Wer gut im Team arbeiten kann, ist in der Regel auch konflikt- und kritikfähig – ein Pluspunkt für jeden Arbeitgeber.

„Ich bin teamfähig, belastbar, kommunikationsstark und ein Organisationsgenie.“ Wer diesen Satz in seinem Bewerbungsschreiben formuliert sagt damit eigentlich aus: „Ich weiß, welche Punkte im Bewerbungsschreiben wichtig sind und habe diese ganz brav in das Bewerbungsschreiben geschrieben.“ Was aber fehlt ist das Leben in diesen Worten. Wie zeigt sich denn die Teamfähigkeit, Belastbarkeit, Kommunikations- und Organisationsstärke? In Beispielen, die aus dem Berufsleben gegriffen sind. Tipp: Formulieren Sie eine Geschichte, statt auswendig gelernte Phrasen.

Teamfähigkeit kann etwas mit dem aktiven Engagement im Verein zu tun haben. Teamfähigkeit kann aber auch zuhause, in der Schule oder im Beruf gelebt werden – und genau diese Beispiele gilt es zu beschreiben. Vielleicht inspirieren Sie ja die folgenden Sätze:

„Meine Eltern betreiben eine Landwirtschaft mit Gastwirtschaft in der dritten Generation. Grund genug für meine vier Geschwister und mich, tatkräftig mitanzupacken, schließlich wissen wir, dass wir es nur im Team schaffen können. Während meine zwei Brüder meinem Vater bei der Landwirtschaft helfen und meine zwei Schwestern in der Gaststätte bedienen, lerne ich von meiner Großmutter in der Küche, wie es ist wahre Hausmannskost auf den Teller zu zaubern. Schön früh durfte ich in die Kopftöpfe lugen – und schon damals stand fest: Ich möchte Koch werden.“Dieses Beispiel zeigt sehr plastisch, was Teamfähigkeit bedeutet: Gemeinsam für ein Ziel zu kämpfen und die Arbeit vernünftig (und im Idealfall mit jeder Menge Herzblut) aufzuteilen. Auch wird sehr schön deutlich, wie sich der Autor dieser Zeilen bereits mit dem (oft stressigen) Beruf des Kochs auseinandersetzen konnte – nämlich in der Praxis.

„Als ich noch ein kleiner Junge war, hegte ich den Traum vieler: Ich wollte Feuerwehrmann werden. Mit 14 Jahren kam ich meinem Traum ein Stück weit näher und engagierte mich in der ortsansässigen Jugendfeuerwehr. Ich absolvierte eine klassische Handwerker-Ausbildung und wurde mit 19 Jahren Leiter der Jugendfeuerwehr. Ich finde es noch heute klasse, engagierte junge Leute für den Ernstfall zu trainieren – auch wenn es natürlich unter der pubertierenden Meute auch mal Ärger gibt. Nun möchte ich meinen Traum auf professionellere Beine stellen – und mich um eine Weiterbildung bei der Berufsfeuerwehr bewerben.“Dieser junge Mann weiß, was es heißt im Team zu arbeiten: Es kann wahnsinnig viel Spaß machen – aber auch sehr viel Ärger bereiten. Neben dieser plastischen Beschreibung von „Teamfähigkeit“ zeigt der Mann ebenfalls, dass er sich umfassend mit dem Beruf des Feuerwehrmannes auseinandergesetzt hat – und weiß, worauf er sich einlässt.

„Als ich mich beim freiwilligen Projekt ‚Schülerfirma‘ engagiert habe, hielten mich viele für eine Streberin. Nur die ‚Nerds‘ in unserer Klasse waren dabei – und alle anderen verpassten wirklich etwas. Nicht nur, dass wir betriebswirtschaftliche Vorgänge wie Personalmanagement, Marketing und Kostenmanagement in der Praxis erleben durften – ich persönlich habe auch meine Vorurteile gegenüber meinen Mitschülern abbauen können. Ein rundherum gelungenes Projekt, das mir zeigte: Ich möchte einen kaufmännischen Beruf erlernen. Mein Traumberuf heißt: Kauffrau für Marketingkommunikation. Wird dieses große Ziel in Ihrem Unternehmen wahr?“Diese junge Bewerberin sucht nach einer Ausbildungsstelle und zeigt in diesen wenigen Sätzen, dass sie engagiert ist (weil sie sich bei einem freiwilligen Projekt engagiert hat), dass sie sich menschlich durch die Teamarbeit entwickelt hat (weil sie ihren ‚Nerd‘-Mitschülern eine Chance gab) und, dass sich dadurch ihr Berufswunsch verfestigt hat.

„Meine Oma und ich waren schon immer ein super Team. Als ich klein war, passte sie regelmäßig auf mich auf, las mir vor und brachte mir viele Dinge bei, die Gleichaltrige gar nicht wissen konnten. Ich hatte die beste Oma der Welt. Als sie starb, hatte ich das Gefühl ich würde die traditionellen Weisheiten verlernen. Ich ging in unser örtliches Pflegeheim und fragte, ob ich wohl einmal in der Woche zum Vorlesen vorbeikommen dürfte. Ich durfte und bald fanden auch meine Mitschülerinnen Interesse an meinem ungewöhnlichen Hobby. Jetzt sind wir eine ganze Truppe, die regelmäßig die älteren Mitbewohner besuchen. Dass die Omas und Opas jeden Tag etwas von uns haben, koordiniere ich ein weniger, wer wann ins Pflegeheim geht. Dieses ‚Hobby‘ möchte ich gerne weiterbetreiben, auch wenn ich die Ausbildungsstelle zur Altenpflegerin in Ihrem Haus antreten kann.“Zugegeben, die Teamfähigkeit der Bewerberin kommt erst sehr spät zum Tragen, aber es zeigt sich zwischen den Zeilen, dass die Bewerberin eine große Gabe hat: Sie kann Menschen überzeugen und motivieren, denn ohne diese Gabe, wären die Mitschülerinnen ihr nicht ins Pflegeheim gefolgt. Indem sie sich um die Koordination der Besuchszeiten kümmert, zeigt sie Verantwortungsbewusstsein und auch die Fähigkeit, Personal einzuteilen. Und bei all den Soft Skills, die sich in diesen wenigen Sätzen zeigen, zeigt sich auch eins ganz deutlich: Die Bewerberin hat eine soziale Ader, die sich bestimmt sehr gut als Altenpflegerin einbringen kann.

Wer die wichtigsten Punkte in einem Bewerbungsschreiben kennt, muss diese mit Leben füllen.

Nach all diesen Beispielen kann die Formulierung für Teamfähigkeit auf eine Erfolgsformel gebracht werden: Führen Sie sich die Dinge vor Augen, die einen sehr guten Bewerber ausmachen. Notieren Sie die Schlagworte und beschreiben Sie diese in einer kleinen persönlichen Geschichte, die zur angestrebten Stelle passt.

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