Wer gut mit Kunden umgehen will, muss die Klaviatur von gutem Service kennen.

Keine Sorge, gerne Kundenkontakt zu haben, ist nichts Schlimmes, sondern eine Fähigkeit, die Sie unbedingt laut und deutlich kundtun sollten, denn nicht jeder Bewerber möchte mit Kunden arbeiten und nicht jeder, der will, ist auch gut darin. Sie beherrschen somit also eine Fähigkeit, wie beispielsweise der Informatiker, der gut aus Zahlenreihen Programme stricken kann. Was alles zum großen Themenbereich „Kundenkontakt“ gehört und wie Sie ihre Fähigkeiten am besten aufs Papier bringen, erfahren Sie hier.

Wer beim Schlagwort „Kundenkontakt“ nur an die freundliche Verkäuferin in der Bäckerei denkt, oder an die Dame, die an der Kasse die Waren übers Band zieht, der irrt. Denn in jedem Betrieb gibt es Kundenkontakt, denn wo Waren vertrieben werden, sind auch Kunden involviert. Denken Sie diesen Gedankengang nun weiter, zeigt sich, dass gerade die Mitarbeiter, die im direkten Kundenkontakt stehen, eigentlich mit die wichtigsten Mitarbeiter im Betrieb sind – sie sind die Visitenkarte, sie sind diejenigen, an die sich der Kunde erinnert.

Wer also von sich behauptet „gut mit Kunden zu können“, muss die folgenden Grundregeln zum Umgang mit Kunden verinnerlicht haben:

1.) Ein Kunde ist für ein Unternehmen nicht nur im Moment des Kaufs interessant, sondern auch davor und vor allem danach wichtig. Vor dem eigentlichen Kaufgeschehen wird der Kunde auf das Unternehmen aufmerksam gemacht, eingehend beraten und nach dem Kauf soll der Kunde möglichst positiv über das Unternehmen berichten und natürlich auch wiederkommen, um weiter zu kaufen. So erhält der Kunde (der vielleicht vor dem Kauf noch gar nicht als solcher erkannt wird) eine ganz andere Dimension – und muss letztlich auch anders behandelt und wahrgenommen werden. Ein (potentieller) Kunde muss im übertriebenen Sinn ein lebenslanges Verhältnis mit dem Betrieb eingehen wollen.

2.) Wer Service verspricht, muss diesen auch halten. Das heißt, dass Kunden bei Eingang der Anfrage freundlich darüber informiert werden, dass diese so schnell wie möglich bearbeitet wird und ungefähr bis zum XX.XX. eine Rückmeldung erfolgen wird. Wichtig ist, schnellen Service zu bieten und verlässlich zu sein. Es nützt keinem Kunden und schadet der Reputation des Unternehmens, wenn Kunden ständig vertröstet werden. Oft ist dafür auch eine Priorisierung der Aufgaben und Anfragen nötig.

3.) Unzufriedene Kunden sind zweifelsohne anstrengend, aber sie sind auch ein wichtiger Motor. Wer gut mit Kunden umgehen kann, kann diesen auch zuhören, sie verstehen und ihnen souverän Auskunft geben. Wer dann sein Aufgabengebiet als beendet ansieht, hat zwar dem Kunden geholfen, doch keine notwendigen Ableitungen getroffen. Das heißt: Wenn sich ein Kunde beschwert, sollte dies immer auch der Ansatz sein, um Optimierungen anzustoßen und Prozesse und Produkte auf den Prüfstand zu stellen. Im Idealfall gibt es ein regelmäßiges Qualitäts- und Prozessmanagement, das bereits präventiv im Vorfeld Schwachstellen aufspürt und ausmerzt.

So kommt „Kundenkontakt“ ins Bewerbungsschreiben

Auch dieser ungewöhnlich lange Vorspann hatte seinen Sinn, denn aus den Punkten, die „Kundenkontakt“ ausmachen, können viele Begrifflichkeiten abgeleitet werden, aus denen Formulierungen und Inspirationen gezogen werden könne.

So sind im Bewerbungsschreiben beispielsweise die folgenden Formulierungen denkbar:

  • „Ich arbeite gern mit Menschen und empfinde mich als sehr serviceorientiert. Äußert ein Kunde einen Wunsch, ist es mir ein persönliches Anliegen, ihn solange zu betreuen, bis er nicht nur zufrieden kauft, sondern uns im besten Fall weiterempfiehlt und in jedem Fall zurückkommt, um noch einmal zu kaufen.“
  • Kundenkontakt bedeutet für mich Langfristigkeit. Meine Devise lautet: Zufriedene Kunden kommen wieder – und jedes bekannte Gesicht freut mich mindestens genauso wie jedes Neue.“
  • „Sicherlich blicke ich mit einem weinenden Auge auf meine Kunden, die ich mit dem Jobwechsel gefühlsmäßig auch ein Stück weit im Stich lasse, aber ich bin sicher, wieder erfolgreich einen neuen Kundenstamm aufbauen zu können.“
  • „Ich bin bekannt dafür meine Versprechen zu halten. Bis dato hat das auch manchmal die eine oder andere Überstunde gekostet, aber ich konnte zum vereinbarten Termin meinem Kunden eine Lösung präsentieren und das ist mir persönlich sehr wichtig.“
  • „Wenn ein Kunde mich mit einer Frage kontaktiert, dann versetze ich mich in seine Lage: Ich habe ein Problem und brauche Hilfe. Dann will ich natürlich, dass mir so schnell wie möglich geholfen wird. Mit diesem Gedankengut vor Augen kann ich schnellen und zuverlässigen Kundenservice bieten.“
  • „Bei meinem jetzigen Arbeitgeber bin ich die ungekürte Reklamationsbeauftragte. Nicht etwa, weil so viele Beanstandungen auflaufen, sondern weil ich – vielleicht auch dank meiner vier Söhne – so stressresistent bin, dass mich ein aufgebrachter Kunde noch lange nicht aus dem Konzept bringen kann. Für mich ist es eine Herausforderung, die den Job nicht langweilig werden lässt.“
  • „Werde ich mit einer Reklamation seitens des Kunden konfrontiert, möchte ich nicht nur diese zeitnah erledigen, sondern will natürlich auch Verbesserungen initiieren, damit es künftig zu keiner Reklamation mehr kommen muss.“

Tipp: Per Wortdefinition Formulierungen finden

Auch ein souveräner Umgang mit Beschwerden gehört zum Leistungsspektrum im Kundenkontakt.

Was in diesem Artikel aufgezeigt wurde, kann auch mit vielen anderen Themen funktionieren. Nähern Sie sich dem Thema, das Sie in das Bewerbungsschreiben aufnehmen wollen, über Definitionen und Ausformulierungen, Checklisten usw. Dann können Sie daraus auch Formulierungen für das Bewerbungsschreiben ableiten.

Bildnachweis: Jörg Lantelme/fotolia.com, VRD/fotolia.com

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