Nicht nur die Kombination aus blauem Hintergrund und roter Bluse fällt negativ auch, sondern auch die großen Ohrringe wirken störend.

Huhu, wo sind Sie denn, ich kann Sie kaum erkennen, denn Ihre Ohrringe sind so groß, dass Sie die Hälfte des Bildes belegen und Ihre Kette ist so auffällig, dass ich kaum wage, woanders hinzusehen … Sie lachen? Gut. Dann haben Sie sicherlich verstanden, dass das soeben vorgestellte Szenario nicht unbedingt das Nonplusultra ist, sondern Ihnen eher sagen sollte: Bitte staffieren Sie sich nicht aus wie ein Weihnachtsbaum, denn auf dem Bewerbungsfoto ist Schmuck nur in Maßen erlaubt – nicht in Massen. In diesem Beitrag wandern wir einmal quer durch den Juwelierladen, um aufzuzeigen, was erlaubt ist und was besser fürs nächste Partyoutfit reserviert werden sollte.

Accessoire Nummer 1: Ohrringe

Ohrringe sind bei Fragen üblich und gehören zum täglichen Styling fest dazu. Das heißt auch: Wenn Sie regelmäßig Ohrringe tragen, dürfen Sie das natürlich auch auf dem Bewerbungsfoto. Allerdings sollten Sie bei der Wahl des Ohrrings Vorsicht walten lassen. Schlichte Stecker und dezente Hänger oder Ringe sind erlaubt. Das heißt aber auch, dass die Ohrringe nicht sehr weit über das Ohrläppchen hinausragen dürfen. Absolut verboten sind große Ringe, die fast schon auf den Schultern aufliegen.

Und die Herren? Nun ja. Da der Trend zum männlichen Ohrschmuck ohnehin schon massiv zurückgegangen ist (nicht zuletzt deswegen, weil es nach dem anfänglichen Hype niemanden mehr interessiert hat), stört es zwar sicherlich keinen Personalreferenten, wenn Sie einen Ohrstecker tragen. Aber Achtung: Geraten Sie an einen Personalreferenten alter Schule, kann der Ohrring ein negatives Bild auf Sie werfen.

Accessoire Nummer 2: Ketten

Wer eine Bluse trägt, der kann gerne eine schlichte, elegante Kette dazu kombinieren. Besonders wichtig ist dabei, dass die Proportionen und Farbgebung zusammenpassen. Sind also die Ohrringe in Silber gehalten, sollte auch die Kette Silber sein. Ist die Bluse aus sehr feinem Stoff, muss auch die Kette sehr leicht und feingliedrig sein.

Auch wenn die Aufnahme untypisch wirkt, so stimmt doch die Farbkomposition aus Hintergrund, Haarfarbe und Kette.

Ketten sind dann auf dem Bewerbungsfoto verboten, wenn Sie zu massiv sind. Unnötig sind sie darüber hinaus für handwerkliche Berufe, denn als Tischlerin oder Mechanikerin müsste die Kette im Arbeitsalltag ohnehin abgenommen werden.

Und die Herren? Natürlich dürfen die eine Kette tragen. Nur Achtung, hier lauert das Vorurteils-Fettnäpfchen: Pompöse Ketten bei Männern wirken oft unseriös. Die klassischste Variante beim Mann ist, ganz auf Ketten zu verzichten.

Accessoire Nummer 3: Piercings

Der kleine, dezente Nasenstecker stört heute sicherlich niemanden mehr, denn er gilt schon fast als „Standard“ unter all denjenigen, die auf Piercings stehen. Ob weitere Piercings erlaubt sind, hängt in erster Linie vom Beruf ab. Grundsätzlich gilt diese Faustregel:

  • Stehen Sie viel im Kundenkontakt mit jungen Menschen, werden Piercings oft akzeptiert.
  • Stehen Sie viel im Kundenkontakt mit älteren Menschen, könnte es mit der Akzeptanz der Piercings schwieriger werden.
  • Arbeiten Sie in einem Beruf, der das Tragen einer Uniform vorschreibt, kann es sein, dass Piercings im „Berufsoutfit“ verboten sind.
  • Arbeiten Sie in einem handwerklichen Beruf, muss geklärt werden, ob gesundheitliche Risiken provoziert werden durch das Tragen des Piercings.
  • Arbeiten Sie in einem seriösen Bürojob, wie beispielsweise die Bankkauffrau oder die Anwaltsgehilfin, kommt ein Piercing nur selten gut an.
  • Wer ohnehin wenig direkten Kundenkontakt hat, der kann seine Piercings auch weiterhin tragen.

Spezialfall: Zungen-Piercing

Ein Zungen-Piercing wird auf dem Bewerbungsfoto kaum zu sehen sein, deswegen stellt sich hier erst später zum Vorstellungsgespräch die Frage, ob es besser rausgenommen werden sollte oder nicht. Hier gilt Ähnliches wie in den soeben aufgeführten Faustregeln: Je höher der persönliche Kundenkontakt ist, desto ungünstiger ist ein Zungen-Piercing, weil dies nicht selten auch bei der ordentlichen Aussprache behindert.

Was gilt noch als „Schmuck“?

Dass auf einem Bewerbungsfoto Accessoires wie Mützen, Käppis oder Stirnbänder nichts zu suchen haben, liegt auf der Hand. Und da Bewerbungsfotos ohnehin nur Porträtfotos sind, spielen weitere Schmuckstücke an Armen und Händen ohnehin keine Rolle. Dennoch sei an dieser Stelle ein kleiner Tipp für das spätere Vorstellungsgespräch positioniert, der da heißt: All das, was Geräusche macht, passt nicht zum Vorstellungsgespräch.

Das heißt, klimpernde Armreifen, Gürtel, die beim Laufen Geräusche machen oder Ähnliches sind ein absolutes No-Go beim Bewerbungsgespräch – zudem können diese „lauten“ Schmuckstücke sogar wahre Verräter sein. Ein Personalreferent berichtet: „Ich erinnere mich noch an ein Bewerbungsgespräch, bei dem die Bewerberin große Ring-Armreifen getragen hat. Sie war allerdings so nervös, dass diese auch ohne eine aktive Bewegung ihrerseits, sondern nur durch das Zittern ihrer Arme die ganze Zeit geklimpert haben. Es war richtig anstrengend mit diesen Hintergrundgeräuschen ein ordentliches Gespräch zu führen.“

Die Brille als Accessoire

Für viele ist die Brille ein Accessoire, dabei besteht gerade beim Thema Bewerbungsfoto und Brille keine Einigkeit. Während die einen dafür plädieren, sich ohne Brille ablichten zu lassen, sehen andere darin nur einen Vorteil für den Fotografen, denn ohne Brille zu fotografieren ist in jedem Fall einfacher. Grundsätzlich jedoch gilt: Wenn Sie die Brille täglich tragen, dann sollten Sie das auch auf dem Bewerbungsfoto tun. Wenn Sie hingegen nur eine Lesebrille haben oder temporär auf eine Sehhilfe angewiesen sind, dann ist die Brille auf dem Bewerbungsfoto nicht nötig.

Bildnachweis: Manuel Tennert/fotolia.com‚ Dan Race/fotolia.com

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