Der Klassiker ist sicherlich der Einzelhandel. Wer hier nicht gut mit Menschen umgehen kann, wird keinen Erfolg haben.

Nein, das ist kein musterhafter Beispielsatz, der sich nun zuhauf in die Bewerbungsschreiben schleichen sollte, denn: Er ist nichtssagend, inhaltslos und langweilig. Gerade wenn Sie gerne mit Menschen umgehen und damit auch schon aussagen, dass sie darin bereits Praxiserfahrung sammeln konnten, sollten Sie in jedem Fall sagen, worin diese Praxiserfahrung besteht. Der „Umgang mit Menschen“ kann nämlich auch negativ sein – ruppig, unfair, arrogant usw. Erklären Sie Ihrem Wunsch-Arbeitgeber, auf was es Ihnen beim Umgang mit Menschen ankommt und wie Sie sich im Umgang mit Menschen geben.

Natürlich muss fast jeder im Beruf mit anderen Menschen umgehen können. Das heißt: Jeder Mensch sollte einen guten Umgang mit seinen Mitmenschen pflegen, aber nur bei einigen ist dies auch ein entscheidendes Einstellungskriterium. In der Tabelle gibt es einige Berufsgruppen, für die ein guter Umgang mit Menschen absolut wichtig ist:

Menschen, die in der Dienstleistungsbranche arbeiten, …… müssen gut und gerne mit Menschen zusammenarbeiten. Das heißt, dass ein Friseur ebenso gut im Smalltalk sein muss, wie beim Haare schneiden, und dass es im Restaurant nicht nur darauf ankommt, dass Essen und Getränke schnell an den Tisch gebracht werden, sondern auch, dass sie mit einem Lächeln serviert werden.
Menschen, die direkt oder indirekt Kundenkontakt haben, …… müssen zuvorkommend, aufmerksam und geduldig sein. Vielleicht hat es die Sachbearbeiterin am Telefon manchmal einfacher, denn sie muss die Zeit nur bis zum Ende Gesprächs mit Freundlichkeit überbrücken, während die Verkäuferin im Laden damit rechnen muss, den Kunden häufiger zu sehen.
Menschen, die im Support arbeiten, …… haben es manchmal vielleicht sogar am schwersten, denn wer den Support braucht, hat ein Problem, das möglichst schnell gelöst werden muss. Oft ist der Weg bis zum Kundenservice schon derart holprig und lang, dass die Laune nicht mehr die beste ist. Und genau dann muss der Mitarbeiter beweisen, dass der einen guten Umgang mit Menschen hat.
Führungskräfte müssen eine ganz besondere Form des Umgangs mit Menschen pflegen, …… denn sie müssen sowohl Respektsperson sein, deren Aufgabenstellungen erledigt werden, als auch Menschenkenntnis beweisen. Darüber, ob eine Führungskraft menschlich sein muss oder nicht, scheiden sich letzten Endes die Geister, doch Tatsache ist: Wer Führungskraft ist, muss auch mit Menschen umgehen können.

Erfahrungen nutzen und gut formulieren

Wer bereits Erfahrung in einer der oben genannten Branchen oder Positionen gemacht hat, der sollte dem Personalreferenten einen kleinen Einblick in seine Arbeit gewähren. Das heißt, berichten Sie davon, was Ihnen an Ihrem Job gefällt mit den Worten:

  • „Jeden Tag einem Kunden eine Freude machen zu können, weil es sich vielleicht um einen Stammkunden handelt und ich schon im Vorfeld weiß, welches seine Lieblingswurst ist, oder einem neuen Kunden dabei behilflich zu sein, sich im Verkaufsraum zurechtzufinden – das ist mein Verständnis von Kundenservice.“

    Als Friseurin ist ein guter Umgang mit Menschen wichtig – das sichert auch die Rückkehr von Stammkunden.

  • „Als eine langjährige Stammkundin von mir nicht nur ihre Mutter davon überzeugt hat, dass ich mein Handwerk als Friseurin beherrsche, sondern sie auch mit ihrem Sohn zum Schneiden der ersten Haare kam, wusste ich einmal mehr, warum ich diesen Job gerne mache: Weil die Menschen mögen, was ich tue und ich es gern tue.“
  • „Meine persönliche Herausforderung ist es, Probleme möglichst rasch und dabei effizient zu lösen. Mit diesem Grundverständnis arbeite ich nun seit sieben Jahren im Kundenservice eines Telefonanbieters. Gerne können Sie mir im Rahmen eines Probearbeitstages einmal über die Schulter sehen.“
  • „‘Guten Tag, was kann ich für Sie tun?‘ ist gut, aber ich will es besser machen. Deswegen stelle ich mich zunächst vor und frage dann nach den Kundenwünschen. Mittlerweile ahmen mich meine Kolleginnen bereits nach – und die Kunden danken es uns mit einem Lächeln.“
  • „Wer gerne zur Arbeit geht, der kann auch freundlich gegenüber seinen Mitmenschen sein. Bis zur Schließung der Filiale, in der ich 12 Jahre lange gearbeitet habe, ging ich jeden Tag gern zur Arbeit. Gerne möchte ich nun Ihren Kunden mit Rat und Tat und meiner zuvorkommenden Art zur Seite stehen.“
  • „Offen und ehrlich, bestimmt und verlässlich. So haben mich die Mitarbeiter meines Serviceteams beschrieben, als ich aus familiären Gründen aus dem Job ausscheiden musste. Nun bin ich wieder voller Tatendrang und möchte in Ihrem Team arbeiten.“

Exkurs: Diese Fähigkeiten muss eine Führungskraft mitbringen

Es darf nicht nur Chefs geben, das steht außer Frage. Zudem streben auch nur die wenigsten eine Führungsstelle an. Wer noch schwankt, der kann sich mithilfe dieser Liste überlegen, ob er alle Fähigkeiten einer Führungskraft im Gepäck hat:

  • Empathie. Eine Führungskraft muss sich in Menschen einfühlen können, ohne sich von den privaten Anliegen übermannen zu lassen. Eine Führungskraft trägt nämlich auch Verantwortung für das Team.
  • Kritikfähigkeit. Erst wer konstruktive Kritik als Motor begreift, kann Veränderungen herbeiführen. Das heißt auch, dass eine Führungskraft stets dazulernt, um weiterzukommen.
  • Entscheidungsfreude. Auch wenn es manchmal schwer fällt: Chefs sind genau an der Position, an der Entscheidungen (auch unpopuläre!) gefällt werden müssen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auf die Verlässlichkeit der Entscheidung, denn diese muss Bestand haben.
  • Zielstrebigkeit. Wer als Chef zielstrebig ist, kann einiges erreichen. Ehrgeiz ist ein wichtiger Motor, Skrupellosigkeit hingegen ist ein No-Go.
  • Kommunikationsfähigkeit. „Erst sprechen, dann schreiben“, lautet die Prämisse, die Führungskräfte beherzigen sollten. Die Kommunikation muss zudem immer von Wertschätzung geprägt sein.

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41 Fragen aus dem Einstellungstest

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