Beim Fotoshooting muss der Fotograf auf unzählig viele Details achten.

Der Fotograf fungiert beim Bewerbungsfoto als der Fachmann, der das perfekte Setup in punkto Licht- und Farbgebung wählt, dem Bewerber Instruktionen gibt, wie dieser sich zu positionieren hat und darüber hinaus noch auf jedes Detail achtet. Verständlich ist nun Ihre Einstellung einen „Profi“ zu wählen, um sich darum nicht kümmern zu müssen. Doch woran erkennen Sie eigentlich einen Profi. Natürlich werden Sie zunächst einen Blick auf das Leistungsportfolio des Fotografen werfen, doch der Beweis der Professionalität wird in aller Regel erst beim Fotoshooting erbracht. Dieser Beitrag soll Ihnen zeigen, woran Sie einen wahren Profi erkennen.

Die Vorbereitungsphase

Erinnern Sie sich einmal kurz zurück an Ihre Terminvereinbarung beim Fotografen. Wie hat er sich verhalten? Hat er Ihnen bereits mitgeteilt, wie das Fotoshooting ablaufen wird, gab er Ihnen Tipps zur Kleidungswahl und zum Styling? Hat er eventuell angeboten, dass Sie mehrere Outfits mitbringen können? Wie viel Zeit hat er für das Fotoshooting eingeplant?

Tipp: Ein professioneller Fotograf möchte mit Ihnen bereits im Vorfeld gute Ausgangsbedingungen für das Fotoshooting schaffen. Das heißt, er sollte Sie zuvorkommend und serviceorientiert informieren und Sie selbst zu Wort kommen lassen. Auch sollte es ihm wichtig sein, in welcher Branche oder auf welche Position Sie sich bewerben.

Die Ankunft beim Fotoshooting

Heute ist der Tag des Fotoshootings und Sie haben sich so in Schale geworfen, wie Sie sich auf dem Bewerbungsfoto sehen möchten. Zwei alternative Outfits haben Sie sicherheitshalber auch mit eingepackt und Ihr Styling ist so, wie Sie im Alltag auch auftreten würden. Die folgende Tabelle zeigt nun, was passieren sollte und was nicht passieren darf.

Das sollte bei der Ankunft passieren Das darf bei der Ankunft nicht passieren
  • Nach einem freundlichen Empfang, dürfen Sie ablegen und den Raum begutachten.
  • Der Fotograf bespricht Ihre Intention und führt ein Gespräch mit Ihnen über Ihre berufliche Situation, um sich ein Bild zu verschaffen.
  • Er erklärt Ihnen, mit welchem Motiv, in welcher Pose bzw. mit welchem Gesichtsausdruck er starten möchte.
  • Ein Stylist erwartet Sie, der zunächst einmal Ihr mühsam erstelltes Styling komplett zerstört und Ihnen ein Styling verpasst, mit dem Sie nicht einmal auf eine Party gehen würden.
  • Die von Ihnen mitgebrachte Kleidung gefällt Fotograf und Stylist nicht und beide stecken Sie in Kleidung, die Ihnen weder gefällt noch zu Ihrer Persönlichkeit passt.
  • Sie werden mehrmals darauf hingewiesen, dass nur ein kurzes Zeitfenster für die Aufnahmen zur Verfügung steht, weil schließlich die Nachbearbeitung sehr viel Zeit verschlingen wird.

Das Fotoshooting beginnt

Missverstehen Sie Ihren Fotografen nicht als permanenten Nörgler, wenn er Sie nachdrücklich und immer wieder auf dieselben Details hinweist – er muss das tun, denn nur er sieht Sie durch die Linse der Kamera und weiß, wie Sie wirken. Das heißt, dass ein professioneller Fotograf auf diese Punkte hinweisen wird, wenn er sein Handwerk versteht.

  • Ihre Kopfhaltung muss passen. Gerne positionieren Fotografen Ihr Motiv mit einem leicht gestreckten Hals und nach vorn gereckten Hals. Diese Position ist zwar für den Bewerber nicht gerade angenehm und keineswegs entspannend, allerdings wirkt diese Position auf dem Foto sehr wach und kaschiert ein leichtes Doppelkinn perfekt. Wer stattdessen den Kopf nach unten neigt, wirkt verschlossen. Wer dazu noch grinst, der wirkt unheimlich. Wer hingegen die Nase zu hoch reckt, der wird schnell als arrogant und buchstäblich hochnäsig abgestempelt.
  • Ihr Lächeln muss dem Anlass angemessen sein. Bestimmt haben Sie schon etwas über das perfekte Lächeln gelesen. Dies zeigt ein wenig Zähne und ist authentisch und ehrlich. Weder ein zu breites Lachen noch ein verbissener Mund kommen auf dem Bewerbungsfoto gut an, deswegen darf und muss der Fotograf Sie regelmäßig darauf hinweisen, wie Sie aktuell lächeln und was Sie ändern sollten.
  • Die Details müssen stimmen. Das heißt: Abstehende Haare dürfen gerne mit einem Tropfen Öl gebändigt werden und auch Schal, Kette oder Krawatte müssen ordentlich und gerade hängen, um nicht zu wirken, als wären Sie beim Fotoshooting in Eile gewesen. Der Kragen von Hemd oder Bluse muss einheitlich im Blazer oder oben auf liegen.
  • Ein Positionswechsel ist sinnvoll. Wurden Sie auf den ersten Aufnahmen nach links blickend abgelichtet, dürfen Sie auf den weiteren Aufnahmen durchaus nach rechts schauen. Bei der Auswahl der Bilder werden Sie froh sein, eine große Auswahlmöglichkeit zu haben.

Die Auswahl der Bilder

Achtung! Es ist ein Unterschied, ob Sie vor einem Outdoor-Hintergrund fotografiert werden, oder ob dieser nachträglich ins Bild montiert wird.

Nur wenige Tage nach dem Fotoshooting werden Sie die Möglichkeit haben, die Ergebnisse anzusehen. In der Regel dürfen Sie nun auswählen, welche Aufnahmen Sie möchten. Achten Sie darauf, mehrere Blickrichtungen und (falls das Outfit gewechselt wurde) auch Aufnahmen mit unterschiedlichen Outfits auszuwählen. Mit Blick auf Ihr Gesicht sollten Sie die Aufnahmen wählen, auf denen Sie sich erkennen. Lächeln Sie hingegen untypisch oder wirken Sie in Ihren Augen künstlich, sollten Sie sich gegen die jeweilige Aufnahme entscheiden.

Tipp: Auch verschiedene Hintergründe können ein Bild ganz neu erscheinen lassen. Wenn es nicht ohnehin schon vorgeschlagen wurde, bitten Sie doch den Fotografen darum, neben klassischen Hintergründen auch ein Outdoor-Motiv einzusetzen. Diese liegen aktuell gerade sehr im Trend.

Bildnachweis: Dan Race/fotolia.com‚ Robert Kneschke/fotolia.com

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