Das Styling muss wohl überlegt sein – aber bitte nicht übertrieben werden.

Glauben Sie, männliche Bewerber haben es mit der Frisur auf dem Bewerbungsfoto leichter? Diese Aussage ist pauschal keinesfalls haltbar, denn auch ein Kurzhaarschnitt will wohl frisiert sein, damit es nicht aussieht, als hätte der Bewerber in der Steckdose geschlafen, wie ein Sprichwort sagt. Während also männliche Bewerber vor der Herausforderung stehen, akkurat und dabei nicht zu gekünstelt frisiert zu sein, haben Frauen (ähnlich wie bei der Kleidungswahl) die Qual der Wahl, ob eine Hochsteckfrisur oder offene Haare angebracht sind. Wie immer ist das auch ein Stück weit abhängig von der Berufswahl, wie dieser Bericht zeigen wird.

Zottelhaare und der Lebensmittelbereich – das geht gar nicht!

Haben Sie schon einmal einen Koch mit langen Haaren gesehen? Oder wurden Sie schon einmal im Restaurant von einer Servicekraft bedient, die ihre langen Haare wohl frisiert, aber offen getragen hat? Nein, denn im Lebensmittelbereich gehört ein Haargummi zur Standardausrüstung eines Angestellten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat in diesem Zusammenhang Hygieneregeln erlassen, die nicht nur die Frisur reglementieren, sondern auch die Länge der Fingernägel (was ein wichtiger Tipp fürs Vorstellungsgespräch sein kann). Die Hygieneregeln sehen Folgendes vor:

  • Körperhygiene hat oberste Priorität im Lebensmittelbereich.
  • Fingernägel müssen kurzgeschnitten, sauber und unlackiert sein.
  • Privatkleidung und Arbeitskleidung müssen strikt voneinander getrennt werden.
  • Kleidung und Geschirrtücher müssen stets frisch sein.
  • Handschmuck und Armbanduhren sind tabu.
  • Eine Kopfbedeckung ist Pflicht, lange Haare sollten zu einem Zopf gebunden werden.

Einige dieser Hinweise können besonders nützlich sein für diese Berufsgruppen:

Auch wenn das Styling ungewöhnlich ist: Bewirbt sich diese junge Dame als Restaurantfachkraft in einem bayerischen Restaurant, hat sie gute Chancen auf den Job.

Bäcker, Brauer, Fachkraft für Fruchtsafttechnik, Fachkraft für Lebensmitteltechnik, Fachkraft für Speiseeis, Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk (Bäckerei, Fleischerei, Konditorei), Fleischer, Koch, Konditor, Milchtechnologe, Müller, Süßwarentechnologe, Restaurantfachmann, Servicefachkraft, Fachmann für Systemgastronomie.

Ergo: Wer sich in einem dieser Berufe bewirbt, hat mit einer pflegeleichten Kurzhaarfrisur die besten Chancen. Wer lange Haare hat, sollte sie ordentlich zusammenbinden oder zu einer praktischen (!) Hochsteckfrisur zusammenstecken.

Im Beauty-Bereich kommt’s auf das Styling an

Wer sich als Kosmetikerin oder Friseurin bewirbt, tut gut daran, sich beim Styling etwas Außergewöhnliches einfallen zu lassen, denn hier kann das Bewerbungsfoto schon ein kleiner Teil des Einstellungstests sein. Grundsätzlich gilt hier: Zeigen Sie als Bewerber Kreativität und präsentieren Sie sich mit einer praktischen und nachvollziehbaren Frisur. Wenn Sie selbst erst zum Friseur müssen, um diese noch einmal so hinzubekommen, ist das sicherlich nicht sinnvoll, denn als Friseurin und Kosmetikerin wird auch im Berufsalltag ein 1-a-Styling von Ihnen erwartet.

Die Grundregeln für eine gute Bewerbungsfrisur

Die wichtigste Grundregel für eine Bewerbungsfrisur ist simpel und scheint doch so schwer umzusetzen zu sein, denn es gilt: Die Frisur muss zum Bewerber passen. Experten raten dringend davon ab, sich direkt nach dem Besuch beim Friseur fürs Bewerbungsfoto knipsen zu lassen, denn die Chance, dass Sie selbst das Styling so wieder hinbekommen, ist vergleichsweise gering. Der Vorteil Ihres eigenen Styling ist, dass Sie es mit dem entsprechenden Alltagsflair pimpen und damit wird es zu Ihrem Styling. Und auch in punkto Haarfarbe muss es nicht der Griff in den Farbtopf sein: Natürliche Töne (braun, schwarz, rot oder blond) kommen hier (bei den Berufen bei denen es nicht um Outfit und Styling geht) am besten an.

Je repräsentativer der Job sein muss, desto eher kann das Haar (von Frauen) offen getragen werden, zeigt die Beobachtung. Je praktischer die Frisur sein muss, weil Sie sich in einem handwerklichen Bereich bewerben oder Mechaniker oder Elektriker werden wollen, desto eher wird auf Pferdeschwanz oder Dutt gesetzt. Spielereien mit den Haaren zu veranstalten ist im Grunde nicht nötig, schließlich lassen Sie sich nicht für Ihre Hochzeit stylen, sondern für Ihren Job.

Schminke und Schmuck auf dem Bewerbungsfoto

Eine Soziologin will herausgefunden haben, dass reduziert gestylte Frauen männlicher wirken, und so Zielorientierung und Durchsetzungsfähigkeit ausdrücken. Da heißt auch, dass extra gestylte Locken ebenso schwierig sind wie rot geschminkte Lippen und große Ohrringe. Salopp gesagt ist so der „Tussi-Faktor“ größer – und das Vertrauen in das Fachwissen und die Führungsstärke der Bewerberin schwindet.

Styling, Kleidung und Mimik müssen ein Gesamtwerk sein

Wer Blazer und Bluse trägt, unfrisiert erscheint und den Mund so verzieht, als würde er lässig auf einem Kaugummi herumkauen, der macht im Grunde alles falsch, was man auf dem Bewerbungsfoto nur falsch machen kann. Besser wäre, einem dieser Best-Practice-Beispiele zu folgen:

  • Unter dem Pullover mit V-Ausschnitt lugt eine Bluse hervor, die Haare sind ordentlich, aber natürlich mit einer Spange zu einem Pferdeschwanz gebunden. Das Make-Up ist dezent. Die Bewerberin lächelt freundlich in die Kamera. So ist das Bewerbungsfoto stimmig.
  • Der Sozialpädagoge trägt Vollbart und lange Haare. Die Haare hat er zu einem Pferdeschwanz gebunden, der Vollbart ist ordentlich zurechtgestutzt. Sein Oberteil ist ein dunkles Poloshirt. Why not? Er würde als Streetworker schließlich auch nicht in Krawatte und Anzug erscheinen.
  • Die Bankkauffrau trägt unter ihrem dunkelgrauen Blazer eine hellrosa Bluse. Ihre schulterlangen Haare trägt sie offen. Der Seitenscheitel sitzt ordentlich. Ihre Ohrringe sind dezente, kleine Ringe.

Bildnachweis: alphaspirit/fotolia.com, Zlatan Durakovic/fotolia.com

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