Der Klassiker „Krawatte“ ist heute keine Patentlösung mehr. Vielmehr muss das Outfit zum Job passen.

Wie die Überschrift unschwer erkennen lässt, richtet sich dieser Artikel an die männlichen Bewerber, die gerade dabei sind, sich zu bewerben. Spätestens wenn der Termin beim Fotografen vereinbart ist, müssen Sie sich nämlich darüber klar werden, ob Sie mit oder ohne Krawatte aufs Bewerbungsfoto wollen. Tipp: Lassen Sie mehrere Aufnahmen machen, so haben Sie eine breite Auswahl – je nachdem auf welche Stelle Sie sich bewerben.

Azubi mit Krawatte? In bestimmten Berufen durchaus

Wer pauschal davon ausgeht, dass auf dem Bewerbungsfoto für eine Ausbildung generell keine Krawatte abgelichtet sein muss, der irrt sich, denn es gibt durchaus Berufe, in denen schon in der Ausbildung ein bestimmter Dresscode gilt. Wer eine Ausbildung zum Bankkaufmann machen möchte, sollte auf dem Bewerbungsfoto eine Krawatte tragen. Auch wer sich als Kaufmann für Versicherungen und Finanzen um eine Ausbildungsstelle bemüht, zeigt mit der Krawatte, dass er sich mit dem Berufsbild und dem dazugehörigen Dresscode bereits auseinandergesetzt hat. So lässt sich grundsätzlich sagen, dass bei der Bewerbung um einen kaufmännischen Beruf, bei dem der Azubi in direktem Kundenkontakt steht, eine Krawatte durchaus angebracht ist. Auch gibt es einige Einzelhandelsketten, die Krawatten in der jeweiligen Firmenfarbe vorschreiben. Ein weiteres Beispiel ist die Ausbildung zum Restaurant- oder Hotelkaufmann. Je nachdem wie nobel das Restaurant oder Hotel ist, kann es auch hier eine Krawattenpflicht geben (die oft sogar für Kellner und Bedienungen gilt).

Für eine Ausbildung im Bereich der produzierenden Industrie, im Handwerk oder in einem mechanischen oder elektrischen Beruf, ist die Krawatte auf dem Bewerbungsfoto jedoch in jedem Fall übertrieben. Hier wirkt der Azubi wie „verkleidet“ und erschwert es dem Personalreferenten, ihn als Person kennenzulernen. Ein wichtiges Entscheidungskriterium ist immer der Berufsalltag. Wer sich fragt, ob ein Verfahrensmechaniker mit Krawatte und Anzug an der Maschine steht, kommt schnell zur Antwort „nein“ – also muss es auch auf dem Bewerbungsfoto keine Krawatte sein.

Jobwechsel nach Weiterbildung

Ein wenig muss die soeben getätigte Aussage nun noch einmal nivelliert werden. Wer nämlich einen handwerklichen, mechanischen oder elektrischen Beruf erlernt hat und sich durch entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen aus der Produktion herausentwickelt, um beispielsweise im Einkauf oder in einem anderen Büro-Bereich der Branche tätig zu sein, kann mit Krawatte gut ankommen, denn diese kann zeigen: „Ich bin bereit für den Sprung aus der Produktion in das Management.“

Krawatte als sichere Bank – welche Alternativen gibt es?

Gerade in alter Zeit galt die Krawatte als „sichere Bank“, wenn es ums Bewerbungsfoto ging, doch mit der Zeit wurden Forderungen nach einer zum Beruf passenden Bekleidung auf dem Bewerbungsfoto immer lauter. Doch welche Alternativen gibt es für männliche Bewerber auf einem Bewerbungsfoto?

  • Ein Hemd unter dem der Anschnitt eines ordentlichen, einfarbigen T-Shirts hervorguckt, ist immer eine gute Wahl – wenn das Hemd sich dafür eignet. Das heißt: Besonders edel sind dunkle Hemden – vielleicht in dunklem violett – mit einem schwarzen T-Shirt darunter. Auch unter gestreiften Hemden kann ein helles T-Shirt ordentlich aussehen, obgleich Streifen auf dem Hemd immer auch ein wenig altbackener wirken. Karos hingegen wirken auf viele handwerklich. Das heißt, wer sich als Schreiner oder Tischler bewirbt, kann mit einem karierten Hemd durchaus ins Schwarze treffen.
  • Auch ein Poloshirt kann einen ordentlichen Eindruck machen, wenn der Kragen nicht in alle Himmelsrichtungen steht, sondern ordentlich anliegt. Die Knöpfe sollten geschlossen sein. Nur der oberste darf offen bleiben.
  • Ein dünner, ordentlicher Pullover oder alternativ ein Pullunder unter dem ein Hemd hervorlugt, kann eine gute Alternative zum Hemdklassiker sein. Auch unter einem V-Ausschnitt-Pullover kann sich nämlich ein Hemdkragen zeigen, der dem Look schlichte Eleganz vermittelt. Auch hier gilt: Angehende Handwerker können auf den Hemdkragen verzichten.

Especially for men

Und noch ein Detail auf dem Bewerbungsfoto passt besonders gut zu diesem Männerthema „Krawatte“, nämlich der Bart. Keine Sorge, der Bart muss fürs Bewerbungsfoto nicht etwa komplett ab, jedoch gilt: Jeder Bart muss ordentlich gestutzt und gepflegt sein, um es aufs Bewerbungsfoto zu schaffen. Ein 3-Tages-Bart ist in der Regel nicht der Traum eines Personalreferenten, weil dieser oft nur zeigt, dass der Bewerber nicht die Disziplin hat, sich täglich zu rasieren. Für diejenigen, die sich auf einen kreativen Job bewerben, gilt: Hier ist Bart durchaus erlaubt.

Krawatte binden – aber richtig

Auch beim Krawattenknoten gilt: Übung macht den Meister.

Krawattenknoten gibt es indes viele: den einfachen Knoten, den Windsorknoten, den doppelten Knoten und viele mehr. Einen „Bewerbungsknoten“ gibt es übrigens nicht, doch unter www.krawatte-binden.com gibt es diese Anleitung zum Binden eines einfachen Knotens:

  1. Legen Sie das breite Ende der Krawatte direkt unter dem Kragen über das schmale Ende.
  2. Legen Sie das breite Ende hinter das schmale Ende.
  3. Führen Sie das breite Ende um das schmale Ende herum.
  4. Ziehen Sie das breite Ende hinauf in Richtung Hals und Kinn, stecken Sie den Finger in die Schlinge, die Sie gebildet haben und stecken Sie das breite Ende von oben durch die Schlaufe, während Sie den Finger wegziehen.
  5. Halten Sie das schmale Ende fest und ziehen Sie leicht am breiten Ende, um die Schlinge anzuziehen. Schieben Sie den Knoten bis zum obersten Hemdknopf.
  6. Wenn der Knoten fertig ist, darf das schmale Ende nicht sichtbar sein und das breite Ende sollte sich an Ihrem Gürtel befinden.

Bildnachweis: Lars Zahner/fotolia.com, Edler von Rabenstein/fotolia.com

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