Werden Sie sich der Vorurteile bewusst, die Ihnen entgegengebracht werden, dann können Sie diese spielend leicht entkräften.

Nein, diese Überschrift ist keineswegs ironisch gemeint, sondern ganz und gar ehrlich gemeint: Sie, als Person, die über 50 Jahre alt ist, müssen sich zunächst einmal klar machen, dass Sie vieles haben, was andere nicht haben – und das ist Erfahrung! Und Erfahrung ist nicht etwa in einem Crashkurs zu erlernen, sondern ein Prozess, der Zeit braucht, deswegen kann Sie kaum ein noch so ambitionierter Student im Rennen um so manchen Job ausstechen – vorausgesetzt Sie zeigen Ihr wertvollstes Gut – Ihre Erfahrung – auch deutlich in Ihrem Lebenslauf ab 50. Viele Tipps und Tricks zum Lebenslauf ab 50 verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Das schätzen Personalreferenten an Bewerbern Ü50

Personalreferenten begegnen älteren Bewerbern zweigeteilt: Sie schätzen das Erfahrungswissen der älteren Generation, haben aber Angst um die Lernfähigkeit und die grundsätzliche Lernbereitschaft. Bei älteren Bewerbern halten Sie diese Eigenschaften für besonders ausgeprägt:

  • Erfahrungswissen (53 Prozent)
  • Arbeitsmoral und -disziplin (30 Prozent)
  • Qualitätsbewusstsein (26 Prozent)

Loyalität (17 Prozent), theoretisches Wissen (16 Prozent) und psychische Belastbarkeit (13 Prozent) sind indes im Mittelfeld verortet, während Flexibilität (acht Prozent), Teamfähigkeit (sieben Prozent), Kreativität (sieben Prozent), körperliche Belastbarkeit (sechs Prozent), Lernbereitschaft (fünf Prozent) und Lernfähigkeit (drei Prozent) der älteren Generation kaum zugetraut werden. (Quelle: Studie „Erfahrung rechnet sich“ (Seite 27), Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend)

Ableitungen für den Lebenslauf ab 50

Und was nützt diese eingangs erwähnte Statistik mit Blick auf den Lebenslauf ab 50? Sehr viel, denn Sie wissen nun um die Vorurteile, die Ihnen entgegengebracht werden, können entsprechend dagegen steuern und in Ihrem ganz persönlichen Lebenslauf ab 50 das Gegenteil beweisen.

In der Kategorie „Berufserfahrung“ im Lebenslauf können Sie vor allem Ihre berufliche Erfahrung darlegen, das ist offensichtlich. Erwähnen Sie darüber hinaus dass, dass Sie im Qualitätsmanagement tätig waren, Audits und Zertifizierungen betreut haben, sagen Sie aus, dass Sie qualitätsbewusst und psychisch belastbar sind, denn ein Audit oder eine Zertifizierung kann für das Nervenkostüm schnell sehr anspruchsvoll werden. Auch aktuelle Auszeichnungen machen sich hier gut, denn Sie bezeugen Ihren Ehrgeiz.

Betonen Sie, wie Sie im Team agiert haben. Waren Sie als Teamleiter tätig, betonen Sie ihre Fähigkeit, die Stärken und Schwächen Ihrer Mitarbeiter gut einschätzen zu können und sie entsprechend einsetzen zu können. Waren Sie als Mitarbeiter im Team tätig, führen Sie Beispiele dafür an, wie Sie als Vertrauter fungierten. So zeigen Sie Loyalität und Teamfähigkeit.

Lernbereitschaft und -fähigkeit drücken Sie durch inner- und außerbetriebliche Fortbildungsmaßnahmen aus, Flexibilität beweisen Sie durch Schichtarbeit im Wechselschichtsystem. Körperliche Belastbarkeit und Kreativität können Sie durch Ihr privates Engagement deutlich machen. Hier können Sie auch zeigen, dass Sie nach wie vor wissbegierig sind. Und so kämpfen Sie Punkt für Punkt gegen die Vorurteile an, die man Ihnen als Ü50 entgegenbringt und löschen damit alle Zweifel an Ihrer Leistungsfähigkeit aus.

Der Lebenslauf ab 50 steht – doch was, wenn die Einladung zum Bewerbungsgespräch kommt?

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben es nun offensichtlich geschafft, durch die perfekte Darstellung Ihrer Erfahrung in Ihrer Bewerbungsmappe eine Einladung zum Vorstellungsgespräch zu erhalten. Dann ist die erste, größte Hürde schon geschafft. Nun müssen Sie Ihren Kopf auch mental auf das Bewerbungsgespräch einschwören, bei dem Sie noch einmal genau das verbal deutlich machen müssen, was Sie in schriftlicher Form im Lebenslauf ab 50 gemacht haben: Sie haben sich als fähige Fachkraft verkauft, die eine Stelle im Betrieb verdient hat, egal wie lange sie diese ausführen wird.

Machen Sie sich dazu diese Punkte bewusst:

  1. Besinnen Sie sich auf Ihre Stärken, sehen Sie etwaige Schwächen als Entwicklungspotenzial.
  2. Sagen Sie sich immer wieder vor, was Sie erreicht und geschafft haben.
  3. Vermeiden Sie Entschuldigungen mit Blick auf Ihr Alter.
  4. Präsentieren Sie sich als kompetente Fachkraft, nicht als Person Ü50.
  5. Werden Sie sich darüber klar: Sie sind ein Gewinn für das Unternehmen.

Deswegen sind Bewerber Ü50 ein Gewinn für Betriebe

Sie sind eine gefragte, erfahrene Fachkraft – sind Sie sich dessen eigentlich bewusst?

Nicht alle Unternehmen scheuen sich, ältere Bewerber einzustellen. Einige wissen durchaus um deren positive, betriebswirtschaftlichen Effekte, die da wären:

  • Einkauf zusätzlicher Kompetenzen durch die Einstellung älterer Bewerber
  • Einsparpotenzial durch Mentoring-Programme
  • Erweitertes Leistungsspektrum
  • Gesteigerte Kundenzufriedenheit
  • Hohe Bindung an den Faktor „Humankapital“
  • Innovationsfähigkeit durch Erfahrung
  • Motivationssteigerung und Arbeitszufriedenheit
  • Prozesseffizienz durch Erfahrung
  • Risikominimierung durch Erfahrung
  • Steigerung der Produktivität durch altersgemischte Teams
  • Vermeidung von Fluktuation
  • Weiterbildungsrendite durch unternehmenstreue Ältere
  • Weniger Rekrutierungskosten

(Quelle: Studie „Erfahrung rechnet sich“ (Seite 22), Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend)

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Bildnachweis: Daniel Ernst/fotolia.com, Jeanette Dietl/fotolia.com

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