Vorstellungsgespräch Lehrer

Der Beruf des Lehrers hat viele schöne Seiten. Er ist anspruchsvoll und abwechslungsreich zugleich. Vielleicht befinden Sie sich gerade mitten im Bewerbungsprozess und haben sogar schon eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch als Lehrer erhalten. Die vergebliche Suche nach geeigneten Informationen macht es Ihnen jedoch schwer, sich vorzustellen, wie ein solches Gespräch abläuft und wie Sie am Ende die Schulleitung und den Personaler von sich überzeugen können.

In diesem Beitrag bekommen Sie Antworten auf Ihre Fragen. Sie werden erfahren, wie das Bewerbungsgespräch abläuft, welche typischen Fragen man Ihnen stellen wird und wie Sie sich am besten darauf vorbereiten. Auch wie Sie den besten Eindruck hinterlassen und wie man lange nach dem Gespräch noch an Sie denkt, erfahren Sie hier. Mit diesem Wissen im Gepäck brauchen Sie sich nicht mehr zu sorgen. Sie werden sehen, dass Sie entspannter und selbstsicherer sein werden, wenn Sie die richtige Vorbereitung treffen. Überzeugen Sie sich selbst und lesen Sie weiter!

Voraussetzungen und der Weg zum Vorstellungsgespräch

Um sich als Lehrer zu bewerben und zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Wie in jedem anderen Beruf auch, müssen Sie sich als Bewerber vorab qualifiziert haben. Bei diesem Beruf ist ein Studium unerlässlich und auch das anschließende Referendariat ist ein Teil, der nicht von der Ausbildung zum Lehrer ausgeschlossen werden kann.

Studium

Das Studium dauert im heutigen Bachelor- und Master-System in der Regelstudienzeit rund fünf bis sechs Jahre. Es werden meist zwei Fächer intensiv studiert und durch weitere Fächer wie Erziehungswissenschaften oder Psychologie ergänzt. Dabei spezialisieren sich die Studenten auf eine bestimmte Schulform. So kann das Lehramt für die Grundschule, die Haupt- und Realschule, das Gymnasium, Sonderschulen oder Berufsschulen studiert werden.

Referendariat

Das Referendariat ist Teil der Lehramtsausbildung und schließt an das theoretische Studium an der Universität an. Es ist eine praxisorientierte Ausbildung, die den Lehrer in den beruflichen Alltag begleiten soll, und besteht aus eigenständigem Unterrichten an einer Schule sowie einem begleitenden Seminar an der Uni. Die Dauer beträgt zwischen 18 und 24 Monaten.

Bewerbung

Wenn Sie beides erfolgreich absolviert haben, steht Ihnen nichts mehr im Wege und Sie sind bereit für die Bewerbung als Lehrer. Dafür benötigen Sie ein Anschreiben, einen Lebenslauf sowie aktuelle Zeugnisse und Nachweise Ihrer bisherigen Laufbahn. Wenn Ihre Bewerbung überzeugt, werden Sie zu einem Vorstellungsgespräch in die Schule eingeladen.

Anforderungen an Lehrer

Der Beruf einer Lehrperson hat viele unterschiedliche Facetten. Sie müssen viele Kompetenzen mitbringen, um den Unterrichtsalltag mit den Schülerinnen und Schülern erfolgreich zu meistern und sie für das Leben in der großen weiten Welt und das spätere Berufsleben vorzubereiten. Zu den wichtigsten Kompetenzen, die auch im Vorstellungsgespräch eine Rolle spielen können, gehören:

  • Unterrichten
  • Erziehung
  • Rhetorik
  • Einfühlungsvermögen
  • Medienkompetenz
  • Leistungsbeurteilung
  • Teamplayer-Eigenschaften
  • Freude am Lehren und Lernen

Wie läuft das Vorstellungsgespräch als Lehrer ab?

Jedes Vorstellungsgespräch – ob in der Schule oder in einem Unternehmen – läuft anders ab und doch gibt es auch Anhaltspunkte, an denen Sie sich orientieren können. Gerade beim Gespräch mit Personalern einer Schule ist es üblich, nach einem bestimmten Muster vorzugehen, welches im Folgenden näher erläutert werden soll.

Ablauf des Vorstellungsgespräches

Begrüßung und Smalltalk

Zu Beginn des Vorstellungsgesprächs gibt es eine freundliche Begrüßung sowie ein wenig Smalltalk. Fragen wie:

„Haben Sie gut hierher gefunden?“ oder

„Bei dem scheußlichen Wetter draußen ist es doch schön, hier im Warmen zu sitzen, nicht wahr?!“

gehören zu Beginn einfach dazu und lockern die Atmosphäre auf.

