Der ausführliche Lebenslauf verlangt, dass Sie Ihre Geschichte erzählen.

Ein ausführlicher Lebenslauf gehört zu den Auslaufmodellen im Bewerbungsdschungel. Und das freut Bewerber und Personalreferenten gleichermaßen. Damit wäre auch die Frage nach dem „wann schicke ich einen ausführlichen Lebenslauf?“ sogleich beantwortet: Schicken sie einen ausführlichen Lebenslauf wirklich nur dann, wenn dieser auch explizit in der Stellenanzeige gefordert wird. Was einen ausführlichen Lebenslauf auszeichnet ist der Fokus auf die sprachliche Gewandtheit des Bewerbers, denn diese Form des Lebenslaufes ist ausformuliert und wird nicht etwa in tabellarischer Form gestaltet (wie das heute eigentlich üblich ist). Worauf im Detail beim ausführlichen Lebenslauf zu achten ist, verrät dieser Beitrag.

In der Praxis sieht es doch meistens so aus: Sie haben einen tabellarischen Lebenslauf vorliegen und in der Stellenbeschreibung steht „ausführlicher Lebenslauf“ erwünscht. Das heißt für Sie nun, dass Sie sich erneut hinsetzen müssen, um die tabellarische Form aufzubrechen und daraus eine Geschichte zu stricken, denn der ausführliche Lebenslauf zwingt Sie förmlich dazu.

Warum Unternehmen einen ausführlichen Lebenslauf wünschen? Weil das die Chance ist, Ihre Sprachgewandtheit und Ihre Persönlichkeit zu erkennen, die beim bloßen, ordentlichen Einhalten von Abständen und bei der korrekten Anwendung von Tabulatoren natürlich nicht wirklich zum Vorschein tritt.

Ausführlicher Lebenslauf? Diese drei Punkte gehören mindestens dazu!

1.) Beginnen Sie mit den persönlichen Daten und verpacken Sie diese in einen Satz: „Ich heiße XXX und wohne aktuell in der XXX Straße in XXX-Stadt. Telefonisch bin ich am besten auf dem Mobiltelefon zu erreichen (Telefon: XXX). Auch prüfe ich regelmäßig meinen E-Mail-Account (E-Mail-Adresse: XXX).“

2.) Da bei einem ausführlichen Lebenslauf die chronologische Reihenfolge zwingend einzuhalten ist, steht nun die Schulzeit zur Beschreibung an. Hier gilt es Fakten und Persönlichkeit gleichermaßen einzubringen: „Schon während meiner gesamten Schulzeit war ich die Kreative, die Basteln und Werken ebenso geliebt hat wie die Gestaltung von Theateraufbauten für unsere Schulaufführungen. Von XX bis XX besuchte ich infolgedessen auch den gestalterischen Zweig der Fachoberschule. Um mich dem Thema nicht nur handwerklich zu nähern, sondern auch theoretisch, belegte ich das Wahlfach Mediengestaltung und konnte so schon zu Schulzeiten meine Passion für Gestaltungsarbeiten weiterentwickeln.“

3.) Nun folgt: die Berufsausbildung. Und auch hier ist wichtig, nicht nur die Berufsausbildung, sondern auch ansatzweise die Aufgaben einfließen zu lassen. „Nach meinem Schulabschluss an der Fachoberschule fand ich eine Ausbildungsstelle zur Mediengestalterin bei der Firma XXX. Diese Lehre absolvierte ich von XXX bis XXX. Der Fokus lag dabei auf der Gestaltung von Anzeigen für Print- und Online-Formate. Anschließend konnte ich im Betrieb weiterarbeiten bis die Grafikabteilung und damit auch meine Stelle aufgrund einer inhaltlichen Umstrukturierung weg-rationalisiert wurde.“

Weitere Tipps und Tricks zur Formulierung eines ausführlichen Lebenslaufes

Wer nicht weiß, was er schreiben soll, muss sich nur die richtigen Fragen stellen.

