Wer berechtigt ist, den Antrag auf Einbürgerung zu stellen, regelt das Staatsangehörigkeitsgesetz.

Wer nach einem „Lebenslauf für Einbürgerung“ sucht, hat nicht etwa einen neuen Job im Visier, sondern möchte Deutsche oder Deutscher werden. Pflichtbestandteil des Antrags auf Einbürgerung ist ein handschriftlicher Lebenslauf, der Lebenslauf für Einbürgerung. Wie Sie diesen Lebenslauf für die Einbürgerung am besten erstellen und welche Unterlagen Sie darüber hinaus noch brauchen, um einen Antrag auf Einbürgerung zu stellen, soll Thema dieses Beitrags sein.

Voraussetzungen für einen Einbürgerungsantrag

Grundsätzlich gilt: Erst wer sich acht Jahre lang in Deutschland aufhält, kann einen Einbürgerungsantrag stellen. Dieser Antrag macht nur dann Sinn, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, die so im Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG §10) stehen (Quelle: gesetze-im-internet.de):

„ (1) Ein Ausländer, der seit acht Jahren rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat und handlungsfähig nach § 37 Absatz 1 Satz 1 oder gesetzlich vertreten ist, ist auf Antrag einzubürgern, wenn er

1.) sich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland bekennt und erklärt, dass er keine Bestrebungen verfolgt oder unterstützt oder verfolgt oder unterstützt hat, die

a) gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung, den Bestand oder die Sicherheit des Bundes oder eines Landes gerichtet sind ode

b) eine ungesetzliche Beeinträchtigung der Amtsführung der Verfassungsorgane des Bundes oder eines Landes oder ihrer Mitglieder zum Ziele haben oder

c) durch Anwendung von Gewalt oder darauf gerichtete Vorbereitungshandlungen auswärtige Belange der Bundesrepublik Deutschland gefährden,

oder glaubhaft macht, dass er sich von der früheren Verfolgung oder Unterstützung derartiger Bestrebungen abgewandt hat,

2.) ein unbefristetes Aufenthaltsrecht oder als Staatsangehöriger der Schweiz oder dessen Familienangehöriger eine Aufenthaltserlaubnis auf Grund des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten einerseits und der Schweizerischen Eidgenossenschaft andererseits über die Freizügigkeit, eine Blaue Karte EU oder eine Aufenthaltserlaubnis für andere als die in den §§ 16, 17, 17a, 20, 22, 23 Absatz 1, §§ 23a, 24 und 25 Abs. 3 bis 5 des Aufenthaltsgesetzes aufgeführten Aufenthaltszwecke besitzt,

3.) den Lebensunterhalt für sich und seine unterhaltsberechtigten Familienangehörigen ohne Inanspruchnahme von Leistungen nach dem Zweiten oder Zwölften Buch Sozialgesetzbuch bestreiten kann oder deren Inanspruchnahme nicht zu vertreten hat,

4.) seine bisherige Staatsangehörigkeit aufgibt oder verliert,

5.) weder wegen einer rechtswidrigen Tat zu einer Strafe verurteilt noch gegen ihn auf Grund seiner Schuldunfähigkeit eine Maßregel der Besserung und Sicherung angeordnet worden ist,

6.) über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt und

7.) über Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland verfügt.“

Diese Unterlagen sind zum Antrag auf Einbürgerung nötig

  • Passbild
  • Ausweis inkl. Aufenthaltserlaubnis
  • Geburtsurkunde (auch die der Kinder)
  • Heiratsurkunde, Scheidungsurteil, Familienbuch-Ausschnitt
  • Gehalts- und Lohnabrechnung (alternativ Einkommenssteuerbescheid)
  • Nachweis über Versicherungen (Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Altersabsicherung, Berufs-/Erwerbsabsicherung)
  • Kenntnisbescheinigung der deutschen Sprache
  • handgeschriebener Lebenslauf (Lebenslauf für Einbürgerung)
  • Hinweis zur Anspruchseinbürgerung (§ 8 StAG)

Der handschriftliche Lebenslauf für Einbürgerung

Die Tatsache, dass der handschriftliche Lebenslauf für Einbürgerung nicht mit dem Computer erstellt wird, ist nicht etwa ein Entgegenkommen, weil unterstellt wird, dass Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft keinen Computer haben, sondern es ist vielmehr eine Form des Tests. Geprüft wird, ob Sie in einer fremden Sprache (und damit oftmals auch in einer fremden Schriftart) gut und leserlich schreiben können. Experten empfehlen ein weißes Papier ohne Linien zu nutzen und mit einem Füller zu schreiben, da dieser das Schriftbild verschönert. Tipp: Legen Sie ein liniertes oder kariertes Blatt darunter, um auch auf dem unstrukturierten Blatt sauber, leserlich und in einem ordentlichen Schriftbild zu schreiben.

Inhaltlich betrachtet müssen Sie auf diese Fragen eine Antwort geben:

  • Im Einbürgerungstest sind nicht nur Sprachkenntnisse entscheidend.

    Wie heißen Sie?

  • Wo wohnen Sie?
  • Wie sind Sie erreichbar (Telefon, Handy, E-Mail)?
  • Welchen Familienstand haben Sie?
  • Welcher Religionsgemeinschaft gehören Sie an?
  • Wann und wo wurden Sie geboren?
  • Wo leben Ihre Eltern?
  • Wo sind Sie zur Schule gegangen und welchen Abschluss haben Sie erlangt?
  • Welche Ausbildung haben Sie absolviert?
  • Welches Studium haben Sie abgeschlossen?
  • Welche Sprachkenntnisse haben Sie vorzuweisen?
  • Wie ausgereift sind Ihre PC-Kenntnisse?
  • Welche weiteren Kenntnisse und Qualifikationen haben Sie?
  • Welchen Freizeitaktivitäten gehen Sie regelmäßig nach?
  • Was gefällt Ihnen in Deutschland und warum streben Sie eine Einbürgerung an?

Wenn Sie alle diese Fragen beantworten möchten, dann haben Sie in jedem Fall genug Material, um einen umfangreichen Lebenslauf zu füllen. Experten raten, diesen Lebenslauf zur Einbürgerung in jedem Fall in einem Fließtext zu verfassen (ähnlich wie einen ausführlichen Lebenslauf). Erzählen Sie eine Geschichte, ohne dabei extreme Positionen zu beziehen. Schreiben Sie die Antworten auf diese Fragen am besten einmal auf (handschriftlich oder mit dem Computer) und lassen Sie diese Korrektur lesen. So stellen Sie sicher, dass Sie in korrektem Deutsch geschrieben haben. Anschließend schreiben Sie die ggf. korrigierte Variante noch einmal per Hand ab und nutzen dazu das weiße, unlinierte Papier. Schreiben Sie langsam und bemühen Sie sich um ein ordentliches Ansehen des Schreibens, denn das zeugt von Ihrem ehrlichen Interesse und Ihrem Engagement.

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