In der Bewerbung können und sollten Sie diese Arbeitsstelle nicht verleugnen, denn befristete Arbeitsverträge sind weder eine Seltenheit noch ein Schande. In der Bewerbung können Sie drei Formulierungsvarianten wählen:

  • Sie beschränken sich auf die Beschreibung der praktischen Tätigkeiten und führen die Stelle und das befristete Anstellungsverhältnis nur im Lebenslauf.
  • Sie erwähnen kurz, dass es sich bei Ihrer letzten Anstellung um eine befristete Stelle gehandelt hat, die im Rahmen der Befristung ausgelaufen ist und erklären anschließend ihren Tätigkeitsbereich.
  • Sie weisen darauf hin, dass es sich um eine befristete Stelle gehandelt hat, und erklären kurz den Grund, warum der Vertrag nicht verlängert worden ist: „Mein aktuelles Arbeitsverhältnis endet durch die Befristung des Arbeitsvertrags zum XX.XX. Dies ist mir bereits seit längerem bekannt, da mein Vorgänger aus der Elternzeit zurückkehrt.“

Keine Übernahme nach der Ausbildung? Sehen Sie es als Chance!

Wer nach der Ausbildung nicht übernommen wird, sollte nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern diese Option als Chance begreifen. Sicherlich ist es einfacher für den Start ins Berufsleben sich in einem gewohnten Terrain aufzuhalten, doch einfacher ist nicht lehrreicher – und: In Betrieben herrscht oft die Ansicht „einmal Azubi, immer Azubi“. Vor diesem Hintergrund sollten Sie Ihre Nicht-Übernahme als Chance begreifen. Diese Formulierungen können eine Orientierung bieten:

Natürlich ist es schön, nach der Ausbildung übernommen zu werden, doch auch der Start in einem anderen Betrieb bringt Vorteile mit sich.

  • „In Kürze werde ich meine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker mit dem Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik abschließen. In meinem Ausbildungsbetrieb gibt es keine Option, übernommen zu werden, und so möchte ich die Chance nutzen einen neuen Betrieb kennenzulernen – und idealerweise auch noch ein neues Metier, denn wie ich recherchiert habe, haben Sie sich auf Nutzfahrzeugtechnik spezialisiert.“
  • „In wenigen Wochen bin ich ausgebildete Chemikantin mit einem kleinen Highlight, denn ich konnte bereits während der Ausbildung eine Zusatzqualifikation in der Labortechnik erwerben. Bereits seit Beginn meiner Ausbildung war mir bekannt, dass ich keine Chance habe, übernommen zu werden, da mein Ausbildungsbetrieb für den Markt ausbildet und nicht für den Eigenbedarf. Dafür war die Ausbildung in meinen Augen eine inhaltlich und formal grandiose Zeit, die mich bestens für den Einsatz in Ihrem Betrieb vorbereitet hat.“
  • „Die Ausbildung zum Immobilienkaufmann war immer schon ein Traum, den ich mir direkt nach dem Abitur verwirklichen konnte. Nun bin ich bald fertig und möchte weiter an meiner Zukunft basteln. Gerne möchte ich mich wie Sie auf Gewerbeimmobilien spezialisieren und würde mich deswegen freuen von Ihnen lernen zu können. Sobald ich mich in der Praxis sicherer fühle, möchte ich berufsbegleitend die Weiterbildung zum Immobilienfachwirt absolvieren.“

Bildnachweis: Jeanette Dietl/fotolia.com, jörn buchheim/fotolia.com

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