Kreative Köpfe werden in vielen Branchen gesucht.

„Ich bin ein kreativer Kopf.“ Wer diesen Satz ins Bewerbungsschreiben tippt, beweist damit genau das Gegenteil und sagt eigentlich aus: „Ich bin zu unkreativ, um mit einem Beispiel zu belegen, wie kreativ ich eigentlich bin.“ Und damit wird die erste Lektion in punkto Kreativität schon deutlich: Wer kreativ ist, sollte dies zeigen, anstatt dem Personalreferenten in der Bewerbung nur das Schlagwort zu präsentieren. Zudem wird eine weitere wichtige Lektion in punkto Kreativität leider nur allzu häufig vergessen: Punkten kann mit Kreativität nur derjenige, der sich auch auf einen kreativen Job bewirbt.

Wer sich selbst als kreativen Kopf beschreibt, der muss damit noch lange nicht genau wissen, welcher Job zu einem passt, denn Kreativität ist in den verschiedensten Branchen wichtig. Grundsätzlich gibt es die Klassiker unter den kreativen Berufen, die sich mit der grafischen Gestaltung oder Gestaltung ganz allgemein befassen. Doch auch im Handwerk gibt es Berufe, bei denen sich ohne Kreativität auch kein Erfolg einstellen kann. Doch auch in der Gastronomie zählt Kreativität. Die folgenden Ausbildungsberufe sind „kreativen Köpfen“ zu empfehlen.

  • Die Ausbildung zum/zur Mediengestalter/-in ist der Klassiker im Bereich kreativer Berufe. Dieser Beruf wird in drei Ausbildungsrichtungen angeboten: (1) der Fachrichtung Bild und Ton, (2) der Fachrichtung Digital und Print und (3) der Fachrichtung Flexografie. Eine Alternative ist auch die Ausbildung zum/zur Designer/-in oder zum/zur Grafiker/-in.
  • Die Ausbildung zum/zur Friseur/-in erfordert Kreativität und Menschenkenntnis, denn wer einer Person einen neuen Look verpassen möchte, darf nicht seine eigenen Interessen durchsetzen, sondern muss den Kundenwunsch berücksichtigen. Ähnlich kreativ müssen auch Nageldesigner und Kosmetiker
  • Im Lebensmittelbereich eignet sich die Ausbildung zum/zur Koch/Köchin ebenso für kreative Köpfe wie die Ausbildung zum/zur Konditor/-in.
  • Wie bereits eingangs erwähnt, müssen auch einige Handwerker Kreativität mitbringen, um Erfolg im Beruf zu haben. Dazu gehören die folgenden Ausbildungsberufe: Goldschmied/-in, Stuckateur/-in, Graveur/-in, Glas- und Porzellanmaler/-in, Silberschmied/-in, Klavierbauer/-in, Holzbildhauer/-in, Holzblasinstrumentenmacher/-in.
  • Im Bereich der Pflege gelten die Ausbildungen zum/zur Logopäden/-in oder zum/zur Ergotherapeuten/-in als die kreativen Berufe.

Die unkreative Seite der Kreativwirtschaft

Eine Liste von “unkreativen” Berufen an den Pranger zu stellen, ist an dieser Stelle nicht sinnvoll. Wohl aber muss hier ein Exkurs zur Dramatik der Kreativwirtschaft stehen, denn oftmals müssen sich Kreative unkreativen Arbeiten widmen, um entweder als Selbstständige/-r bestehen zu können, oder um dem Druck (als Angestellte in einem Unternehmen) gerecht zu werden, der in der Branche herrscht. Kreativität braucht oft Zeit – und genau das ist ja bekanntermaßen Geld – und so wird es schwierig, sich Raum zu nehmen, um kreativ zu sein.

Kreativität in der Bewerbung – so geht’s!

In nahezu jedem Bewerbungscoaching wird vermittelt: Eine Bewerbung muss kreativ sein – doch was heißt das eigentlich, bezogen auf die verschiedenen Teile einer Bewerbung. Die folgende Tabelle soll eine Antwort auf diese Frage bieten:

Teil der BewerbungKreativität heißt …
AnschreibenWer im Bewerbungsanschreiben kreativ sein möchte, sollte sich nicht auf 0-8-15-Formulierungen beschränken, sondern stattdessen mit Individualität trumpfen. Das bedeutet auch: Berichten Sie von Stärken und Qualifikationen plastisch, authentisch und in Beispielen.
LebenslaufDieser Teil der Bewerbung ist wohl der „Unkreativste“, denn ein Lebenslauf muss in erster Linie einmal strukturiert (d.h. tabellarisch) und lückenlos sein. Kreativ kann in diesem Fall nur das Layout sein, das aber (dem Inhalt zuliebe) nicht zu dominant sein darf.
LayoutJe kreativer der Beruf, desto kreativer darf auch das Layout der Bewerbung ausfallen. Das heißt: Natürlich wird von einem Mediengestalter mehr erwartet als von einem Steinmetz. Grundsätzlich jedoch gilt: Das Layout sollte den Inhalt unterstreichen, nicht aber davon ablenken.
ZeugnisseDie Sortierung der Zeugnisse ist nur mit wenig Kreativarbeit verbunden, hierbei lässt sich eher der Servicegedanke deutlich machen, denn wer den Anlagen ein Anlagenverzeichnis hinzufügt, hilft dem Personalreferenten sich zurechtzufinden. Wer die Zeugnisse analog der Reihenfolge im Lebenslauf sortiert, beweist Ordnungssinn und Akribie.
ArbeitsprobenNatürlich müssen Arbeitsproben der entsprechenden Branche angepasst sein. Grundsätzlich jedoch gilt: Wer um Arbeitsproben gebeten wird, sollte nicht mit 0-8-15-Standard aufwarten, sondern mit etwas Besonderem, das die Individualität des Bewerbers unterstreicht.

Best practice-Beispiele für die Formulierung von Kreativität

Wie eingangs erwähnt, soll es in diesem Beitrag um möglichst kreative Bewerbungen gehen, die auch so formuliert sind. Die folgenden Beispiele zeigen, wie wertig und ansprechend gute Formulierungen sein können:

Ein Beispiel sagt oft mehr als tausend kreativ klingende Worte.

Ein Beispiel sagt oft mehr als tausend kreativ klingende Worte.

„Mein Meisterwerk war die Hochzeitstorte meiner Schwester. Sie war fünfstöckig. Jede Torte war mit einer anderen Geschmacksrichtung gebacken und die Dekoration war komplett selbstgestaltet. Das Resultat lege ich Ihnen als Foto in den Anlagen bei. Dass ich nicht nur „schön“ backen kann, sondern auch lecker, würde ich gerne beim Probearbeiten unter Beweis stellen.“

„Karneval ist für mich die schönste Jahreszeit, denn dann kann ich meine Kunde in das verwandeln, was sie immer schon einmal sein wollten. Meist kommen sie mit ihrem Outfit – und ich kümmere mich um Make-up und Haare. Mein Meisterweg: der König der Löwen. Ein Schnappschuss in den Anlagen meiner Bewerbung zeigt, wie ich diesen Kundenwunsch umgesetzt habe.“

Bildnachweis: Coloures-pic/fotolia.com, arinahabich/fotolia.com

41 Fragen aus dem Einstellungstest

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