Einen klaren Gewinner der Bart-Challenge kann es nicht geben.

Nicht zwingend. Nicht in jeder Branche. Nicht in jeder Position. Aber manchmal doch. Das ist wohl die un-hilfreichste Antwort auf die Frage „muss der Bart ab?“. Eine andere Antwortvariante wäre gewesen, erst einmal mit einer Gegenfrage zu kontern, die da heißt: „Sag mir, als was du dich bewirbst und ich sage dir, ob du zum Rasierer greifen musst.“ Grundsätzlich gilt nämlich: Je kreativer der Job und je jünger das Team ist, desto größer ist auch die Toleranz und die Akzeptanz für einen Bart.

Auf Ihrem Bewerbungsfoto müssen Sie ordentlich aussehen. Das heißt auch: Sie sollten ordentlich gekleidet sein, sich anständig frisieren, als Frau ein leichtes Make-Up auflegen und als Mann entweder frisch rasiert oder mit einem echten Bart erscheinen.

Warum es kein 3-Tage-Bart sein darf? Weil genau dieser „ungepflegt“ wirkt und oft als ein phlegmatischer Ansatz von „mich alle drei Tage zu rasieren, reicht mir völlig“ angesehen wird. So könnte eine Grundregel lauten: Gut rasiert oder ein gepflegter, längerer Bart sind durchaus akzeptabel. Ein ungleich gekürzter oder gar überhaupt nicht in Form gebrachter Vollbart ist hingegen ein No-Go. Und der Schnauzbart … der hat die besten Jahre ohnehin hinter sich und wird immer seltener getragen. Wenn dem so ist, dann muss er ebenfalls ordentlich gestutzt sein.

Typveränderung geplant? Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt!

Wenn Sie ohnehin mit dem Gedanken an eine Typveränderung spielen, kann jetzt der richtige Zeitpunkt dafür sein, Nägel mit Köpfen zu machen und es durchzuziehen. Aber Achtung: Planen Sie die Rasur und den Fototermin nicht auf denselben Tag und geben Sie Ihrer Haut die Chance, sich zu regenerieren. Empfindliche Haut reagiert oft mit Rötungen – und die sehen auf dem Bewerbungsfoto nicht gerade schick aus.

Zudem gilt auch hier: Wenn Sie sich für den Ohne-Bart-Look auf dem Bewerbungsfoto entscheiden, dann müssen Sie diesem auch bis zum Vorstellungsgespräch treu bleiben. Zwischen Bewerbungsfoto und Bewerbungsgespräch eine Typveränderung anzupeilen, ist hingegen weniger ratsam, denn damit „überraschen“ Sie den Personalreferenten nur. Das muss zwar nicht per se schlecht sein, ist aber ein Risikofaktor, der schlicht überflüssig ist.

Das Gesicht muss sympathisch wirken – mit oder ohne Bart

Es gibt ganz unterschiedliche Typen von Menschen. Auf einem Bewerbungsfoto müssen sie jedoch alle gleichermaßen sympathisch wirken.

Ja, die Entscheidung einen Bewerber zum Vorstellungsgespräch einzuladen ist immer auch eine Sache der Sympathie. Das heißt, der Bewerber muss auf dem Bild sympathisch wirken: Ein Lächeln auf den Lippen, ein wacher Blick und eine gepflegte Erscheinung sind immer Grundvoraussetzung, bevor Sie sich aufmachen zum Fotografen. Und: Ihr Outfit muss zum Job passen.

Karriere-Coaches verfolgen oft diese Argumentationslinie: Je kreativer der Job ist, desto individueller darf auch das Foto sein. Zudem gilt: Je weniger physischer Kontakt zur „Außenwelt“ besteht, desto ausgeflippter, bunter und auch individueller dürfen Aussehen, Outfit und Look sein. Das heißt, dass es letztlich mehrere Berufsgruppen gibt:

  • In klassischen, oft kaufmännischen Berufen, ist ein gepflegtes Äußeres wichtig, denn es wird im Büro gearbeitet, Meetings und Kundentermine sind nicht ausgeschlossen.
  • In handwerklichen Berufen oder Aufgaben in Industrie und Technik gibt es zwei Richtungen: Wer in der Produktion tätig ist, hat viel mehr Freiraum, was Outfit und Styling angeht. Wer hingegen eine Leitungsposition hat, muss dies auch rein äußerlich ausstrahlen.
  • Neben klassisch und produktiv kann die dritte Gruppe nur die der „Kreativen“ Oft arbeiten sie im Grafik- oder Textbereich, als Künstler oder Designer und bewerben sich auf junge, flippige Unternehmen mit Start-Up-Charakter.

Je größer die Firma, desto strenger ist der Dresscode

Das heißt im Umkehrschluss: Wer Karriere in einem großen Unternehmen machen möchte, muss sich auch insofern „verbiegen“ lassen, dass Bärte fallen, Piercings herausgenommen werden und Tattoos unter der Kleidung verschwinden. Das ist quasi der Preis, den diejenigen zahlen, die in einem großen, meist international tätigen Betrieb arbeiten möchten. Mehr Freiheiten haben indes diejenigen, denen die Unternehmensgröße egal ist oder die gar gezielt nach Arbeitgebern suchen, die Eigenschaften wie jung, dynamisch und flippig in ihre Unternehmensphilosophie integriert haben.

Sind Schmuck und Piercings ebenso verpönt wie ein Bart?

Schmuck in Maßen kann ein attraktives Accessoire sein und das Outfit abrunden. Schmuck in Massen hingegen bewirkt oft das Gegenteil: Menschliche Christbäume wirken abschreckend, wenig sympathisch und scheinen den Eindruck zu vermitteln, etwas hinter der geschmückten Fassade verstecken zu wollen. Das kommt natürlich alles andere als gut an.

Darüber hinaus muss in diesem Zusammenhang das Dauerbrenner-Thema „Piercing – ja oder nein“ angesprochen werden. Eine grundsätzliche, vielleicht noch rechtlich verbriefte Regelung, welche Piercings erlaubt sind, gibt es nicht, dafür lassen sich Tendenzen ausmachen, die so lauten:

  • Ein Nasenstecker gilt heute als gewöhnlich, ein Nasenring hingegen ist weniger ansprechend.
  • Wenn das Zungen-Piercing einen nicht daran hindert, ordentlich zu sprechen, ist das in der Regel kein Problem.
  • Ein kleines Piercing im Lippenbereich wird oft geduldet, große Ringe an Lippen oder Augenbrauen hingegen weniger.
  • Ohrringe sind natürlich erlaubt, doch gilt auch hier, dass dezenter Ohrschmuck eher angebracht ist.

Bildnachweis: olly/fotolia.com (2x)

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