Die Empfehlung lautet: Gehen Sie zu einem professionellen Fotografen.

Die Kosten für ein Bewerbungsfoto hängen letztlich davon ab, wo Sie sich fotografieren lassen – und das wiederum wird sich in der Qualität der Aufnahme zeigen. Sicherlich hat auch die Position, auf die Sie sich bewerben, Auswirkungen auf die Anforderungen, die Sie an Ihr Bewerbungsfoto stellen. Grundsätzlich also lässt sich der folgende Schluss ziehen: Je teurer das Foto wird, desto eher wurde es von einem professionellen Fotografen aufgenommen, und umso größer ist auch die Chance, eine begehrte Führungsposition zu ergattern.

Wie kommen Sie an ein Bewerbungsfoto?

Sie nutzen ein vorhandenes Passfoto, schneiden eine Aufnahme von sich entsprechend zurecht, nutzen einen Fotoautomaten, schießen ein Foto mit dem Selbstauslöser Ihrer Digitalkamera (alternativ mit Selfie-Stick und Smartphone), bitten einen Bekannten darum, eine Aufnahme zu machen, gehen in einen Laden, der unter anderem auch Fotos anbietet oder vereinbaren einen Termin bei einem professionellen Fotografen. Die ersten Möglichkeiten dieser Liste kosten zwischen fünf und 20 Euro und sind vergleichsweise billig – doch das wird man auch dem Foto ansehen. Also gilt: Sparversion-Bewerbungsfotos sind nur erlaubt, wenn Sie sich um einen Nebenjob bewerben, der nicht Ihre berufliche Zukunft sein wird.

Ab 50 Euro aufwärts beginnt der Preis, wenn Sie sich dazu entscheiden, Ihre Bewerbungsfotos bei einem professionellen Fotografen machen zu lassen. Dafür wird dort auch eine entsprechende Leistung geboten, die mit zusätzlichen Leistungsbausteinen auch gut 100 oder 150 Euro kosten kann. Teure Fotos, die ihr Geld jedoch wert sind, umfassen in der Regel oft umfangreiche Leistungsbausteine aus dieser langen Liste:

  • Ein professionelles Fotoshooting, das 1,5 bis 2 Stunden dauert.
  • Die Möglichkeit, mehrere Kleidungsstücke auszuprobieren.
  • Das Fotografieren in mehreren Posen.
  • Die Nachbearbeitung der Bilder.
  • Die professionellen Abzüge sowie Originaldaten auf CD (unüblich und kostenintensiv, aber durchaus rentabel).

Warnung vor Abzockern!

Um zu verhindern, dass Sie teures Geld investieren und keine perfekten Bilder bekommen, ist es sinnvoll, im Vorfeld zu recherchieren, welche Preispakete mit welchen Leistungen Ihr Wunsch-Fotograf anbietet. Auch Beispiele seiner Werke sind sinnvollerweise im Vorfeld zu durchstöbern. Sprechen Sie vor der Terminvereinbarung exakt ab, was Sie für Ihr Geld bekommen und was Sie mitbringen dürfen/müssen.

Tipps des Fotografen: Darauf kommt es beim Bewerbungsfoto an

Das Vorabgespräch mit dem Fotografen könnte so oder so ähnlich ablaufen und soll Ihnen an dieser Stelle helfen, die richtigen Fragen zu stellen. Läuft das Gespräch in dieser oder ähnlicher Form ab, ist der Fotograf sein Geld wert.

Ihre Frage: Können Sie mir kurz erklären, wie ein Fotoshooting in Ihrem Atelier abläuft?

Antwort Fotograf: Aber gerne. Für ein professionelles Fotoshooting für Bewerbungsbilder plane ich grundsätzlich zwei Stunden Zeit ein. Ich möchte Sie darum bitten, mir im Vorfeld mitzuteilen, ob eine professionelle Visagistin Sie stylen soll, oder ob Sie entsprechend geschminkt zum Fototermin kommen. Zudem würde ich Sie um verschiedene Outfits bitten, die Sie dann wechseln können. So haben Sie die Möglichkeit, möglichst viele Auswahlbilder zu haben, denn nicht jedes Outfit ist für jede Stelle angemessen. Damit ich mir selbst einige Gedanken zum Arrangement der Fotokulisse machen kann, wäre es hilfreich für mich zu wissen, auf welchen Job Sie sich bewerben.

Ihre Frage: Das heißt, dass ich mich sowohl in verschiedenen Kleidungsstücken als auch in unterschiedlichen Posen fotografieren lassen kann?

Antwort Fotograf: Richtig. Natürlich ist es grundsätzlich sinnvoll einem Kleidungsstil treu zu bleiben, jedoch sind Variationen möglich. Ein Beispiel: Möchten Sie sich in einer jungen, flippigen Eventagentur bewerben, darf das Foto ruhig etwas kreativer sein und ich würde beispielsweise auch versuchen, Sie in einem angeschnittenen Bild ins perfekte Licht zu rücken. Natürlich gibt es aber auch Eventagenturen, die auf Seriosität achten, weil sie Unternehmen von Welt betreuen. Dann würde ich eher auf den Klassiker setzen: einen Hosenanzug mit farbiger Bluse. Damit Sie sich nur einmal auf das Bewerbungsshooting einstellen müssen, biete ich eben an, die Outfits zu wechseln. Das hat sich bewährt.

Ihre Frage: Bearbeiten Sie die Bilder anschließend noch nach?

Ein Profi bietet in der Regel nicht nur die Aufnahmen, sondern auch eine Nachbearbeitung der Bilder an.

Antwort Fotograf: Ja, in Maßen. Meine Devise lautet: Je besser das Original-Bild, desto weniger muss ich bearbeiten. Und das ist mir nicht wichtig, weil ich die Arbeit scheue, sondern vielmehr deswegen, weil ein Bild immer ein Stück weit der Natürlichkeit beraubt wird, wenn es zu sehr nachträglich bearbeitet wurde. Deswegen schieße ich lieber 200 Bilder, justiere minutiös die Beleuchtung nach und sorge dafür, dass kein Haar am falschen Platz ist – besser Vorarbeiten, statt schwierige Nacharbeiten.

Ihre Frage: Und wie komme ich anschließend zu meinen Abzügen?

Antwort Fotograf: Sobald die Nachbearbeitung fertig ist, bekommen Sie von mir einen Anruf. Dann können Sie sich die fertigen Aufnahmen ansehen. In diesem Zusammenhang biete ich Ihnen auch einige Schwarz-weiß-Aufnahmen an, so dass Sie hier nochmal die große Qual der Wahl haben, die besten Aufnahmen herauszufiltern. Sobald Sie die von Ihnen gewünschten Motive ausgewählt haben, fertige ich ein Set an professionell gedruckten und geschnittenen Aufnahmen an. Die ausgewählten Aufnahmen erhalten Sie zusätzlich auf CD.

Bildnachweis: gstockstudio/fotolia.com, Tomasz Zajda/fotolia.com

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