Auch wenn Sie nicht auf eine grafische Darstellung setzen möchten, zeigt dieser CV doch die wichtigen Inhalte.

Die (englische) Sprache ist nicht das Einzige, was einen deutschen von einem englischen Lebenslauf unterscheidet. Er wird in vielen englischsprachigen Ländern als Curriculum Vitae, kurz CV, bezeichnet. In den USA wird er häufig mit „Resume“ oder „Résumé“ überschrieben. Doch nicht nur die Überschrift, sondern auch Form und Inhalt sind grundverschieden. Im Fokus steht die berufsrelevante Erfahrung anstatt der Bewerber als Mensch. Das heißt auch: Bitte keine Fotos im Lebenslauf platzieren!

Möglichkeit 1: Der englische Lebenslauf ist die moderne, deutsche Variante

Immer häufiger wird in deutschen Lebensläufen nicht mehr streng chronologisch gelistet, in welcher Schule und in welcher beruflichen Position Sie von wann bis wann tätig waren. Der Spot liegt heute viel häufiger auf der aktuellsten Stelle – und diese Liste führt die umgekehrte Chronologie an. Das ist ein Markenzeichen des englischen Lebenslaufes. Schulabgänger leiten ihren CV also mit dem Gliederungspunkt „Education“ ein.

Diejenigen, die bereits berufstätig waren, rücken die „Professional Experience“ an erste Stelle. Welche Informationen dabei jeweils wichtig sind, müssen Bewerber selbst entscheiden. Grundsätzlich gilt im englischen Lebenslauf stärker als im deutschen: Erfolge müssen betont werden. Also ist die Abschlussnote im englischen Lebenslauf ein Must-have, ebenso die Positionsbeschreibung oder etwaige erworbene Zertifikate.

Wer auf diese Form des englischen Lebenslaufes setzt, muss im Vergleich zur deutschen Variante nur wenig ändern, denn die ungefähre Form bleibt hier erhalten.

Möglichkeit 2: Funktionalität statt Chronologie

Diese Option ist im Grunde genommen komplett anders als die moderne deutsche Variante, erinnert aber in Ansätzen an den Trend zum Bewerbungsflyer, der auch in Deutschland ab und an verwendet wird. Hierbei werden diese folgenden Gliederungspunkte der Reihe nach mit Inhalt gefüllt:

  1. An erster Stelle steht das sogenannte „Qualification Summary“. Eine Aufzählung im Fließtext oder mithilfe von Bullet Points soll hier helfen, alle beruflichen Qualifikationen in Kurzform aufzuführen.
  2. Im Gliederungspunkt „Experience Highlights“ dürfen Sie sich dann Ihre drei stärksten Qualifikationen (bzw. die, die am besten zur Stelle passen) auswählen und jeweils noch einmal detaillierter beschreiben. Das heißt im englischen Lebenslauf allerdings nicht, dass Sie Ihre Persönlichkeit einbringen sollten. Listen Sie einfach Details zu Ihren „Experience Highlights“ auf.
  3. Nein, Ihre Arbeitgeber werden nicht komplett unter den Tisch fallen, doch bekommen sie im englischen Lebenslauf vergleichsweise wenig Raum. Positionsbeschreibung, Unternehmensname, Ort – in dieser Reihenfolge folgt die Liste Ihrer Arbeitgeber in der Rubrik „Employment History“.
  4. Schulische Bildung (sowie schulische Weiterbildungen) werden unter dem Gliederungspunkt „Education & Training“ gelistet. Auch in diesem Fall wird so sortiert: Name der Bildungseinrichtung, Ort, Zeitraum von / bis.
  5. Der letzte Abschnitt ist das kleine Fünkchen an Persönlichkeit, das Sie in den englischen Lebenslauf integrieren dürfen: das „Community Involvement“, also Ihr ehrenamtliches Engagement.

Wer beim Lesen der Überschrift und beim Wort „Funktionalität“ an einen kargen, emotionslosen Lebenslauf gedacht hat, der liegt bei der englischen Variante sehr richtig mit dieser Einschätzung. Ein englischer Lebenslauf bedeutet: karge Informationen, zusammengekürzt auf Job-Descriptions, Betonung der Highlights (und Positionen).

Möglichkeit 3: Englische Funktionalität trifft deutsche Chronologie

Deutsche Bewerber, die um einen englischen Lebenslauf gebeten werden, weil es sich beispielsweise um ein Unternehmen handelt, das international agiert oder dessen Firmenzentrale in den USA oder in Großbritannien sitzt, setzen häufig auf die Kombi-Variante.

Sie beginnen mit dem „funktionellen“ Part der englischen Bewerbung und listen ihre Qualifikationen eingangs. Auch Ihre beruflichen Highlights stellen Sie noch heraus, bevor Sie auf die Chronologie-Variante umschwenken und ordentlich sortiert den Werdegang inklusive Angabe des Zeitraums, der Position und des Unternehmens anführen. Auch die schulischen Meilensteine werden entsprechend detailliert gelistet.

Englischer Lebenslauf – darauf sollten Sie achten!

Curriculum Vita ist die Langform, Vita ist ebenfalls eine passende Kurz-Bezeichnung.

  1. In Großbritannien wird der Lebenslauf grundsätzlich mit „Curriculum Vitae“ überschrieben. Diese Überschrift (alternativ CV, Vita) tragen in den USA nur akademische Bewerbungen. Die nicht-akademische Alternative lautet: Resume (Résumé).
  2. Eine akademische Bewerbung ist immer länger. Deswegen sind hierfür in den USA ein bis zwei Seiten erlaubt. In Großbritannien dürfen es unabhängig von der Position ein bis zwei Seiten sein.
  3. Mit den „Persönlichen Daten“ wird es in den englischsprachen Ländern viel strenger gehalten, als in Deutschland: Angaben zu Religion, Herkunft, Alter, Familienstand oder gar ein Foto sind ein absolutes No-Go. Hier werden Antidiskriminierungsgesetze viel stärker eingehalten als in Deutschland.
  4. Wer auf ein Fünkchen Persönlichkeit nicht verzichten möchte, kann im „Personal Profile“ in ein bis zwei Sätzen die Frage beantworten, welche Erfahrungen und Qualifikationen Sie zur guten Besetzung für die Stelle machen.
  5. Unter „Professional Experience“ dürfen dann alle beruflichen Meilensteine stehen. Das heißt, dass neben den Arbeitgebern auch Werkstudententätigkeiten oder Praktika gelistet werden. Hier gilt es – viel stärker als in jeder deutschen Bewerbung – deutlich auf Erfolge hinzuweisen. Auszeichnungen, Stipendien, Aufträge, … all das müssen Sie hier nennen.
  6. Unter „Education“ steht jegliche Form der schulischen Ausbildung (und Fortbildung). Auch hier gilt: Gute Noten und erworbene Titel wirken besonders gut.
  7. „Additional Skills“ und „Personal Activities“ sind keine Pflichtelemente der Bewerbung, individualisieren aber das Profil des Bewerbers. Wer weitere Kenntnisse angibt, muss diese klassifizieren, so dass das Unternehmen diese (z.B. Sprach- oder Computerkenntnisse) auch einordnen kann. Hobbys dürfen dann genannt werden, wenn sie zur Stelle passen.
  8. Was in deutschen Bewerbungen ein möglicher Zusatzpunkt sein kann, ist in den USA und Großbritannien fast schon Pflicht: Hier müssen Sie zwei Referenzen angeben, die in der Regel auch angesprochen und zu Ihnen befragt werden, wenn Ihre Bewerbung in die engere Auswahl kommt.

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