Die Schule wird präsentiert

Nach der Begrüßung präsentiert der Personaler die Schule. Dabei geht es darum, kurz etwas zum geschichtlichen Hintergrund zu erzählen, Zahlen von Schülern und Lehrpersonen aufzuzeigen und das pädagogische Leitbild der Schule darzulegen. Dieses Leitbild ist üblich für die meisten Schulen, da auf dessen Grundlage oftmals der Unterricht gestaltet und der Umgang mit den Schülern festgelegt wird. Das pädagogische Leitbild einer „Freien Schule“ beispielsweise ist ein völlig anderes als das eines konservativen katholischen Gymnasiums. Die Stellenbeschreibung und die mit ihr verbundenen Anforderungen an den neuen Kollegen werden ebenso vorgestellt. So können Sie als Bewerber für den Job schon nach den ersten Minuten einen guten ersten Eindruck von der Schule bekommen.

Präsentation Ihrer eigenen Person

Sie erzählen kurz und knapp etwas über sich und Ihren bisherigen beruflichen Werdegang ohne dabei Ihren Lebenslauf wiederzukäuen. Es ist wichtig, dass Sie erwähnen, wieso Sie ausgerechnet Lehrer werden wollen und welche Ziele Sie mit diesem Beruf verfolgen möchten. Dabei sollten Sie es vermeiden, Floskeln wie „Lehrer haben viel Urlaub“ oder „Lehrer verdienen gut“ zu nennen. Das würde beim Personaler sicherlich nicht gut ankommen. Seien Sie überzeugend. Sagen Sie, was Sie besonders an diesem Job fasziniert und welche positiven Eigenschaften und Erfahrungen Sie mit dem Unterrichten von Schülern und dem Anleiten von Aktivitäten verbinden.

Oft werden Sie in solchen Situationen auch gefragt, was für Sie eine gute Schule ausmacht, welchen Lehrstil Sie bevorzugen und welche Leitmotive Sie haben. Seien Sie dabei ehrlich, aber schauen Sie auch, dass Sie Ihre Antworten mit der Schule und deren Leitmotiven verbinden. Zeigen Sie, dass Sie sich informiert haben und dass Sie großes Interesse daran haben, diese Stelle zu bekommen.

Seien Sie auch darauf gefasst, dass die Personaler Ihnen konkrete Zwischenfragen stellen könnten. Antworten Sie ruhig und gelassen und seien Sie nicht nervös, wenn Sie mal keine geeignete Antwort parat haben. Das ist authentisch und Ihre Gesprächspartner werden das mit einem Augenzwinkern sicher verstehen.

Auf diese Fragen werden Sie im Vorstellungsgespräch antworten müssen

Wenn Sie die ersten Etappen im Vorstellungsgespräch erfolgreich gemeistert haben, kommt der Teil, in dem man Ihnen Fragen stellen wird. Auch ist es möglich, dass Sie eine Aufgabe in Form einer fiktiven Situation gestellt bekommen, die Sie lösen sollten. Dadurch werden Ihre Problemlösestrategien und Ihre Geistesgegenwart erfasst. Die Szenarien könnten zum Beispiel so aussehen:

  • Sie haben die Pausenaufsicht und sehen, dass sich in nicht weiter Entfernung ein Streit unter den Schülern anbahnt. Wie gehen Sie vor?
  • Ein Kind darf nicht mit auf die Klassenfahrt kommen. Was unternehmen Sie?

Beobachtungen, die bei einer solchen Situation gemacht werden können, sind:

  • Wie lösen Sie als Bewerber die Aufgabe?
  • Wie gehen Sie strategisch vor?
  • Reagieren Sie wie erwartet?

Es soll geschaut werden, wie zum Beispiel Ihr Durchsetzungsvermögen ist, wie Sie mit Eltern verhandeln würden, wie lösungsorientiert Sie vorgehen und wie didaktisch Ihre Handlungen aussehen. Anhand dieser Beobachtungen können die Personaler eine Menge über Sie erfahren.

Fragen, die außerdem gestellt werden könnten

Welche Stärken und Schwächen haben Sie?

Hier ist es wichtig, dass Sie mit Ihren Stärken beginnen und danach erst auf etwaige Schwächen eingehen. Sie sollten auf jeden Fall Schwächen zugeben, aber auch darauf achten, dass Sie sich nicht direkt ins Aus katapultieren.

Beispiel: „Ich bin sehr gut darin, meinen Tag zu strukturieren und zu organisieren. Allerdings bin ich nicht so gut darin, mich zu orientieren. Durch Google Maps ist das aber kein Problem im Alltag“.

Wenn Sie sich auf eine Stelle als Geografielehrer bewerben, dann kommt das natürlich nicht gut an. Dann erzählen Sie etwas von einer anderen Schwäche, die nur wenig mit dem Job zu tun hat.

Wie verhalten Sie sich im Konfliktfall?

Ziehen Sie dazu ein Beispiel aus Ihrer bisherigen Erfahrung heran und erklären Sie Ihr Vorgehen.

Wie sind Sie organisiert?

Wie sieht Ihr Schreibtisch zu Hause aus? Erzählen Sie, wie Sie sich persönlich, aber auch in Vorbereitung auf den Unterricht organisieren und welche Hilfsmittel Sie dazu verwenden.

Wie gehen Sie mit Belastungen um?