Wie bereits eingangs erwähnt, fordert ein Unternehmen dann einen ausführlichen Lebenslauf, wenn es dem Betrieb darum geht, nicht nur die Stationen des Lebenslaufes zu erkennen, sondern auch in Formulierungen zu lesen, was die persönlichen Highlights waren, wie die persönlichen Ziele und Motive aussehen oder welche Aufgaben der Bewerber in seiner Stellung bewerkstelligt hat. So kommt ein ausführlicher Lebenslauf im Grunde auch denjenigen zugute, die bereits im Lebenslauf ihre Abschlussnote, ihre Lieblingsfächer, aber auch ihre Tätigkeiten näher beschreiben oder vielleicht sogar Zusatzqualifikationen und Sonderposten erwähnen wollten. Dafür ist nun genug Platz im Rahmen des ausführlichen Lebenslaufes.

Dieser birgt allerdings auch eine Gefahr, denn wer hier zu sehr ins Erzählen gerät, kann schnell den Personalreferenten langweilen oder ihn mit zu weiten Ausschweifungen irritieren, denn der Nachteil eines ausführlichen Lebenslaufes ist: Dieser ist vergleichsweise unübersichtlich und braucht – wenn er schon auf eine tabellarische Strukturierung verzichtet – dann zumindest eine inhaltliche Strukturierung.

So kreieren Sie den passenden Inhalt

Sie haben Probleme dabei, die richtigen Inhalte zu finden? Dann stellen Sie sich doch die Fragen, die diese Übersicht Ihnen liefert:

SchulzeitHat sich bereits in der Schulzeit abgezeichnet, dass Sie für diesen Beruf, auf den Sie sich bewerben, gerade prädestiniert sind, dann beschreiben Sie das im ausführlichen Lebenslauf. Vielleicht ist es sinnvoll an dieser Stelle Lieblingsfächer oder Wahlprogramme anzuführen. Auch besondere Projekte wie die Teilnahme an der Schulfirma oder an der Theater-AG schärfen an dieser Stelle das persönliche Profil.
Ausbildung und StudiumHaben Sie bereits eine Ausbildung oder Studium absolviert, sollten Sie hier zunächst einmal erläutern, warum Sie sich dafür entschieden haben und welche Ausbildungsinhalte Ihnen besonders gelegen haben. Wer studiert hat, sollte nicht nur auf theoretische Kenntnisse, sondern auch auf absolvierte Praktika Bezug nehmen. Auch Weiterbildungen oder dergleichen sollten in diesem Abschnitt erwähnt werden – mit einer Erklärung, warum die Weiterentwicklung der Fähigkeiten hier so wichtig war.
BerufserfahrungNeben der genauen Datierung der Berufsausübung (Anfangs- und Enddatum) gilt es nicht nur die Position zu nennen, sondern diese auch inhaltlich zu beschreiben. Welche Aufgaben haben Sie übernommen, welche Fähigkeiten konnten Sie dabei einbringen (Teamorientierung, Organisationstalent, …). Welches zusätzliche Wissen haben Sie im Rahmen Ihrer Berufstätigkeit gewonnen? Und was sind Ihre ganz persönlichen Ziele, in denen Sie eine Weiterentwicklung anstreben?
Interessen und HobbysWer Hobbys hat, die zum Beruf passen, oder ehrenamtlich engagiert ist, hat hier die Möglichkeit kurz zu erläutern, seit wann er dies tut und was ihn dazu bewogen hat, damit anzufangen. Auch ein Querverweis, wie er die dort gewonnen Erkenntnisse im Beruf einsetzen kann, ist hier ratsam.
ZukunftEin möglicher Schluss könnte nun sein, zu erklären, welche Entwicklung Sie sich für die kommende Position wünschen. Welche Ziele werden generell verfolgt und welche ganz speziell?

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