Sie sollten hier zeigen, dass Sie auch in unangenehmen Situationen einen kühlen Kopf bewahren, denn der Schulalltag ist oftmals kein Kinderspiel und es ist wichtig, dass Sie auch Schwierigkeiten aushalten können.

Wie teamfähig sind Sie?

Teamfähigkeit ist – wie in jedem anderen Job auch – sehr wichtig. Sie sollten teamfähig sein, da die Zusammenarbeit unter den Kollegen bedeutsam ist, um herauszufinden, wie die einzelnen Kinder in ihren Fähigkeiten entsprechend zu fördern und zu fordern sind.

Wie verhalten Sie sich in Situationen, die gegen Ihre persönlichen Überzeugungen gehen?

Diese Frage sollte wohlüberlegt beantwortet werden. Sie sollten ehrlich sein, aber auch einen Weg finden, wie Sie am besten damit umgehen würden.

 

Wie Sie einen besonderen Eindruck hinterlassen

Die Vorbereitung macht’s

Seien Sie vorbereitet auf das Bewerbungsgespräch! Notieren Sie sich alle wichtigen Fragen, die man Ihnen stellen könnte, und bereiten Sie sich darauf vor, eine seriöse und überzeugende Antwort darauf zu geben. Informieren Sie sich im Vorhinein über die Schule und seien Sie im Gespräch nicht nur Zuhörer, sondern auch Beteiligter, indem Sie etwas von Ihrem Wissen preisgeben können. Schauen Sie, dass Sie die Namen Ihrer Ansprechpartner und Kollegen kennen, und notieren Sie sich diese. Überzeugen Sie, indem Sie sie gleich am Anfang mit dem richtigen Namen begrüßen und haben Sie einen festen Händedruck.

Seien Sie rechtzeitig da – am besten eine viertel Stunde vor dem Gespräch – und schauen Sie sich schon einmal in der Schule um. Stellen Sie Fragen an geeigneten Stellen. Das zeigt, dass Sie sich wirklich interessieren und mit Ihrem künftigen Arbeitgeber auseinandergesetzt haben.

Die eigenen Stärken kennen und zeigen

Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihren Gegenüber überzeugen. Der Personaler kennt Sie nicht und er kann nicht wissen, wer wirklich vor ihm sitzt. Machen Sie es ihm leichter, indem Sie sich nicht verstecken. Auch wenn Sie Ihre Schwächen nicht unberücksichtigt lassen dürfen, so sind es doch Ihre Stärken, die hervorgehoben werden müssen.

Hobby zum Beruf

Wenn es Ihnen schon als Kind Spaß gemacht hat, zu unterrichten und eine Gruppe anzuleiten, dann sagen Sie das ruhig. Was gibt es denn besseres, als sein Hobby zum Beruf zu machen? Die meisten Menschen, die das tun, haben viel Freude an Ihrer Arbeit und das dürfte Ihnen im Gespräch auf jeden Fall zugutekommen.

Aber auch, wenn es andere Freizeitaktivitäten gibt, die sich mit dem Unterrichten verbinden lassen – wie zum Beispiel Teamleiter einer Sportgruppe zu sein –, dann sollten Sie das erwähnen. Zeigen Sie, dass Sie auch außerhalb Ihres Berufs Freude am Anleiten und Begeistern haben.

Körpersprache

Stehen und sitzen Sie aufrecht und gerade. Gestikulieren Sie nicht wild herum und halten Sie sich mit einer überzogenen Mimik zurück.

Die richtige Kleidung

Kleider machen Leute. Dieses Sprichwort ist heute noch genauso gültig wie damals. Wer auf der zukünftigen Arbeit gut gekleidet erscheint, macht gleich einen positiven ersten Eindruck. Schmeißen Sie sich in Schale, aber übertreiben Sie es gleichzeitig auch nicht. Ein schönes Kostüm als Frau oder ein gutes Sakko/ein gepflegter Anzug als Mann machen schon einiges her.

 

Tipps zum Schluss

Drei Tipps sollen Ihnen abschließend Mut machen, sich auf Ihr Vorstellungsgespräch vorzubereiten.

  • Schauen Sie sich die Notizen kurz vor dem Gespräch noch einmal an.
  • Bewahren Sie Ruhe und atmen Sie vor dem Gespräch noch einmal tief durch.
  • Seien Sie selbstbewusst und nicht ängstlich.
  • Lassen Sie stets Ihre Stärken hervorstechen.

Jetzt haben Sie alles gelesen, was Sie benötigen, um sich erfolgreich im Vorstellungsgespräch als Lehrer zu profilieren. Sie wissen nun, wie ein solches Gespräch ablaufen kann, welche Fragen auf Sie zukommen können, wie Sie sich am besten verhalten und auch, wie Sie besonders viel Eindruck hinterlassen können, um von sich zu überzeugen. Es liegt nun an Ihnen, sich gründlich vorzubereiten und sich über Ihren zukünftigen Arbeitgeber zu informieren. Beherzigen Sie diese Tipps, dann kann nicht viel schief gehen. Viel Erfolg!